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Ein erster, guter Schritt: Der FC Basel rehabilitiert sich und besiegt den FC Luzern durch zwei sehenswerte Tore verdient mit 2:1

Der FCB rehabilitiert sich mit einem 2:1 über den Luzern und ist wieder auf Platz 3. Nach der Schmach gegen die Young Boys betrieb der FC Basel vor eigenem Anhang Wiedergutmachung. Ohne zu glänzen, aber mit tadellosem Einsatz setzte er sich gegen Luzern mit 2:1 durch.

Céline Feller (Text) und Yannick Fischer (Liveticker)
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Basels Geoffroy Serey Die, Mitte, jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Silvan Widmer, rechts, und Eray Coemert.
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Basels Geoffroy Serey Die, links, jubelt nach seinem Tor zum 2:0.
Basels Trainer Marcel Koller instruiert Eray Coemert, während Kevin Bua mit Geoffroy Serey Die dessen Tor zum 2:0 feiert.
Luzerns Filip Ugrinic, rechts, schiesst neben Basels Geoffroy Serey Die.
Luzerns Filip Ugrinic, Mitte, setzt sich gegen Basels Geoffroy Serey Die, links, und Blas Riveros durch.
Basels Konstantinos Dimitriou, Ricky van Wolfswinkel und Luca Zuffi, von links, bedanken sich bei der Muttenzer Kurve.
Luzerns Blessing Eleke, links, kämpft um dem Ball gegen Basels Blas Riveros, rechts, und Kevin Bua.
Luzerns Blessing Eleke, Mitte, erzielt das Anschlusstor zum 2:1 mit einem Penalty gegen Basels Torhüter Martin Hansen.
Luzerns Torhueter Mirko Salvi hat Glück, der Ball knallt ans Lattenkreuz, Basels Albian Ajeti, links, schaut zu.
FC Basel - FC Luzern (26.09.18)
Basels Geoffroy Serey Die, rechts, jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Torhüter Martin Hansen, Mitte, und dem Torschützen zum 1:0, Kevin Bua.
Basels Silvan Widmer, links, kämpft um dem Ball gegen Luzerns Ruben Vargas.
Basels Albian Ajeti, rechts, kämpft um dem Ball gegen Luzerns Stefan Knezevic, Mitte, Schiedsrichter Urs Schnyder schaut zu.
Luzerns Ruben Vargas, rechts, kämpft um dem Ball gegen Basels Taulant Xhaka, Mitte, Basels Silvan Widmer, links, schaut zu.
Basels Ricky van Wolfswinkel, links, kämpft um einen Kopfball gegen Luzerns Pascal Schürpf.
Basels Albian Ajeti, links, kämpft um dem Ball gegen Luzerns Marvin Schulz.
Die Basler Spieler jubeln nach ihrem ersten Tor.
Der Ball ist zum 1:0 im Tor, Basels Ricky van Wolfswinkel, rechts, jubelt, Luzerns Goalie Mirko Salvi ist konsterniert.
Basels Ricky van Wolfswinkel jubelt nach dem ersten Tor seiner Mannschaft.
Die Basler Spieler jubeln nach ihrem ersten Tor.
Kopfball von Basels Afimico Pululu, 2. von links
Luzerns Pascal Schürpf, rechts, kämpft um dem Ball mit Basels Silvan Widmer.
Schiedsrichter und Spieler marschieren ins Stadion.
Der Sportchef des FC Basel, Marco Streller, nach einem TV Interview

Basels Geoffroy Serey Die, Mitte, jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Silvan Widmer, rechts, und Eray Coemert.

ALESSANDRO DELLA VALLE

Geoffroy Serey Die sprintet über das halbe Feld. Er rennt direkt in die Arme von Marcel Koller. Eine kurze, herzliche Umarmung folgt, ein paar Worte werden ausgetauscht. Beiden ist die Erleichterung auf meterweite Distanz anzusehen. Dieser abfallende Druck. Diese Möglichkeit, durchatmen zu können.

Sekunden zuvor hat Serey Die das Tor 2:0 für den FC Basel gegen den FC Luzern erzielt. Und was für eines. Aus 25 Metern zirkelte er den Ball in der 79. Minute unhaltbar ins Lattenkreuz. Ein wunderschöner Treffer, perfekt inszeniert von Ricky van Wolfswinkel, der den Ball in den Rückraum zu Serey Die gelegt hatte.

Der Treffer zum 2:0 übertraf von der Ästhetik her auch jenen zum 1:0 durch Kevin Bua - einen perfekt im weiten Eck untergebrachten, direkt verwandelten Freistoss aus der 33. Minute. Dass Luzern kurz vor Schluss noch per Penalty nach einem Foul von Fabian Frei ein Tor erzielten konnte, ist Makulatur.

Die Basler haben den Sieg, den sie so dringend benötigt haben, holen können. Er ist Balsam für die Basler Fussballseele, die am letzten Sonntag so sehr hatte leiden müssen bei der 1:7-Kanterniederlage gegen die Young Boys.

Ajeti und die Kopfballchancen

«Stand uff, wenn du Basel bisch. Uffwache – Agriffe» hatte die Muttenzerkurve vor dem Anpfiff gefordert – und die Spieler sich dies zu Herzen genommen. Der FCB war von Beginn an spielbestimmend, wenn auch bis zum ersten Tor noch nicht zwingend genug. Albian Ajeti setzte die bis dahin beste FCB-Chance neben das Tor.

«Ich denke, man hat die ersten 20 Minuten gespürt, dass wir verunsichert waren», sagt FCB-Trainer Marcel Koller. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit konnte den FCB aber nicht aus der Ruhe bringen. Man habe nie Bedenken gehabt, dass es nicht klappen würde, wie Frei nach dem Anpfiff sagte.

Die Erleichterung aber war trotz allem riesig. «Natürlich ist es nach dem Resultat vom Wochenende sehr gut, so eine Reaktion zeigen zu können. Alles ist aber dennoch nicht vergessen», sagt Frei. Es sei ein erster, guter Schritt in die richtige Richtung. «Und ich hoffen, es folgen noch weitere solcher Schritte», so Frei weiter.

So wenig wie alles vergessen ist, so wenig ist alles gut beim FCB. Obwohl man über die ganze Dauer des Spiels mehr Ballbesitz hat und den Gegner in dessen Platzhälfte zwingen kann, kann der FCB diese Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Insbesondere Ajeti hätte das Spiel alleine entscheiden können.

Drei Mal kommt er aus guter Position zu einem Kopfball – drei Mal vergibt er viel zu einfach. Auch Ricky van Wolfswinkel verschenkt eine hundertprozentige Chance, indem er den Ball ans Aluminium köpft.

Die Ineffizienz der Basler

«Natürlich war die Chancenauswertung nicht gut. Und es wäre auch nicht mehr so spannend geworden, wenn beispielsweise Albian Ajeti eine seiner Chancen genutzt hätte. Aber es ist auch ein gutes Zeichen, dass wir uns so zahlreiche Chancen haben herausspielen können», erklärt Frei.

Koller bemängelt diese Ineffizienz seiner Spieler, sagt, man müsse mehr daraus machen. Vor allem, «weil Luzern schon vor dem Penalty die eine oder andere Grosschance hatte und früher den Anschluss hätte erzielen können.»

Obwohl der FCL den FCB durchaus ins Wackeln hätte bringen können, ist der Basler Sieg über die ganze Spieldauer hochverdient. Viel mehr fällt er zu knapp aus. «Aufgrund der Umstände sind wir aber sicher zufrieden mit diesem Resultat», bilanziert Frei nach dem Abpfiff.
Dass der FCB aber noch viel Arbeit vor sich hat, war nicht zu übersehen.

Neben der unzureichenden Präzision im dritten Drittel waren die Basler im Ballbesitz oft zu hektisch. Aber die Mannschaft hat Willen gezeigt, Leidenschaft, Einsatz. Ob dieser 2:1-Sieg gegen den FC Luzern am Ende der grosse Befreiungsschlag ist, wird sich weisen. Die Bestätigung kann der FCB schon am Sonntag liefern. Dann muss gegen Lugano der nächste Sieg her.

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