Es lief die 93. Minute und nur noch wenige glaubten da noch an einen Treffer für Basel. Da fasste sich Rinast auf der linken Angriffsseite ein Herz und brachte den Ball Richtung Zürcher Gehäuse, wo Seraina Friedli das Spielgerät hinter sich ins Netz passieren lassen musste. Sekunden vor dem Abpfiff hatte das Team von Trainerin Sissy Raith gar noch die Chance zum Sieg, als nach einer Ecke gleich dreimal der Ball aus dem Gewühl irgendwie Richtung Tor befördert wurde.

Nach einer Viertelstunde des Abwartens begann Basel etwas mehr Druck zu machen. Das Heimteam musste gewinnen, so dass der FCZ darauf spekulieren konnte, dass etwa Martina Moser das gefährliche Offensivduo Fabienne Humm und Patricia Willi entscheidend lanciert. In der 32. Minute wurde aber Rinast mit einem weiten Zuspiel aus dem Mittelfeld auf die Reise geschickt. Sie gewann das Laufduell mit der routinierten Caroline Abbé und schoss den Ball aus dem Lauf ins Tor. Ab da war Basel die bessere, stilsicherere Equipe und kam zu keiner Zeit in Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben.

Kein Abseits?

Der FC Zürich musste je länger das Spiel dauerte, desto mehr machen für die Offensive. Und es kam mehr. FCB-Trainerin Raith meinte zu dem, was nach einer Stunde auf dem Rasen passierte: «Es war nicht, dass wir zusehends Kraft verloren, sondern einerseits kam Zürich stärker, hat ein routiniertes Angriffsduo, aber uns gelingt es einfach nicht, ein Spiel über die volle Distanz in hohem Rhythmus zu spielen.»

Die Gäste tauchten häufiger und gefährlicher vor dem von Stenia Michel gut gehüteten FCB-Tor auf. In der 69. Minute reagierte Humm am schnellsten und beförderte den vom Pfosten abgeprallten Ball zum Ausgleich ins Tor. Ein Treffer, der sich abgezeichnet hatte. Weitere Möglichkeiten zur Führung waren da, während Basel immer seltener im gegnerischen Strafraum auftauchte. In der 85. Minute dann der vermeintliche KO-Schlag.

Julia Stierli köpfelte das Spielgerät, nur von Klubkollegin Humm bedrängt, an Michel vorbei ins Tor. Aber die grosse Frage: standen nicht gleich beide Zürcherinnen im Abseits? Basel haderte kurz, doch dann besannen sich die Spielerinnen und machten nochmals Druck. Wer weiss, ob dieser Treffer von Rinast zum 2:2 am Ende nicht noch wichtiger sein wird.

«Wir geben nicht auf»

Am Rande wurde auch viel über die getroffenen Massnahmen diskutiert. Raith sagt es nicht explizit, aber wäre alles so weitergelaufen wie bisher, sie wäre wohl auch noch immer Trainerin. Es wurde auf der Tribüne bereits auch gerätselt, welche Spielerinnen nächste Saison noch das FCB Dress tragen werden. Bei nur noch zwei Ausländerinnen kann man diese Gedanken machen. Offen ist auch, ob ambitionierte Leistungsträgerinnen dann nicht auch einen anderen Weg gehen möchten. Sissy Raith mag nicht so weit blicken.

«Mich ärgert ein wenig, dass wir es nicht schafften, hier den Sieg zu holen. Die erste Hälfte war ganz stark von uns, dann fielen wir aber wieder in alte Fahrwasser zurück. Ob das Unentschieden sich wie eine Niederlage anfühlt? Irgendwie schon. Wir geben aber nicht auf, wir schienen schon mehrmals geschlagen und kämpften uns immer wieder heran. Wir müssen uns jetzt auf unsere Aufgaben konzentrieren und die erledigen. Dann sehen wir, was dabei herauskommt.»