Basketball
Ein Nationalspieler verstärkt die Starwings

In der Saison 2016/17 wird Alexis Herrmann (24, 178 cm) das Trikot der Starwings tragen. Das Eigengewächs des BC Boncourt findet beim Arlesheimer-Birsfelder Kombinat die Kombination zwischen Leistungs-Basketball und Einstieg ins Berufsleben.

Georges Küng
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Ab Oktober spielt Alexis Herrmann (am Ball) nicht mehr gegen die Starwings (wie hier gegen Branislav Kostic), sondern im Trikot der Unterbaselbieter.

Ab Oktober spielt Alexis Herrmann (am Ball) nicht mehr gegen die Starwings (wie hier gegen Branislav Kostic), sondern im Trikot der Unterbaselbieter.

Georges Küng

Ende der 90er-Jahre und zu Beginn dieses Jahrtausendes wechselten regionale Spieler des BC Arlesheim und CVJM Birsfelden gleich im «Multipack» in den Jura zum BC Bon­court. Namen wie Christophe Aline, Roman Imgrüth, Ivan Ivankovic, Michel Portmann, Reto Schwaiger, Oliver Vogt oder die Gebrüder Daniel und Dominic Stark waren und sind ein Begriff, denn die Allermeisten wurden auch Nationalspieler. Und sie alle geniessen in der Ajoie weiterhin aller­höchsten Respekt. Denn dieses Septett, welches das Basket-ABC beim BCA und/oder «Cevi» erlernt hatte, war einst eine wichtige Stütze der «Red Devils», wie der BC Boncourt im Volksmund genannt wird. Zu Zeiten, wo die Jurassier übrigens auch auf europäischem Parkett spielten und eine Art «Visitenkarte der Ajoie» waren und von der jurassischen Regierung finanziell unterstützt wurden.

200. Nationalliga-Spiel im Starwings-Dress

Alexis Herrmann hat zeit seines Lebens beim BCB gespielt und debütierte bereits im Alter von 17 Jahren (in der Saison 2009/10) in der Nationalliga A. Trotz seines jugendlichen Al­ters hat der neue Starwings-Akteur 148 Partien in der obersten Spielklasse und deren 51 Matches in der 1. Liga (mit dem Boncourt-Nachwuchs, mitunter als 15-Jähriger!) gespielt. Das Jubiläum seiner 200. Nationalliga-Partie wird er also im gelb-blauen Dress der «Wings» Mitte Oktober bestreiten.

Alexis Herrmann wurde öfters für das Schweizer Nationalteam aufgeboten.

Alexis Herrmann wurde öfters für das Schweizer Nationalteam aufgeboten.

Georges Küng

Statistisch seine bestes Jahr war die Saison 2013/14, als er undiskutabel im BCB- Stamm- quintett fungierte (und oft der Spielmacher der Romands war), elf Punkte pro Match erziel­te und formidable Wurfquoten (41 Prozent bei den Dreiern, 51 Prozent bei den Zweipunkt­eversuchen und 77 Prozent von der Freiwurflinie) aufwies. Dazu servierte er pro Par­tie für seine Teamkollegen noch vier Assists, die zu direkten Körben führten. Werte, die nicht je­der ausländische Profispieler aufweist...

Diese superbe Performance blieb auch den Nationaltrainern nicht verborgen, so dass Ale­xis Herrmann immer wieder ins Nationalteam aufgeboten wurde. Auch wenn er dort selten(er) zum Einsatz gelangte, so gehörte er doch zur Auswahl der Landesbesten.

Einstieg ins Berufsleben

Dass Herrmann, dessen Vater Felix (der jahrelang sich im Vorstand des BC Boncourt en- gagierte) übrigens Basler Wurzeln hat, nun von der Ajoie ins Unterbaselbiet wechselt, hat auch einen beruflichen Aspekt. Dank den Starwings wird der deutsch verstehende, engli­sche sprechende und perfekt französisch parlierende Aufbauer eine Arbeitsstelle beim Starwings-Ehrenpräsidenten Jean-Luc Martin antreten, die es ihm erlaubt, sowohl Leis­tungs-Basket wie den Einstieg in die Berufswelt zu schaffen. «Wir haben Alexis in den Ge­sprächen als sehr integren, interessierten, weltoffenen und freundlichen jungen Mann ken­nengelernt, der gewillt ist, Basket und Beruf optimal zu koordinieren», erklären Starwings-Cheftrainer Roland Pavloski und Vize-Präsident Pascal Donati unisono. Vor einiger Zeit hatte der neue Star­wings-Spieler beim Sportamt des Kanton Jura ein Praktikum bestreiten und so erste Berufserfahrungen sammeln können.

Das Birstaler Kombinat ist überzeugt, dass Herrmann bei den «Wings» zu einer Spielerpers­önlichkeit reifen wird und analog Marcus Hett (sechs Jahre) und Teamcaptain Joël Fuchs, welcher in seine 9. (!) Spielzeit geht, Kontiuität und Konstanz ins Birsfelder Ensemble bringen wird.