Für die Partie mussten die Handballer des RTV Basel gleich auf zwei Linkshänder verzichten. Routinier Igor Stamenov fällt bis auf weiteres aus und Nikola Isailovic war aufgrund einer Sperre nicht spielberechtigt. Kurios, die Sperre hatte er noch für seinen alten Arbeitgeber Suhr/Aarau erhalten. Davon liessen sich die Basler jedoch nicht beinträchtigen und starteten gut in die Partie. Das Spiel wurde von beiden Teams sehr ausgeglichen geführt. In der 17. Minute, durch einen frechen Heber vom 7-Meterpunkt, über den Kopf von Nationaltorhüter Aurel Bringolf, brachte RTV-Akteur Gian Attenhofer seine Farben erstmals mit zwei Toren in Front (9:7). Die Basler hielten die Führung bis kurz vor der Pause.

In der Endphase der 1. Halbzeit wurde es dann etwas hektisch. Dennis Krause erzielte Sekunden vor der Pause die erneute Führung zum 16:15 und erhielt beim Verteidigen des Gegenangriffs eine umstrittene Zeitstrafe. Mit einem schnellen Anspiel versuchte St. Gallen den Ausgleich zu erzielen und Krause hatte, nach Einschätzung der Schiedsrichter, dies regelwidrig unterbunden. So kamen die Gäste noch in Überzahl zum 16:16 Ausgleich.

In die 2. Halbzeit starteten die Basler durch die Zeitstrafe noch in Unterzahl. St. Gallen ging gleich erstmals in Führung und setzte sich schnell mit drei Toren ab (16:19). Im Vergleich wirkte die zweite Hälfte zerfahren, die Fehler und vor allem die Zeitstrafen mehrten sich. Beim RTV lief es nicht mehr. «Wir haben im Angriff nicht diszipliniert gespielt und dadurch viele schnelle Gegenstösse kassiert. Auch unsere Deckungsleistung konnten wir leider nicht steigern», analysierte Luca Engler nach Spielende selbstkritisch.

Nicht alles war so schlecht wie das Schlussresultat

Trotz dem schlussendlich deutlichen 27:36 wusste der RTV auch zu gefallen. Im Angriff überzeugte Spielmacher Tibor Jurjevic. Er riss Lücken für seine Nebenleute auf und suchte selbst erfolgreich den Abschluss. Souverän und unbekümmert im Abschluss zeigte sich zudem der 17-jährige Gian Attenhofer. Der jüngste Spieler der gesamten Liga erzielte insgesamt neun Treffer und hatte dabei nur einen Fehlversuch.

Mit Andrija Pendic und Bo Spellerberg hat St. Gallen zwei sehr spiel- und durchsetzungsstarke Spieler. Diese Beiden werden in dieser Saison sicher nicht nur die RTV-Verteidigung in Verlegenheit bringen.
Spielertrainer Bo Spellerberg war bei den St. Gallern der entscheidende Spieler. Der dänische Europameister zeigte, dass er mit 40 Jahren noch immer in der Lage ist, ein Spiel zu dominieren. Beispielsweise kurz vor der Pause: Sein Trainerassistent auf der Bank hatte durch ein Time-out seinem Team gerade den freien Abschluss unterbrochen. Spellerberg blieb trotzdem ruhig und hämmerte den Ball Sekunden vor der Halbzeit zum 16:16 ins Netz. Vor allem seine Assists zeigen seine Klasse. In der 42. Minute gab er den Pass zum 18:24 mit der Hand hinter dem eigenen Rücken.

Schon in einer Woche kann der RTV Basel die guten Ansätze vor allem aus der 1. Halbzeit bestätigen. Dann geht es zum Auswärtsspiel beim HC Kriens-Luzern, letzte Saison noch RTV-Gegner in der Abstiegsrunde.