18 Jahre jung ist er, Grieche, 1,86 Meter gross, Rechtsfuss, Innenverteidiger, ausgebildet beim griechischen Spitzenklub Paok Thessaloniki, wo er auch bis zuletzt unter Vertrag stand. Seit Freitag aber ist Konstantinos «Kostas» Dimitriou offiziell Spieler des FC Basel. Es ist eine Vollzugsmeldung dessen, was seit ein paar Wochen bereits fix war.

Gleich am Tag der Verkündung hat der Neuzugang sein erstes Training mit den neuen Kollegen absolviert. «Er hat das sehr gut gemacht. Vor allem dafür, dass alles neu ist für ihn: Mannschaft, Sprache, Land», sagt sein neuer Trainer Raphael Wicky über ihn. Verwundert hat Wicky das nicht, hat er den Neuzugang doch vor ein paar Wochen getroffen und ihn als «für sein junges Alter sehr reifen Mann» erlebt, der ausserdem sehr, sehr gut Englisch spreche. Fussball spielen sah ihn Wicky am Freitagmorgen ein erstes Mal live, bislang hatte er nur Bilder von ihm zu Gesicht bekommen. «Unsere Scouts haben ihn aber lange und genau beobachtet und ich vertraue ihnen voll und ganz.»

U21 oder 1. Mannschaft?

Doch was genau ist der Plan mit dem jungen Griechen? Ist er der Ersatz für den an der Schulter verletzten und eigentlich fix eingeplanten Eray Cümart? «Nein, dieser Transfer hat damit gar nichts zu tun», so Wicky. Vielmehr sei Dimitriou ein Zukunftsprojekt, «dem wir Zeit geben wollen.» Dimitriou stand zwar in dieser Saison im Kader der ersten Mannschaft von Paok, gespielt hat er in der höchsten Spielklasse seines Landes aber noch nie.

Aufweisen kann er vier Einsätze in der Youth League sowie zwei Spiele mit der U20-Nati. Beim FCB, wo er einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat, gehört er der ersten Mannschaft an. Wie der genaue Plan punkto Einsätzen aussieht, müsse man schauen. «Wenn er plötzlich so gut ist, dann wird er spielen. Wenn er Zeit braucht, wird er in der U21 zum Einsatz kommen.»

Elyounoussis Ersatz steht bereit

Die Verpflichtung Dimitrious ist ein sehr vorausschauender Transfer, hat der FCB doch noch keinen akuten Bedarf in der Innenverteidigung, auch wenn Léo Lacroix’ Zeit in Basel in zwei Wochen enden wird. Es ist aber auch ein Transfer, der ins Konzept passt. Denn dort gibt es auch den Punkt «Integration internationaler junger Spieler in die erste Mannschaft». Und es zeigt auch, wie intensiv im Hintergrund bereits an der Planung für die nächste Saison gearbeitet wird.

Konstantinos Dimitriou über seine neue Aufgabe in Basel

«Ein Neubeginn mit grossen Erwar- tungen.»

Konstantinos Dimitriou über seine neue Aufgabe in Basel

Wicky wünscht sich zwar so viel Kontinuität wie nur irgendwie möglich, weiss aber auch, dass beispielsweise ein Abgang von Mohamed Elyounoussi kaum zu verhindern sein wird. Mit Matías Vargas, einem 21-jährigen Argentinier, hätte man bereits einen Ersatz in der Hinterhand, die Verhandlungen sollen fortgeschritten sein.

Bandelt Basel mit Barça an?

Die kleinstmögliche Kader-Anpassung ist aber nur ein Punkt, an dem seit Wochen auf Hochtouren gearbeitet wird. So ist der FC Basel dabei, sein Netzwerk zu vergrössern und seine ebenfalls angekündigten Kooperationen mit diversen europäischen Klubs voranzutreiben. Zum einen steht eine Zusammenarbeit mit einem österreichischen Verein im Raum, weil im Nachbarland Arbeitsbewilligungen für Spieler aus Nicht-EU-Staaten leichter zu bekommen sind, als dies in der Schweiz der Fall ist.

Zum anderen scheint der FCB auch in Spanien einen Partnerverein gefunden zu haben. Dem Vernehmen nach ist der FCB auf bestem Wege, eine Kooperation mit Barcelona B – der zweiten Mannschaft des FC Barcelona – auf die Beine zu stellen. Verantwortliche des Vereins waren bereits in Katalonien. Ein Austausch mit einer der berühmtesten Nachwuchsabteilungen der Welt wäre ein riesiger Coup.