Turnen
Ein doppelter Abschied und ein Ligaerhalt

Die Mannschaftsmeisterschaften wurde für die Athelten des Nordswestschweizerischen Kunst- und Geräte Turnzentrum Liestal (NKL) zum Wechselbad der Gefühle.

Daniel Weissenbrunner
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Im vergangenen Jahr entschieden fünf Hunderstel für die Turnerinnen aus dem Leistungszentrum Baselland. Die jungen Sportlerinnen schafften die Rückkehr in die Nationalliga A in extremis. Mit im Team dabei war 2011 auch Nicole Wenger. Für die 14-Jährige war der gestrige Wettkampf ein emotionaler Moment.

Wenger absolvierte im zürcherischen Freienstein ihren letzten Wettkampf. Nach einer langen Verletzungsserie hat sie das Unterfangen Spitzensport aufgegeben. Neun Jahre betrieb sie ihre Leidenschaft, bis es nicht mehr ging. «Es ist kein einfacher Schritt, aber meine Betreuer haben mir dazu geraten.» So war die gestrige Bodenübung ihre letzte Disziplin auf höchstem Niveau. Aus dem Sport verabschieden wird sich die Schülerin der Sportklasse allerdings nicht. Wenger widmet sich in Zukunft dem Trampolin.

Den Abstieg nahm Wenger gelassen. Die Voraussetzung waren zum Vornherein schwierig. «Wir haben ein junges, unerfahrenes Team.» Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass die NKL-Athletinnen auch künftig eine Liftmannschaft sein werden.

Männer bleiben A-klassig

Erfreuliches tat sich bei den Männern: Janick Brunner strahlte nach dem Wettkampf stellvertretend über die Leistung seiner Mannschaft. Der 18-Jährige und seine vier Kollegen Jonas Munsch, Silas Kipfer, Davide Testa und Alec Meiller schafften in Freienstein den angestrebten Verbleib in der Nationalliga B. Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr ging es für die Mannschaft von Rolf Müller darum, sich zu stabilisieren und Moral zu tanken.

«Das ist uns glücklicherweise gelungen», stellte der Cheftrainer, der beim NKL seit vier Jahren tätig ist und hartnäckige Aufbauarbeit betreibt, zufrieden fest. «Wir befinden uns auf einem guten Weg», glaubt Müller. Nach mehreren Abgängen geht es ihm darum, das entstandene Vakuum wieder aufzufüllen. Der Solothurner in Nordwestschweizer Diensten setzt mit seinem Team auf Qualität und weniger auf Masse. Er ist überzeugt, damit den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und vom Ehrgeiz beseelt. «Wir uns als eines der besten Trainingszentren der Schweiz etablieren.» Einen kleinen Schritt zu diesem Ziel ist ihm und seiner Truppe mit dem Ligaerhalt am Wochenende gelungen.