Unmittelbar nach Spielschluss ging Thomas Häberli in die Garderobe, liess sich die Videoaufzeichnung der Partie auf seinen Laptop überspielen und sah sich die Szene aus der 85. Minute an. Die Bilder bestätigten die Vermutung des Basler U21-Trainers: «Kein Penalty, ein klarer Fehlentscheid.»

Dem besagten Penaltypfiff ging ein Corner des FC Le Mont voraus, der in den Füssen von Samule Campo landete. Der Basler Mittelfeldspieler begann mit dem Ball aus dem Strafraum zu laufen und legte sich das Spielgerät zu weit vor, während Ahmed Mejri aus dem «toten Winkel» heranstürmte. Campo konnte den Ball aber noch wegspitzeln, ehe der Tunesier über das Bein des Baslers fiel.

Basel sucht den Ausgleich

Nachdem Sid-Ahmed Bouziane den Strafstoss verwandelt hatte, suchte das Heimteam vehement den Ausgleich. Für einen Eckball in der Nachspielzeit lief sogar Pascal Albrecht in den gegnerischen Sechzehner. Der FCB-Goalie kam allerdings nicht an den Ball und musste für den anschliessenden Konter der Lausanner zurückeilen. Er schaffte es zwar ins Tor zurück, doch das 0:2 durch Ridge Mobulu konnte auch der untadelige Albrecht nicht verhindern (91.).

Bittere Lehre

«Es ist bitter, so kurz vor Schluss auf diese Art zu verlieren», bilanzierte Thomas Häberli, nachdem sein Ärger etwas verflogen war. Obwohl der Leader aus der Romandie ein Chancenplus gehabt hatte, war der FCB-Trainer aber mit der Vorstellung seiner Equipe nicht unzufrieden. «Meine Mannschaft hat es aufgrund ihrer Solidarität dem Gegner nicht einfach gemacht und die Partie stets offen gehalten.» Dass sich die Basler in der letzten Zone zu selten wunschgemäss durchsetzen konnten, machte er an den fehlenden Erfahrung seines Sturmduos fest. Cedric Itten (Jahrgang 1996) und Albian Ajeti (1997) hätten zum ersten Mal in ihrer Aktivkarriere «gemerkt, was richtig gute Verteidiger sind».

Gäste-Trainer fällt negativ auf

Es ist aber nicht nur die Abwehr um den starken N’Diasse N’Diaye, die den FC Le Mont zum Favoriten auf den Aufstieg in die Challenge League macht. Häberli erwähnte auch die Power und Erfahrung in der Offensive sowie die Tatsache, «dass die Romands mit allen Mitteln kämpfen». Letzteres meinte der FCB-U21-Trainer allerdings nicht als Kompliment. Denn angeführt von Trainer Claude Gross, bei dessen extrovertierter Art zu coachen verbale Entgleisungen in Richtung Schiedsrichter und Gegner Usus sind, reklamieren die Lausanner ständig beim Unparteiischen. Bestes Beispiel war die 65. Minute gestern im Rankhof: Nachdem Musa Araz Le-Mont-Regisseur Bouziane im Strafraum regulär vom Ball getrennt hatte, bestürmten acht (!) Gästespieler Ref Carmine Gionata und forderten Penalty. Gross, der später nach einer anderen Entscheidung gegen sein Team einen Ball übers Stadiondach kickte, und paar «Fans» deckten darauf Gionata und die Basler Bank mit Schimpfworten ein und bestellten damit quasi das Feld für den Fehlentscheid in der 85. Minute.