Fussball
Ein Knall reisst den FC Liestal aus dem Winterschlaf

Der FC Liestal, der in der interregionalen 2. Liga tätig ist, und Trainer Enzo Meo gehen per sofort getrennte Wege. Der Verein und Meo lösten den Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen auf. Üer die Gründe kann nur spekuliert werden.

Céline Feller
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Enzo Meo (links) und sein Assistenztrainer Massimo Saracino. Ob auch seine Zeit in Liestal vorbei ist, wird sich weisen.

Enzo Meo (links) und sein Assistenztrainer Massimo Saracino. Ob auch seine Zeit in Liestal vorbei ist, wird sich weisen.

Céline Feller

Der Trainingsbetrieb ruht, der regionale Fussball befindet sich momentan im tiefen Winterschlaf. Genau in dieser ruhigen, besinnlichen Zeit knallt es beim FC Liestal: Der Verein und Trainer Enzo Meo gehen getrennte Wege. Was im nahen Umfeld des Klubs schon seit dem Wochenende seine Kreise zieht, wurde gestern nun auch von offizieller Seite bestätigt. Der Vertrag wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Beide Parteien waren für weitere Stellungnahmen nicht zu erreichen. Meo war in den vergangenen nur 18 Monaten bereits der dritte Coach beim FCL.

Nicht zufriedenstellend

Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Auf dem Papier scheint man schnell eine Lösung zu finden: Die Kantonshauptstädter stehen nach der Vorrunde auf Platz sieben und haben schon 13 Punkte Rückstand auf Leader Dietikon angehäuft. Für den FCL keine zufriedenstellende Situation. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Meo und das Präsidium auf die laufende Saison eine beinahe komplett neue Mannschaft zusammenstellen mussten. Dies, nachdem im Sommer diverse Spieler den Verein verliessen. Ein neu formierter Kader braucht bekanntlich Zeit

Anspruch ist das erste Viertel

Nichtsdestotrotz hat der FC Liestal mit seiner Grösse und seiner Zentrumsfunktion, die er selber im Oberbaselbiet ausüben möchte, den Anspruch, jeweils im oberen Viertel der Tabelle mitzuspielen. So prognostizierte denn auch Vereins-Präsidentin Patricia Schönenberger vor der Saison einen Platz in eben diesem vorderen Viertel.

Unter dem Laufner Meo wollte dies aber einfach nicht klappen. Dem 39-Jährigen, der in seiner Trainer-Karriere bereits mit Franches-Montagnes von der dritten in die regionale 2. Liga und mit St. Imier von der regionalen 2. Liga in die interregionale Spielklasse aufsteigen konnte, war es in Liestal nicht vergönnt, zu reüssieren. Nur anlässlich von fünf der 13 Vorrundenspiele konnte sich die Meo-Elf am Ende über drei Zähler freuen. Meo hat in seiner einjährigen Amtszeit beim FC Liestal gar nur eine Quote von 37 Prozent Siegen.

Bereits in der letzten Saison resultierte lediglich der neunte Tabellenplatz. Eine enttäuschende Tatsache, auch für Meo selber, der bei seinem Amtsantritt noch sagte, dass «Rang drei realistisch und realisierbar» sei.

Schwerer Stand

Neben den sportlichen Fakten, die mit zur Trennung geführt haben dürften, gibt es allerdings noch den zwischenmenschlichen Aspekt. Im Verein scheint es Unstimmigkeiten gegeben zu haben. Meo hatte in Liestal von der ersten Sekunde an einen schweren Stand. Das erste Halbjahr war für ihn ein Härtetest, über den er selber sagte: «Es war nicht einfach eine Mannschaft zu übernehmen, die noch immer hinter meinem Vorgänger (Sandro Kamber, Anm. d. Red.) steht». Mit seiner eher distanzierten Art gegenüber dem Team konnte er diesen Umstand seines Vorgängers vielleicht nie ganz wettmachen.