Super League

Ein enttäuschender FCB verliert den Klassiker gegen den FCZ mit 0:1

Der FC Basel erspielt sich im Auswärtsspiel gegen den FC Zürich nur wenige Chancen und verliert folgerichtig und verdient mit 0:1. Das entscheidende Tor fällt wenige Sekunden nach Wiederanpfiff.

«Paaaajtim!», schreit FCB-Trainer Ciriaco Sforza Anfang der zweiten Halbzeit in Richtung Kasami, als dieser in aussichtsreicher Position einen einfachen Abpraller in die Füsse des Gegners spielt. «Neiiiiin!», schreit Fabian Frei wenig später, als sein Kollege Edon Zhegrova aus 25 Metern übermotiviert aufs Tor schiesst. Und zwar so ungefährlich, dass FCZ-Torhüter Yanick Brecher den Ball auch mit dem Fuss hätte stoppen können. «Waaaaruuum», scheint der offensichtlich wütende Arthur Cabral bei seiner Auswechslung in der 62. Minute mit gehässigem Blick und fuchtelnden Armen in Richtung Sforza zu fragen, bevor er dessen ausgestreckte Hand mit einem harten Wischer erwidert.

All diese Szenen spiegeln die Unzufriedenheit der Basler wieder. Und es gab sie bereits während des laufenden Spiels im Minutentakt. Nach dem Auswärtssieg in St. Gallen sollte beim Nachhol-Klassiker im Letzigrund drei Tage später der dritte Sieg in Folge für den selbst ernannten Meisterkandidaten eingefahren werden. Doch daraus wurde nichts. Mit einem einfachen Mittel nahm der FCZ dem aufstrebenden FCB den Wind aus den Segeln: Beton.

Keine Chancen trotz viel mehr Ballbesitz

Der FCB hat über die gesamte Spieldauer 63 Prozent Ballbesitz. Doch Gefahr kann er nie wirklich kreieren. Am Ende sind zwei Distanzschüsse von Kasami und ein Kopfball des eingewechselten Tician Tushi die einzigen nennenswerten Abschlüsse auf dem ansonsten leeren Basler Chancenblatt. Das liegt daran, dass der FCZ bei gegnerischem Ballbesitz immer mit mindestens sieben, oft auch mit zehn Feldspielern in der eigenen Hälfte verteidigt.

«Zürich hat das sehr gut gemacht. Die Räume waren zu», analysiert Kasami. Gegen dieses aggressiv und solidarisch verteidigende Zürcher Abwehrbollwerk fanden er und seine Kollegen überhaupt kein Mittel. «Wir haben zu langsam gespielt und keine Schnittstellenpässe mehr gemacht. Zürich hat das defensiv gut gemacht, darum geht der Sieg in Ordnung», bilanziert Sforza nach dem Spiel. Er war nur mit der Startviertelstunde zufrieden. Anschliessend liess sein Team stark nach. «Wir hatten schwere Beine und waren ein bisschen müde», erklärt Sforza.

Der FCZ hätte auch höher gewinnen können

Zu gefährlichen Torchancen kommen an diesem Abend nur die Zürcher. Die zeigen sich zwar nur selten – aber wenn dann gefährlich – vor dem FCB-Tor. Weil Goalie Djordje Nikolic in Halbzeit 1 zweimal glänzend gegen Assan Ceesay pariert, steht es zur Pause noch 0:0. Doch genau 21 Sekunden nach Wiederanpfiff schockt Antonio Marchesano den FCB mit seinem Kopf-Schulter-Abschluss zum 1:0. Der FCB hatte den Ball zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht berührt. Jasper van der Werff, Eray Cömert und auch Nikolic machen keine gute Figur, weil sie zum einen Ceesay flanken lassen und dann den 1,68 Meter grossen einlaufenden Marchesano im Zentrum ungenügend decken. Es sollte das einzige Tor an diesem Abend sein.

Statt auf Rang 2 zu springen, verharrt der FCB weiter im Tabellenmittelfeld. Ob er das auch in der Länderpause macht, entscheidet sich am Donnerstag. Dann will die Liga verkünden, ob das FCB-Heimspiel gegen den coronageplagten FC Sion am Sonntag verschoben oder doch durchgeführt wird. Stand jetzt geht zumindest Sforza davon aus, dass er schon in drei Tagen glücklichere Spieler im Joggeli auf dem Rasen sehen wird.

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