Schwingen
Ein Böser zwischen Schoggi-Joghurt und Wyberhaken

Für Patrick Waldner ist das Solothurner Kantonale in Büsserach ein besonderes Fest. Bei seinen bisherigen Teilnahmen am «Solothurner» war er allerdings jeweils nicht gerade vom Einteilungsglück begünstigt worden.

Michael Schenk
Drucken
Teilen
Am Sonntag steigt Patrick Waldner (r.) in die Zwilchhosen, am Montag ist er wieder in der Coop-Filiale in Laufen.

Am Sonntag steigt Patrick Waldner (r.) in die Zwilchhosen, am Montag ist er wieder in der Coop-Filiale in Laufen.

freshfocus

Seit dem 1. Mai ist Patrick Waldner Geschäftsführer der Coop-Filiale in Laufen. Folglich ist es sehr wahrscheinlich, dass ihn am Sonntag am Solothurner Kantonalschwingfest im nahegelegenen Büsserach seine Kundschaft erstmals in Zwilchhosen bei der Arbeit sieht. Jenen Patrick Waldner, den diese Leute sonst nur in seiner «Arbeits-Uniform» (er)kennen. «Das ist möglich», schmunzelt der 28-Jährige.

Je besser er in seiner unmittelbaren Heimat abschneidet, desto eher könnte es der Fall sein, dass die Kunden am Montag haufenweise ins Geschäft strömen, um sich pro forma mit «Futter» einzudecken, sich de facto aber ein genaueres Bild ihres Hosenlupf-Generals im örtlichen Detailhändler machen wollen. «Es ist auf jeden Fall ein sehr spezielles Fest für mich», sagt Patrick Waldner – speziell motivierend notabene. «Ich freue mich sehr darauf», sagt er.

Bisher wenig Einteilungsglück

13 Kränze gewann Waldner bis dato während seiner seit 2000 dauernden Karriere. Wenn am Sonntag der zweite «Solothurner» nach 2010 dazukäme, «nähme ich den selbstverständlich sehr, sehr gern.» Bislang sei es ihm an diesem Kantonalen jedoch nie so super gelaufen. «Ich hatte regelmässig, sagen wir, wenig Einteilungsglück», räumt der Präsident des SK Waldenburg ein.

Was die aktuelle Saison betrifft so hat die für Waldner soso lala begonnen. Beim Baselstädtischen «ist es mir gut gelaufen». Als Siebter durfte er letztlich vor die Kranzjungfer knien. Beim Aargauischen dagegen verpasste der zweifache Teilnehmer an Eidgenössischen das Eichenlaub hochkant. Im Schwarzbubenland soll es für den notabene im solothurnischen Büren wohnenden 105-Kilogramm-Hünen, der sich vor jedem Gang dreimal auf die Brust klopft, wieder rund laufen.

Das Führungs-Gen

Apropos Präsident – Patrick Waldner übt nicht nur in seinem Job eine Führungsfunktion aus. Nebst seinem Amt als Präsident des SK Waldenburg ist der angehende Töff-Fahrer seit November auch Vizepräsident des Baselbieter Kantonalverbandes. «Nachdem Cornel Boog von unserem Klub zurücktrat, weil er in die Region Thun gezogen ist, hat sich dieser Wechsel für mich praktisch aufgedrängt», sagt Waldner. Ja, vielleicht sei es so, dass er irgendein «Führungs-Gen» in sich habe, räumt der engagierte Macher ein. Ob er die Weiterbildung zum Detailhandelsmanager bestanden hat oder nicht, erfährt er in den kommenden Tagen.

Es ist auch im Schwingen nicht unbedingt üblich, dass «Präsidenten» noch aktiv sind. Im Fall von Patrick Waldner freilich ist es problemlos vorstellbar, dass er dem Gegner am Eidgenössischen 2022 gar als Kantonalpräsident oder noch höher dekoriert ans Gestöss greift. Dann, wenn das ESAF entweder in der St. Jakob-Arena in Basel oder in Aesch stattfindet. Ob Aesch in die Kränze kommt, ist derzeit nach wie vor Gegenstand von Machbarkeitsstudien. «Ich bin dann 36 und es ist mein absolutes Ziel, dann da aktiv dabei zu sein.» Nun, gewänne er dannzumal gar noch den Kranz, müsste man im Coop Laufen dann definitiv die «Waldner-Torte» erfinden.

Aktuelle Nachrichten