Das letzte Heimspiel vor der kurzen Weihnachtspause war nichts für schwache Nerven. Sm’Aesch Pfeffingen startete furios. Nach einem Ass von Passeuse Jovana Gogic lag das Heimteam immer mit ein bis zwei Punkten in Führung. Erst beim Spielstand von 11:11 kam NUC besser ins Spiel und die amerikanische Topskorerin Kathleen Luft schoss ihr Team in Front.

Doch in dieser Phase zeigte sich die Ausgeglichenheit in der Mannschaft von Head-Coach Timo Lippuner. Capitaine Kerley Becker und Topskorerin Gergana Dimitrova führten Sm’Aesch suksessive wieder heran (20:20) und die Satzführung schien ausser Reichweite. Zwei, drei unnötige Fehler in der Annahme und im Abschluss bei den Gastgeberinnen brachte dem Tabellenvierten aus Neuchâtel dann aber doch noch den letztlich klaren und locker bewerkstelligten Satzgewinn.

Blanke Nerven

Dieser Satzrückstand tat Sm’Aesch Pfeffingen gar nicht gut. Im Angriff taten sich in der Folge vor allem Lucija Mlinar und die Bulgarin Mira Todorova äusserst schwer und scheiterten immer wieder an der guten Blockarbeit der routinierten Neuenburgerinnen. Dazu kam noch die in dieser Phase katastrophale Recet von Libera Thays Deprati, sodass NUC-Spielführerin Mandy Wigger und ihre Teamkolleginnen scheinbar vorentscheidend mit 12:6 davonziehen konnten.

Doch die Moral beim Birstaler Kombinat blieb ungebrochen und die Einwechslung von Routinier Laura Tschopp brachte nochmals Spannung mit einem ausgeglichen Spielstand von 23:23 - wenig später nach einer extrem frechen und erfolgreichen Finte von Zuspielerin Gogic sogar den nicht mehr erwarteten Satzausgleich. Nach der Pause bestimmte bei beiden Teams die Nervosität das Geschehen und das Spielniveau flachte wegen zu vieler Eigenfehler auf beiden Seiten merklich ab.

Sieg in Sicht

Es war dann die wegen einer Grippe geschwächt ins Spiel gegangene, aber stark aufspielende Schweizer Nationalspielerin Laura Künzler, welche den zweiten Satzball im gegnerischen Feld unterbrachte. Jetzt winkte plötzlich ein kaum mehr erwarteter Drei-Punkte-Heimsieg. Und diese Aussicht beflügelte Sm’Aesch so, dass es jetzt auch im Angriff, immer noch ohne die ausgewechselte Topskorerin Dimitrova, viel besser lief.

Beim Spielstand von 21:14 schien der Sack schon zu, doch NUC bäumte sich vor allem mit guter Blockarbeit nochmals auf und rettete sich ins Tie-Break. In diesem lag das Momentum eindeutig beim Gastteam. Doch an diesem Abend war nichts, wie es eigentlich sein sollte.

NUC lag mit 6:2 vorne, doch die Baselbieterinnen liessen sich nicht unterkriegen, drehten die scheinbar verloren gehende Partie erneut und Becker verwertete den ersten Matchball zum vielbejubelten ersten Meisterschafts-Heimsieg in der laufenden Saison. «Es hätten zwar drei Punkte sein können, doch sind wir auch mit diesen zwei hart erkämpften zufrieden», sagten nach der aufwühlenden Partie die strahlenden Sm’Aesch-Routiniers Tschopp und Becker.         

Sm’Aesch Pfeffingen – Neuchâtel UC  3 :2

Sätze: 20:25, 26:24, 25:22, 24:26, 15:12

Löhrenacker. – 280 Zuschauer. – SR Wiederkehr/Becker

Sm’Aesch: Becker, Dimitrova, Mlinar, Deprati (Libera), Gogic, Todorova, Künzler; Tschopp, Matter, Sacher.

NUC: Da Silva, Cyr, Field, Boketsu, Wigger, Luft, Henriksen (Libera); Bulliard, Halter, Girard, Fabien.

Bemerkungen: Sm’Aesch ohne Storck und Widmer (2. Mannschaft). NUC ohne Galan, Girolami und Trösch (abwesend).