Tennis
Ein rasanter Aufstieg – national und international

Rebeka Masárová hat im vergangenen Jahr grosse Fortschritte gemacht. Der Lohn war der Schweizer Meistertitel, den sich die 15-Jährige aus Riehen in der Zentralschweiz sichern konnte.

Fabio Baranzini
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Die erst 15-jährige Rebeka Masárová gibt auf dem nationalen, sowie im internationalen Tenniscourt Gas.

Die erst 15-jährige Rebeka Masárová gibt auf dem nationalen, sowie im internationalen Tenniscourt Gas.

Fabio Baranzini

Was Rebeka Masárová (N3, 32) am vergangenen Wochenende an den Junioren Schweizer Meisterschaften in Luzern gezeigt hat, war eine Demonstration. In den vier Partien auf dem Weg zum Titel in der Kategorie U16 gab die 15-jährige Riehenerin nur gerade 14 Games ab. «Die Resultate sehen klarer aus als das Geschehen auf dem Platz war. Meine Gegnerinnen haben gut gespielt, vor allem der Final war im zweiten Satz eng», wiegelt Masárová bescheiden ab. Trotzdem: Gerade in den höheren Alterskategorien kommt es nicht oft vor, dass eine Spielerin derart überlegen zum Titel eilt.

Für Rebeka Masárová, die fünf Jahre ihres Lebens in Barcelona gewohnt und trainiert hat und erst seit letztem Sommer wieder in Basel zu Hause ist, ist es der erste Schweizer Meistertitel. Ihre bisherige Bestleistung war eine Halbfinalqualifikation, die sie im letzten Sommer erreichte. «Es ist ein spezieller Titel für mich, weil es eine Premiere ist. Es war jedoch mein Ziel, dieses Turnier zu gewinnen und entsprechend intensiv habe ich mich darauf vorbereitet», erklärt Masárová.

Grosse Sprünge

Nicht nur wegen der intensiven Vorbereitung, sondern auch aufgrund der grossen Fortschritte, die Rebeka Masárová im vergangenen Jahr gemacht hat, war der erste Titelgewinn an den nationalen Nachwuchs-Meisterschaften keine Überraschung. Im Schweizer Ranking ist sie 2014 um exakt 40 Positionen nach oben geklettert und steht derzeit auf Rang 32. Noch beeindruckender ist jedoch ihr Aufstieg auf internationalem Parkett.

Obwohl sie erst 15 ist, steht Masárová in der Weltrangliste der unter 18-Jährigen derzeit auf Rang 178 und konnte im November bei einem Turnier in Frankreich gar ihren ersten Titelgewinn auf der ITF-Tour feiern. Noch vor einem Jahr wurde sie in dieser Rangliste gar nicht geführt, da sie zum damaligen Zeitpunkt noch keine Punkte gewonnen hatte. «Ich habe intensiv an meinem Aufschlag und meiner Konstanz gearbeitet. Zudem versuche ich, aggressiver zu spielen und die Ballwechsel zu bestimmen», beschreibt Masárová ihre Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten.

Top 50 als Ziel

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für die Fortschritte: Im Sommer hat die schweiz-spanische Doppelbürgerin mit slowakischen Wurzeln ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen und setzt seither auf die Karte Tennis. «Obwohl ich noch eine amerikanische Onlineschule absolviere, kann ich jetzt bis zu 25 Stunden pro Woche trainieren und vermehrt auch an Turnieren im Ausland teilnehmen.» Begleitet wird Masárová dabei jeweils von ihrer Mutter, die gleichzeitig ihre Trainerin ist, und ihrer älteren Schwester, die ebenfalls Tennis spielt und mit der sie jeweils trainiert.

In den kommenden Monaten soll Rebeka Masárovás Aufstieg im selben Tempo weitergehen. Im Juni will die 15-Jährige an den French Open der Junioren auflaufen, danach soll die Teilnahme bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon folgen. Und im August will Rebeka Masárová – quasi als Geschenk zu ihrem 16. Geburtstag – die Top 50 der Junioren-Weltrangliste knacken. Die Ziele gehen der derzeit wohl vielversprechendsten Basler Nachwuchshoffnung also garantiert nicht aus.