Sonnenschein pur (bei 20 Grad), blauer Himmel und eine erwartungsfrohe Kulisse – das waren die würdigen Rahmenbedingungen zum Cup-Duell zwischen zwei Traditionsverei­nen, die beide zu den Spitzenklubs der 1. Liga zählen.

Dass Fussball dennoch «nur» die schönste Nebensache der Welt ist und bleiben sollte, wurde allen gegenwärtig, als der FC Black Stars im Vorfeld der Partie an die unfassbare Tat, welche zum Tod eines siebenjährigen Schülers aus dem Gotthelf-Quartier geführt hatte, erinnerte.

Von Beginn an entwickelte sich eine rassige, tempostarke Partie, in welcher beide Mann­schaften gewillt waren, aktiv und kreativ zu sein. Dies gelang den Baslern besser, denn zum Abschluss kamen nur die «Schwarz-Sterne», so dass die Zweitore-Führung verdient war und auch das Geschehen skoremässig richtig widerspiegelte. Dass Fussball eigentlich sehr einfach sein kann, zeigte das 2:0. Ein schneller, präziser Abkick von Black-Hüter Ste­ven Oberle nahm Donat Rrudhani an, lief am rechten Flügel durch und seine präzise Her­eingabe vollstreckte Mergim Ahmeti aus wenigen Metern. «Barça» hätte es technisch nicht versierter spielen können.

Aus dem 3:0 wurde ein 3:2

Und als Deny Gomes mit dem Wiederanpfiff sogleich das 3:0 erzielte, glaubte man, die Partie sei entschieden und man könne sich auf einen entspannten Nachmittag an der Son­ne einstellen. Aber der FC Biel, ein Aufsteiger, der mittelfristig weitere Promotio­nen an­strebt, fand unverhofft in die Partie zurück.

Mit zwei Toren innert 63 Sekunden stand es plötzlich nur noch 3:2 – und die gutgelaunten und bestens unterhalteten Zuschauer mach­ten sich nun auf einen veritablen Cup-Fight gefasst. Aber Deny Gomes war damit nicht einverstanden, denn nur zwei Minuten nach dem Bieler Doppelschlag erzielte er, mittels Kopftor, seinen dritten persönlichen Treffer. Und damit war der Elan der Gäste aus dem Berner Seeland gebrochen.

Die Elf vom Black-Stars-Cheftrainer Samir Tabakovic war stilsicher, gewährte dem Gast keinen erfolgsversprechenden Abschluss mehr – und es war Einwechselspieler Dino Ba­bovic vergönnt, kurz vor Matchende auf 5:2 zu erhöhen. Überhaupt benötigt Babovic sel­ten mehr als eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung, um zu reüssieren. Derzeit ein Edeljoker der Extraklasse.

Mit dem Einzug in die 1. Cup-Hauptrunde der Saison 2019/20 hat der FCBS ein erstes Saisonziel bravourös erreicht. Ob die Auslosung zu einem Segen wird, wird die Auslosung zeigen. In den letzten Jahren konnten die «Schwarz-Sterne» bereits zweimal den FC Zürich und einmal den FC St. Gallen empfangen. Dass der Verband aber den «Kleinen» gar viele Hürden und Hypotheken aufstellt respektive verlangt, sei auch noch dezent erwähnt.

Am Dienstagabend in Zug

Innerhalb einer Woche haben die Black Stars gegen die Spitzenklubs Solothurn (4:1) und Biel neun Tore erzielt. Das sind ganz starke Werte und sprechen für sich. Auf diesen Lor­beeren wird sich der Basler Traditionsklub, der auch die dritte Halbzeit würdig zu begehen weiss, jedoch nicht ausruhen können.

Bereits übermorgen Dienstag gastiert «Blägg» in der Innerschweiz bei Zug '94, bevor am Sonntag der Angstgegner FC Langenthal auf der «Blägg-Matte» gastieren wird. Und wie es seinem Naturell entspricht, blieb Tabakovic auch im Erfolg demütig und kritisch. «Mit dem Umschaltspiel war ich, wie gegen Solothurn, zu­frieden. Allerdings fehlte die letzte Konse­quenz – und oft auch das finale Zuspiel in die Spitze – beim Abschluss. Und im Spiel gegen den Ball sah ich noch zu viele Mänger, wir haben auch da viel Luft nach oben», so der Bosnier.

Klare Worte, welche der Konkurrenz jedoch aufzeigen, dass dieser FC Black Stars in die­ser Verfassung zumindest in der Gruppe 2 der Erstliga-Meisterschaft die «équipe à battre» ist. Dass einige übermütige, vielleicht sogar euphorisierte Black-Anhänger weit nach Ab­pfiff meinten, dass der Cupsieg 2020 nur über ihren Klub führen wird, nehmen wir mit ei­nem Schmunzeln entgegen.