Noch fünf Siege fehlen dem FCB zur Verbesserung des eigenen Startrekords aus der Saison 2003/04. Mit einem Sieg morgen in St. Gallen wäre zumindest das perfekte erste Saisonviertel bereits Realität. «Primär will ich das neunte Spiel gewinnen. Mit einer weisse Weste aus dem ersten Saisonviertel zu gehen, wäre schön, aber Serie und Sieg sind zwei paar Schuhe», sagt FCB-Trainer Urs Fischer, der öffentlich natürlich noch nicht an vom Startrekord träumt. 

Den 11-Punkte-Vorsprung in der Tabelle geniesst der Coach, doch er winkt sofort mahnend mit dem Finger: «Die Tabelle gefällt mir im Moment. Aber auch im letzten Jahr hatten wir nach acht Spielen 24 Punkte auf dem Konto und sogar zwölf Punkte Vorsprung auf YB. Drei Spieltage später waren es nur noch sieben.»

Die Bilder der 1:2-Niederlage 2015:

Damit diesmal nicht im neunten Spiel die ersten Punkte abgegeben werden, fordert der Coach nach dem glücklichen Last-Minute-Sieg gegen Lausanne von seiner Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung: «Es wird an uns liegen, dass St. Gallen den Positivtrend aus den letzten Spielen in Le Mont und gegen Thun (zwei Siege d. Red.) nicht bestätigen kann. St. Gallen hat uns in der Vergangenheit immer wieder das Leben schwer gemacht. Sie werden auch morgen kämpfen. Deshalb müssen wir eine andere Leistung zeigen als gegen Lausanne, um zu gewinnen.»

Fischer denkt dabei ausdrücklich nicht an das 7:0 beim letzten Gastspiel des FCB in St. Gallen im April, sondern eher an die 1:2-Niederlage im Herbst letzten Jahres. Es seien zwar einige neue Spieler gekommen, doch das Konzept des Trainers bleibe das Selbe. 

Zuffi einsatzbereit, Janko noch nicht

Verzichten muss der FC Basel nach wie vor auf den sich im Aufbautraining befindenden Manuel Akanji und auf Stürmer Marc Janko, der zwar Fortschritte macht, doch für den die Partie in St. Gallen noch zu früh kommt. Eine «Option für das Aufgebot» ist dagegen wieder Luca Zuffi. Da der Mittelfeldstratege in letzter Zeit allerdings wenig trainiert hat, ist damit zu rechnen, dass Zuffi wenn überhaupt zunächst auf der Bank Platz nimmt.

Neues aus der Systemdebatte

Wie sich der FCB gegen St. Gallen formiert - ob mit Dreier- oder Viererkette - verrät der Coach selbstverständlich nicht. «Primär wollen wir unser System dem Gegner aufzwingen. Aber es werden in der Zukunft Spiele kommen, wo das nicht möglich sein wird», sagt Fischer und lässt dabei durchklingen, dass die Dreierkette vor allem für die Champions-League-Spiele eine Option sein soll.

Dennoch warnt der Trainer davor, alles zu sehr am System festzumachen und die Sache zu starr zu sehen: «Schlussendlich kommt es darauf an, wie man das System interpretiert. Man kann sich im 3-5-2 sehr offensiv aber auch sehr defensiv formieren. Sowieso gibt es vor allem im Angriff immer eine Vermischung der Systeme. Wir spielen ja auch im 4-3-2-1 - dem System in dem wir am besten sind, das wir beherrschen und wo die Automatismen greifen - im Spielaufbau mit einer Dreierkette.» Die Vorteile des 3-5-2 seien, dass man im Mittelfeld und Angriff einen Mann mehr habe und defensiv mit einer Fünferkette die gesamte Breite des Platzes abgedecken könne. Das verlange von den Aussenspielern jedoch natürlich ein enormes Laufpotenzial. 

Ex-FCB-Stürmer Albian Ajeti (l.) ist von Augsburg an St. Gallen ausgeliehen und trifft gegen Thun gleich zum 2:1-Siegtreffer.

Ex-FCB-Stürmer Albian Ajeti (l.) ist von Augsburg an St. Gallen ausgeliehen und trifft gegen Thun gleich zum 2:1-Siegtreffer.

«Natürlich war das gegen Lausanne keine Paradeperformance, doch ich bin froh, dass wir das Experiment zur Pause nicht abgebrochen haben. Je länger das Spiel dauerte, desto besser kamen meine Spieler mit der neuen Formation zurecht», so Fischer weiter.

Nach dem Schlusspfiff in St Gallen widmen sich Coach und Mannschaft dann dem dritten und wichtigsten Auswärtsspiel in nur einer Woche: dem Champions-League-Kracher gegen Arsenal London. Ob der FCB Arsenal-Coach Arsène Wenger dann mit Dreierkette überrascht oder gar während dem Spiel das System ändert? Wir werden es sehen. Die Option hat sich Fischer zumindest erschaffen.

Weil der FCB erst ab Sonntag Fragen zu Arsenal London zulässt, stellen wir die Fragen in unserem Arsenal-Quiz an Sie.