Fussball 1. Liga

Ein Spitzenkampf, der nur Gewinner kannte – Die Black Stars und der GC-Nachwuchs trennen sich 3:3

Das Spiel zwischen GC U21 und dem FC Black Stars war Emotionen und Spektakel pur.

Das Spiel zwischen GC U21 und dem FC Black Stars war Emotionen und Spektakel pur.

Was für ein Spiel voller Dramatik und Emotionen, das bis zum Abpfiff spannend war. Die beiden noch ungeschlagenen Mannschaften der Gruppe 2 in der 1. Liga zeigten allerbeste Fussballkost und erhielten zurecht einen langen Endapplaus.

Wo anfangen? Bereits vor Anpfiff gab es Ärger und Hektik. Fabian Hänggi, der Unpartei­ische, akzep­tierte die Gäste-Trikots (blau-weiss) nicht, weil sich diese zu sehr dem „Blägg“-Dress äh­nelten. Ein Entscheid, den niemand nachvollziehen konnte, denn um 15 Uhr nachmittags, bei klarer Sicht, blauem Himmel, viel Sonnenschein und milden Tempe­raturen, waren die Trikots eigentlich zu unterscheiden.

Dennoch musste der Gast von der Limmat mit einem Überzug auflaufen – ohne Nummern. Dies erschwerte die Arbeit des Platzsprechers (der dies auch öffentlich kundtat), der gutgelaunten Zuschauer – und auch der Medien­schaffenden.

GC unverschämt gut

Die erste Tormöglichkeit hatte, gleich nach Anpfiff, der Platzklub. Doch dann spielte prak­tisch nur noch der „Hoppers“-Nachwuchs. Und sie taten es unverschämt gut. Technisch versiert, schnelle, sichere Ballstafetten und mit viel Druck auf das Basler Tor. „In den ers­ten 45 Minuten waren die Grasshoppers stark, sehr stark sogar. Da liefen wir meist dem Ball und Gegner hinterher“, erklärte Black-Neuzuzug Silvan Dünki, der selber Erfahrung aus der Challenge League mitbringt. Die Zweitore-Führung für GC war hochverdient.

Starke Reaktion

Doch in der zweiten Halbzeit glich sich das Geschehen immer mehr aus. Eine erste Schlüssel­szene spielte sich in der 54. Minute ab, als Dirk Carlson zur Notbremse greifen musste. Die­ser 20-jährige Innenverteidiger ist übrigens Luxemburger und spielt bereits im A-Natio­nalteam des Grossherzogtums. Und gilt als Mann der Zukunft für eine höhere Liga. 

Es war Donat Rrudhani vergönnt, auf der „Blägg“-Matte das Tor des Jahres zu erzielen. Der Ex-OB-Akteur nahm aus 18 Metern eine weite Kreuzflanke volley ab – und der Ball blieb förm­lich im Torwinkel stecken.

Doch auch in Unterzahl blieben die „Hoppers“ aktiv und ge­fährlich – und der „erfahrene“ Nikola Gjorgjev (21, der eigentlich für das Fanionteam vorgesehen ist) holte geschickt einen Elfmeter heraus. „Das Foul war vor dem Strafraum“, ereiferte sich FCBS-Hüter Steven Oberle.

Doch der Verursa­cher, Dünki, widersprach. „Nein, dieser Penalty ist vertretbar, das zweite Halten meiner­seits, nach der ersten Inter­vention, war im Strafraum“. Auch solch ein Eingeständ­nis (und Fairness) zeichnet einen grossen Fussballer aus!

Fast noch gewonnen

Doch auch dieser Zweitore-Rückstand sollte nicht zur ersten Saisonniederlage führen. Denn 130 Sekunden später bewerkstelligte Ermin Alic den Anschlusstreffer (ein abgelenk­ter Schuss) zum 2:3.

Und dann begann es im Zürcher Strafraum noch mehr zu „brennen“. Jetzt war es ein Spiel auf ein Tor. Das zahlreiche Publikum bildete hiezu nicht nur eine prächtige Ku­lisse, sondern es war – erstmals seit langer Zeit – auch eine Art „12. Mann“. Und Einwech­selspieler Dino Babovic behielt die Nerven, um in der 88. Minute einen Hän­deelfmeter zu verwandeln.

Und das Leiden der „Hoppers“ ging weiter. In der ersten Nach­spielminute setzte Babovic einen Kopfball, nach einer Traumkombination, knapp am Tor­pfosten vorbei – es fehlte keine 20 Zentimeter, damit aus der vermeintlichen Verlustpartie ein Triumph ge­worden wäre.

Mindestens Promotion-League-Niveau

Die letzte Aktion spielte sich nochmals 18 Meter vor dem Black-Gehäuse ab. Aus einem Freistoss wurde ein letztes „Techtelmechtel“ – und plötzlich lag Fabio Fehr am Boden. Doch der 18-jährige Einwechselspieler, der gar theatralisch umgefallen, wurde gemäss Ref Häng­gi nicht Opfer einer provozierten Tätlichkeit, sondern setzte mit einer Unsportlich­keit, die zum Platzverweis führte, den Schlusspunkt hinter einem Match, der mindestens auf Pro­motion-League-Niveau ausgetragen wurde. Dass beide Equipen ungeschlagen bleiben, zeigt, dass hier zwei Grosse am Werk waren.

Näherrücken an der Spitze

Eigentlich hätten beide Teams drei Punkte verdient. Der Gast aus Zürich für seine super­ben ersten 45 Minuten, die Basler für ihre grandiose zweite Halbzeit und den nie nachlas­senden Kampfgeist.

Nebst der spielerischen Substanz besticht die Black-Stars-Ausga­be 2018/19 mit Moral, Kollektivsinn, Solidarität und Wille. Das sind allerbeste Voraussetzung­en, um weiterhin an der Spitze zu bleiben, auch wenn Biel und Solothurn sowie GC (ein Spiel weniger) um den Gruppensieg bestimmt auch ein Wort mitreden wollen und wer­den.

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