Schach
Ein Niederländer und ein Kanadier jagen in Basel den führenden Russen

Schach verbindet. Robin van Kampen aus Holland und der Kanadier Eric Hansen haben sich bei Turnieren kennengelernt. Dabei geniesst Schach in ihren Herkunftsländern einen völlig unterschiedlichen Stellenwert.

Olivier Winistörfer
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Die zwei Schachfreunde, Eric Hansen (links) und Robin van Kampen.

Die zwei Schachfreunde, Eric Hansen (links) und Robin van Kampen.

Winistörfer

Am Basler Schachfestival nähert man sich der Entscheidung. Mit im Rennen um den begehrten ersten Platz ist auch der 18-jährige Niederländer Robin van Kampen. Dabei kam der junge Grossmeister erst durch seinen guten Freund Eric Hansen aus Kanada zum Turnier in Basel. «Eric war vorher in Holland und meinte, dass er am Turnier teilnehmen würde. Als ich dann hörte, dass ein eingeladener Spieler nicht teilnehmen könne und somit ein Platz frei wurde, habe ich mich gemeldet.» So verbrachten die beiden Silvester nicht in Kanada oder in den Niederlanden sondern am Rheinknie. «Wir kennen beide die Schweiz nicht sehr gut. Aber was wir hier in Basel sehen konnten, hat uns wirklich gefallen», meint Hansen zu der wenigen Zeit, die sie in der Schweiz Zeit hatten neben dem Turnier.

Zwei Schachwelten

Während die beiden Jugendlichen eine Leidenschaft verbindet, könnten die Ausgangslagen nicht unterschiedlicher sein. Während van Kampen aus den traditionell starken Niederlanden mit einer grossen Schachreputation kommt, kämpft Hansen mit einem eher durchschnittlichen Ruf des Schachs im nördlichen Kanada. «Ich besuche in den USA eine Universität und erhalte dort durch ein Stipendium die Möglichkeit, Schach zu spielen in der Universitätsliga. Eine solche Förderung wäre in Kanada nicht möglich.» So musste der 20-jährige Kanadier auch schon mit 12 Jahren selbstständig an Turniere reisen. Diese Probleme kennt der 18-jährige Grossmeister aus dem Benelux-Staat nicht. «Wir haben ein starkes Team in den Niederlanden und können so gut zusammen trainieren. So war ich auch immer mit anderen unterwegs und war kaum auf mich allein gestellt.»

Vernetzt rings um den Globus

Die beiden jungen Spieler kennen aber auch viele Vorteile des Denksports, wie van Kampen erklärt: «Man lernt viele Leute rund um die Welt kennen und reist auch viel.» So lernten sich die beiden bei verschiedenen Jugendanlässen besser kennen und wurden Freunde, wie Hansen erzählt: «Wir haben uns bei der Junioren-Weltmeisterschaft und schon früher bei verschiedenen Turnieren für Junioren kennen gelernt. So hat man im Schach schnell einmal Freunde rund um den Globus, was ganz speziell ist.» Schach sei aber nicht ihre einzige Leidenschaft. «Ich mache noch viele andere Dinge gerne. Ich muss manchmal sogar aufpassen, dass ich das Schachtraining nicht vergesse neben den anderen Beschäftigungen», meint der junge Kanadier. Sie würden gerne andere Sportarten wie Basketball oder Fussball spielen in ihrer Freizeit und würden auch ins Fitnesscenter gehen, um sich in Form zu halten, wie van Kampen weiter erläutert.

Abschliessendes Duell gegen Grachev

«Schach ist ein sehr wettkämpferischer Sport. Das ist das, was mir gefällt. Ich liebe es zu gewinnen», sagt der junge Niederländer. Und er kann sich auch Hoffnungen im Basler Turnier machen. So konnte er gestern den Abstand auf den führenden Russen Boris Grachev verkürzen und ist nun punktgleich dahinter klassiert. Welchen Rang es schliesslich wird, entscheidet sich heute in der letzten Runde gegen eben diesen Boris Grachev. Hansen hingegen ist nicht ganz zufrieden mit seiner Performance: «Meine Leistung in den ersten beiden Partien war nicht ganz zufriedenstellend. Ich will jetzt einfach noch in die Top Ten des Turniers.»

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