So ehrlich sind die drei Baselbieter dann schon. «In diesem Teilnehmerfeld muss man realistisch sein und sich darauf einstellen, dass man verliert», sagt der Therwiler Christian Kirchmayr. Niederlagen hin oder her (siehe Box), vielmehr dienen die Swiss Open für das Trio als munteres Treffen unter Freunden und Schulkollegen – Joshua Panier und Joel König gehen zusammen in die Sportklasse.

Kirchmayr als Profi unterwegs

Christian Kirchmayr setzt seit Anfang Jahr und nach dem Abschluss der Schule voll auf Badminton. Als Nummer 843 der Welt und Nummer 3 der Schweiz ist der 20-Jährige das Aushängeschild in der Nordwestschweiz. Mittlerweile pendelt Kirchmayr zwischen dem Badminton-Stützpunkt in Belp und Basel. 18 Stunden Training pro Woche – sechs mehr als noch zu «Amateur-Zeiten». «Ich spüre, dass ich bereits erste Fortschritte gemacht habe», sagt er. In zwei Jahren will er die Top 200 knacken und sich in Zukunft langfristig unter den besten 100 etablieren.

Mit Uni Basel in den Halbfinals

An einem Turnier in Österreich hat er jüngst die Nummer 210 geschlagen und die Nummer 100 an den Rande einer Niederlage gebracht. «Ich muss mich noch an das hohe Tempo gewöhnen, damit ich konstant mithalten kann», weiss Kirchmayr, der am Wochenende mit Uni Basel in die NLA-Playoff-Halbfinals starten wird. Und wenn einer weiss, wie man Titel gewinnt, dann der Baselbieter. Denn mit dem Team Argovia hat sich Kirchmayr im Vorjahr überraschend durchgesetzt. «In solchen Playoff-Spielen ist alles möglich. Als Aufsteiger Meister zu werden, wäre natürlich der Wahnsinn». Da kann auch der Star-Aufmarsch am Swiss Open nicht mithalten. «Aber die Erfahrung hier in Basel ist immer lehrreich», sagt Kirchmayr.

Auf dem gleichen Weg

Einen ähnlichen Weg wie Kirchmayr wollen auch seine Freunde Joshua Panier und Joel König einschlagen. Nach einer langwierigen Hüftverletzung kämpft der 19-jährige Panier – der lange Zeit auf Augenhöhe mit Kirchmayr war – um den Anschluss. «Diese Saison ist mehr oder weniger gelaufen. Im nächsten Jahr will ich wieder angreifen. Aber es ist sicher nicht einfach, die verlorene Zeit wieder wettzumachen», sagt der Bubendörfer, der sich nach dem Rückzug vom Team Solothurn einen neuen NLA-Verein sucht. Während der Swiss Open sind auch Gespräche geplant, näheres will Panier aber noch für sich behalten. Langfristig möchte auch er nach der Schule Ende Dezember dieses Jahres als Vollprofi weitermachen.

König als Versprechen für die Zukunft

Für den 18-jährigen Joel König ist der Weg zum Vollprofi noch ein wenig weiter. An diversen Turnier hat der U19-Spieler vom NLB-Team Baselland erste Elite-Erfahrungen gesammelt. «Aber wir müssen ihm keine Tipps geben, er weiss schon, was er auf dem Platz zu tun hat», lacht Kirchmayr.

Am Swiss Junior Open im September holte sich der Titterter mit dem 3. Rang seine beste Platzierung an einem internationalen A-Turnier. Für ihn ist es die erste Teilnahme in Basel – Kirchmayr und Panier sind zum zweiten Mal dabei. «Wenn man all die Top-Stars der Szene sieht, die quasi vor der eigenen Haustüre spielen, ist das schon ein extrem spezielles Gefühl», schwärmt König. Zu verlieren gibt es für das Trio nichts. Stattdessen trifft man sich zum kollegialen Austausch, und nebenbei misst man sich noch mit der Weltelite.