Tischtennis
Ein Schrei der Erleichterung ging durch die Halle

An der Schweizer Meisterschaft in Muttenz verteidigt der Oberwiler Nicola Mohler zwei seiner drei Titel. Noch im Herbst lag Nicola Mohler im Spital und kämpfte gegen seine Krebserkrankung an. Jetzt ist der Tischtennis-Spieler wieder zurück.

Patrick Pensa
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Nicola Mohler ballt seine Faust und schreit seine Erleichterung heraus. Noch im Herbst lag er im Spital und kämpfte gegen den Krebs. An der Schweizer Meisterschaft überhaupt wieder antreten zu können, war sein Ziel, sein Antrieb in der schwierigen Zeit. Jetzt ist er zurück.

Der Oberwiler gewinnt in Muttenz, wo er früher spielte, mit 4:0. Der Final ist eine Demonstration. Trotz seiner Überlegenheit ist der 24-Jährige während des ganzen Spiels hoch konzentriert. Erst nach dem letzten Punkt fällt die ganze Last von seinen Schultern. Im Jubel springt er auf den Tisch, geht dann zu seinem Bruder und lässt sich schliesslich auf den Boden fallen.

Der Weg zurück

«Dieser Sieg bedeutet mir unglaublich viel. Es geht nicht nur um den Titel, sondern vor allem um den Weg zurück», sagt Mohler, nachdem er sich wieder ein wenig gefasst hat. Dabei musste der Jusstudent nochmals eine Top-Leistung abrufen. Sein Gegner, der Routinier Thierry Miller, erwischte einen starken Tag und hatte gestern nicht ein Mammutprogramm wie Mohler, der zudem im Mixed-Doppel gewann und im Männerdoppel im Final stand.

Gerade die konstante Leistung über alle drei Finalspiele zeigt, dass Mohler auch physisch wieder der Alte ist. Er habe lange für sein Comeback gearbeitet und seinem Körper nach der Operation und der anschliessenden Chemotherapie die nötige Zeit zugestanden.

Seit seinem ersten internationalen Einsatz Ende Januar ist es stetig bergauf gegangen und auch die Sicherheit kehrte in Mohlers Spiel zurück. Nach dem Sieg seines vierten Einzel-Schweizer-Meister-Titels in Serie kann der Oberwiler nun auch international wieder durchstarten. Ende März finden in Dortmund die Weltmeisterschaften statt.

Muttenz bei den Männern top

Organisator Rio-Star Muttenz konnte vor allem bei den Männern überzeugen. Drei von vier Spielern in den Halbfinals hatten einen Bezug zum Serienmeister oder trainieren auch aktuell noch in Muttenz. Bei den Frauen erreichte Petra Kaufmann im Einzel den Viertelfinal und sicherte sich zusammen mit Klubkollegin Melanie Morillo die Bronzemedaille im Doppel.