Basketball
Ein Spiegelbild einer verflixten Saison: Die dezimierten Starwings verloren beim BBC Monthey klar mit 53:79 (27:41)

Zum Glück war es keine «Finalissima» um den 8. und letzten Playoff-Platz. Denn ohne Spielmacher und Topskorer verkamen die Baselbieter zum Spielball des Noch-Schweizer-Meisters, der eine ungewisse Zukunft hat.

Georges Küng
Drucken
Starwings

Starwings

Kenneth Nars

Nachdem die Starwings in den letzten drei Matches «en grand complet» spielen konnten und gegen die schwächeren Mannschaften (unter anderem in den Derbies gegen Luzern und Winterthur) auch zu feinen Erfolgen gekommen waren, reisten sie erneut mit einer «Not»-Equipe ins Wallis.

Denn mit Petar Babic fehlte der Denker und Lenker der Unterba­selbieter. Und auch Allyn Hess, der superbe Distanzwerfer und 20-Punkte-Mann, war in­disponibel. Aber selbst ein Sieg hätte nicht mehr für Platz 8, und somit den letzten Playoff-Rang, gereicht.

Von allem zu wenig...

Dass die Spielzeit 2017/18 so früh wie nie zuvor die letzten 12 Nationalliga-A-Jahre been­det ist, mag auf den ersten Blick ärgerlich sein. Es hilft aber, die Vereinskasse zu entlas­ten. Und mit einem Kader (das selbst in Bestsetzung quantitativ niemals für eine ganze Saison reicht), welches Wo­che für Woche mehrere, vor allem aber langwierige Ausfälle der (wenigen) Leistungsträger zu verkraften hatte, war Cheftrainer Roland Pavloski von Beginn an auf verlorenem Posten.

Auch Monthey hat viel – wenn auch selbstverschuldeten – Unbill. Auch die Walliser agier­ten nur noch mit zwei ausländischen Profispielern (den Amerikaner Markel Humphrey und den serbischen Center Uros Nikolic), doch die meisten Schweizer Akteure verfügen über mehr Erfahrung, und auch Substanz, als die jungen «Sternenflügel». Während die Bank­spieler des Schweizer Meisters doch 23 Zähler erzielten, schaffte es das Baselbieter Quartett gerade mal auf vier Pünktlein...

Lizenz erhalten

Andererseits erhielten die Starwings, wie neun andere Ligarivalen auch, die Lizenz für die nächste Spielzeit 2018/19. Monthey, notabene Schweizer Meister und anfangs Saison mit einem Millionenbudget agierend (dreimal mehr als die Birsfelder), muss am Montag vor dem nationalen Verband «antraben».

Im Wallis laufen bereits Rettungsaktionen, denn die Kasse ist klamm, die Personalpolitik verworren und die Zukunft der Klubtechniker un­gewiss. Ob jetzt Playoff-Matches gegen den Titelfavoriten Fribourg (wahrscheinlich drei Duelle, davon zwei kostspielige Auswärtsspiele) das grosse Glück sind, sei hinterfragt. Dieser Zusatzmonat dürfte die Walliser gut und gerne nochmals 30'000 Franken Gehälter kosten.

An­dererseits dürfen sich die Starwings keine zweite Spielzeit wie heuer erlauben – mit we­nigen Ausnahmen waren die Matches eher ein Verkünden eines Lazarettes, denn der Ver­ein ist, als einziger A-Ligist (auch wenn man es gerne verschweigt), nicht in der Lage, auf Ausfälle reagieren zu können.

Oder im Laufe der Saison, wie andere Rivalen, nationale Talente nach Birsfelden zu holen. Und schaut man sich den «zweiten Anzug» (wir nehmen hier die Profispieler sowie Alexis Herrmann, Bra­nislav Kostic und Brunelle Tutonda aus) und die Nachwuchsakteure an, so beschleicht einem das Gefühl (das aber mit Fakten und Zahlen belegt ist!), dass für sie alle die Nationalliga A eine gänzlich andere Galaxy und Di­mension ist...

Aktuelle Nachrichten