Der Wisenberglauf ist landschaftlich gesehen wohl einer der attraktivsten Volksläufe der Nordwestschweiz. Die schnellsten Läuferinnen und Läufer hatten am Wochenende jedoch kaum einen Blick für die ländliche Idylle. Mit Anders Holmberg (Sissach) siegte heuer einer der weltbesten Orientierungsläufer. Die Idylle täuschte im basellandschaftlichen Läufelfingen. Es grasten zwar friedlich Kühe auf der Weide, und der schöne Spätsommerabend lud ein zum Verweilen. Doch dann tauchten sie in Scharen aus dem Nebel auf: Autofahrer, Jogger und Walker, die sich mühsam einen Weg hinauf zum Hotel Bad Ramsach bahnten, dem Start- und Zielgelände.

Holmberg läuft davon

Der Turnverein Zeglingen organisierte nebst dem Wisenberglauf auch den Zeglinger Berglauf. Letzterer fand bereits zum vierten Mal im Rahmen des Laufsportwochenendes statt.

Der in Sissach wohnhafte schwedische Orientierungsläufer Anders Holmberg lief die 6,8 Kilometer «Rund um den Wisenberg» in ausgezeichneten 22.46 Minuten. Damit verpasste er den Streckenrekord nur gerade um 14 Sekunden. Der souverän laufende Schwede verwies die beiden Lokalmatadoren Philipp Weber (Buus) und Mario Dolder (TV Zeglingen) deutlich auf die Plätze 2 und 3.

Nahrhafte Steigungen beim Berglauf

Ähnlich das Bild beim Zeglinger Berglauf: Vorjahressieger Michael Morand (Court) liess auch heuer nichts anbrennen und setzte sich bereits nach der ersten nahrhaften Steigung ab. Danach lief der jurassische Berglaufspezialist ein souveränes Rennen und absolvierte die 11 Kilometer (600 Meter Höhendifferenz) in einer ausgezeichneten Zeit von 45 Minuten 17 Sekunden. Erfreulicherweise lief der einheimische Biathlet Mario Dolder ebenfalls ein starkes Rennen und bewies, dass er für die bevorstehende Weltcup-Saison bestens gerüstet ist. Er nutzte die Gelegenheit, dass die beiden Läufe praktisch vor seiner Haustüre durchgeführt wurden, und beendete beide Läufe unter den ersten drei (Berglauf: 2. Rang; Wisenberglauf: 3.). Bei den Frauen setzte sich die routinierte Bergläuferin Andrea Wyss aus Trimbach durch.

Sotschi im Visier

Bis vor kurzem weilte der 23-jährige Dolder, der Bauingenieur studiert, in Neuseeland in einem Trainingslager, um sich auf die kommende Wintersaison vorzubereiten. Da versteht es sich von selbst, dass der Nationalkader-A-Biathlet seine Ziele hoch steckt: «Ich will mich für den Weltcup qualifizieren und mich dort auch für die olympischen Spiele in Sotschi empfehlen.» Zu den beiden Läufen meinte er: «Solch gute Resultate habe ich gar nicht erwartet. Laufen ist für mich eigentlich nur ein gutes Ergänzungstraining.»

Gesamthaft nahmen 292 Sportlerinnen und Sportler am Zeglinger Laufsportwochenende teil. Davon 44 am Berglauf und 248 am Wisenberglauf.

Weber gewinnt Gesamtwertung

Die Schnellsten des Wisenberglaufs hiessen Anders Holmberg und Andrea Dürrenberger (Anwil). Letztere gewann nach 2011 zum zweiten Mal den Oberbaselbieter Laufcup. Dieser beinhaltet nebst dem Wisenberglauf den Zunzger und Gelterkinder Waldlauf. Bei den Männern sicherte sich Philipp Weber die Gesamtwertung des Laufcups zum dritten Mal in Folge.