Ein Blick auf die Rangliste der 1. Liga (Gruppe 2) genügt. Auf der einen Seite steht „Congeli“, das sich seit Saisonbeginn stets auf den drei letzten Plätzen wiedergefunden hat und als Saisonziel einen gesicherten Mittelfeldplatz herausgegeben hatte. In Tat und Wahrheit wusste man jedoch, dass die zweite Spielzeit in der 1. Liga „sehr schwer sein würde. Umso mehr, als wir an Substanz verloren haben und die neuen Spieler allesamt aus unteren Ligen kommen“, wie Concordia-Trainer Peter Schädler bereits nach der Auftaktpartie im August bei der 0:2-Niederlage auf dem Buschweilerhof sagte.

Auf der anderen Seite die Black Stars, die aus ihren Ambitionen keinen Hehl machen. Angetrieben und geführt von Sportchef Peter Faé, ist „das Erreichen der Aufstiegsrunde unser Ziel. Wir müssen also entweder Platz 1 oder 2 belegen - oder einer der beiden bestklassierten Dritten sein. Im letzten Jahr haben wir die Aufstiegspoule gerade mal wegen zwei Toren verpasst“, so Faé, welcher übrigens das UEFA-Trainerdiplom A besitzt, was oftmals vergessen geht - und somit auch einen Super-League-Verein trainieren könnte.

Keine Schadenfreude

Am letzten Samstag siegten die „Schwarz-Sterne“ gegen den YB-Nachwuchs mit 2:1. Und weil der Match zwei Stunden vor Concordia gegen Luzern U21 angefangen hatte, machten sich Faé und Black-Stars-Trainer Samir Tabakovic (ehemals Profispieler beim FC Basel) auf den Weg in den Rankhof, um den heutigen Rivalen zu beobachten. Und was sie dort sahen, „tat sehr weh. Wer glaubt, dass eine 1:12-Kanterniederlage in uns Schadenfreude ausgelöst hätte, irrt gewaltig“, so Faé.

Dieser relativiert den Concordia-Auftritt nicht, gibt aber zu bedenken, dass „wir auch schon – wie in Kriens beim 1:7 - unter die Räder gekommen sind. Aber wir haben danach umgehend reagiert. Und vor zwei Wochen spielten wir in Luzern gegen diese junge, sehr talentierte U21-Equipe.

Wir hätten nach fünf Minuten mit 0:3 im Rückstand liegen können. Aber es stand nur 0:1. Wir kamen ins Spiel zurück und konnten mit dem nötigen Glück mit 3:2 gewinnen“, so Faé. Und Tabakovic ergänzt: „Dieses 1:12 macht unsere Ausgangslage nicht einfacher. Denn ich weiss, dass Concordia besser aufspielen kann. Und ein Stadt-Derby kennt keinen Favoriten“, so der Bosnier. Und fügt die alte, stets gültige Binsenwahrheit an, dass „jede Partie anders ist und immer bei 0:0 anfängt“.

Nachwuchskader zu gross

Einen interessanten Aspekt wirft Faé noch ein. „Die Einführung der 2. Liga interregional hat dazu geführt, dass es zu wenig gute Fussballer für die vier regionalen Erstliga-Teams hat. Und ich moniere auch, dass die Nachwuchskader des FC Basel zu gross sind. Zu viele Jungs träumen von einer grossen Profikarriere und merken zu spät, dass es ihnen für ganz oben nicht reichen wird. Es wäre besser, wenn sie sich früher einem Erstligisten anschliessen würden. Und nicht erst mit 21 Jahren, wenn sie bereits desillusioniert sind“.

Mögen die sportlichen Resultate zwischen Concordia und Black Stars diametral sein. Zwei Gemeinsamkeiten haben sie dennoch: Beide Vereine spielen (noch?) in der gleichen Spielklasse. Und beide Traditionsklubs wurden im Jahre 1907 gegründet und gemeinsam am 1. Juli vor 107 Jahren in den Schweizerischen Fussballverband aufgenommen.