Basketball NLA

Ein Sieg für das Prestige und Vertrauen: Die Starwings gewinnen gegen Luzern mit 67:65

Starwings-Spieler Justin Mitchell spielte gut – und hätte dennoch auch der Matchverlierer sein können...

Mit dem dritten Saisonerfolg rücken die Starwings zum Duo Pully/Lausanne und Central Luzern auf. Dennoch sind die Playoffs – hiefür wäre Rang 8 nötig – in weiter Ferne. Die Partie gegen Central Luzern war, wie erwartet, emotional, spannend, zuletzt sogar dramatisch.

«Es war ein echter Krimi», meinte ein Starwings-Anhänger nach dem letzten Sirenenton. Und damit hatte der Birsfelder recht. Dabei hätten es die Unterbaselbieter niemals so spannend machen müssen, denn nach 32 Minuten führten die «Wings» mit 57:47, doch un­erklärliche Eigenfehler (im Tennis würde man von «unforced errors» in Serie sprechen) führten dazu, dass die Luzerner den Anschluss bewerkstelligen konnten. Und mit dem letzten Ball hatten sie die Möglichkeit, die Partie auszugleichen – oder gar mit einem Drei­er zu gewinnen. Dies wären zwei für Central wichtige Punkte im Kampf um Platz 8 (gegen Lugano) gewesen.

Bei den Starwings gefiel – mit Abstrichen - das etablierte Profi-Trio. Justin Mitchell kann vieles gut, einiges sogar sehr gut. Was er (noch?) nicht kann, ist ein Team zu führen. Vor allem in ent­scheidenden Phasen. Da rutscht er schon mal aus, verirrt sich unter dem geg­nerischen Korb, wo er an den Zweimeter-Leuten des Gastes abprallt oder verwirft Freiwür­fe.

Ein frischer Wind

Anto­nio Hester war ab und zu diskret, in den wichtigsten Phasen war er präsent und Basket-Kenner sehen, dass er der einzige der 18 eingesetzten Aktiven ist, der von einer höheren Liga träumen darf – oder diese bereits (in Spanien) erlebt hat.

Schön, dass mit Alexis Herrmann (ihn wünschte man sich länger auf dem Feld) ein frischer Wind ins oft statische und daher träg-lethargische Starwings-Spiel kam. Sébastien Davet ist ein Wir­belwind – alleine die Orientierung auf dem Platz hat er noch nicht intus. Und Alessandro Verga machte in den Endminuten eine starke Defense; dass er in der Offensive, wie Bra­nislav Kostic, keine Punkte macht, ist halt so.

Affront, Ärgernis und Zumutung

Und dann gibt es den Vorweihnachts-Zuzug namens Ryan Smith. Auf die Gefahr hin, dass man sich wiederholt. Dieser 211 Zentimeter lange Amerikaner ist vieles und ein freundli­cher, kluger Mann – aber (Profi-)Basketballer ist er nicht. Wer in der beschaulichen Schweizer Liga mit Ach und Krach einen Ball in den Korb würgt, kei­nen Rebound holt (ausser der Ball fällt ihm zweimal, einer Pflaume gleich, in die Hand), weder explosiv und schon nicht sprungkräftig ist, der hat auf einem Basket-Court nichts verloren. Auf dieser Position dürfte man schon in Lörrach oder St. Louis einen besseren Mann finden…

Jeden­falls ist Mister Smith ein konstantes Ärgernis, das zum Glück nur noch fünf Matches dau­ern wird. Wer diesen Zuzug getätigt und abgesegnet hat, war in je­nem Moment jedenfalls in einem absoluten Formtief...

«Ich bin nicht zufrieden. Gut, mit dem Resultat schon, aber nicht mit der Leistung». Der dies sagt, heisst Pascal Donati und gab nach Abpfiff schonungslos zu, dass «es keine gute Basket-Kost war. Wir werden das intern besprechen; wir wiesen zu viele Eigenfehler auf, unser Spiel hatte zu wenig Struk­tur; aber es war eine starke Willensleistung, an dem alle partizipiert haben», so Donati, der wieder die Geschicke der Mannschaft in die Hand ge­nommen hat und in sechs Partien doch drei Siege feiern durfte. Mit dieser Bilanz, über die gesamte Spielzeit hinweg, wären die «Wings» im Mittelfeld…

Central hatte den Matchball

Luzern ist primär ein solides Stammquintett, das weniger Fehler als ihre Antipoden von der Sporthalle Birsfelden beging. Ihr sechster Mann (Laurent Zoccoletti) konnte nur marginal helfen, denn der Zürcher war schnell foulbelastet. Und die restlichen Kaderspieler sind allesamt sehr, sehr jung – mitunter das Beste, was die Schweiz in diesen Jahrgängen (2001, 2002 und 2003) zu bieten hat.

Und mit Marco Lehmann verfügt Central über einen natio­nalen Akteur, der schneller denkt, schneller rennt, schneller wirft und, in der Regel, besser trifft als die nationalen Starwings-Akteure. Zum Glück hatte der Ex-Aarauer sein Fernvisier schlecht eingestellt – ein Dreier von sieben Versuchen ist keine gute Quote. Ansonsten der Gast die Partie gewonnen hätte.

In einer Woche gastieren die «Wings» in Lausanne. Diese haben ein ausländisches Top-Quartett, jedoch keine Breite in ihrem Kader. Mit einem Sieg würden die Unterbaselbieter das Schlusstrio anführen – und eventuell den 8. Rang «riechen». Dazu wird es aber gene­rell einer Leistungssteigerung brauchen. Und vielleicht täten sie gut daran, wie Central Lu­zern nur mit drei ausländischen Profispielen zu agieren, denn zeitweise war Smith eher eine Hilfe für den Gast aus der Innerschweiz.

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