Snooker
Ein teaminternes Duell im Viertelfinal der Basler Snooker Open

Im Viertelfinal der Basel Open traf der Rheinfelder Alexander Ursenbacher auf seinen Teamkollegen Nathanael Beckrich aus Mulhouse. Mit dem schlechteren Ende für den 15-jährigen Lokalmatadoren.

Patrick Pensa
Merken
Drucken
Teilen
Alexander Ursenbacher erwischte nicht seinen besten Tag. pensa

Alexander Ursenbacher erwischte nicht seinen besten Tag. pensa

Warten. Eine Eigenschaft, die ein guter Snooker-Spieler mitbringen muss. Seit einer Stunde sind die Achtelfinals der diesjährigen Basel Open gespielt. Bis auf einen: Die Partie zwischen Mohanraj Sivasubramaniam und Urs Freitag sucht noch immer ihren Gewinner. Jonni Fulcher, ein englischer Spieler, beschäftigt sich mit seinem Laptop.

«Das Warten gehört bei diesen Turnieren dazu. Ich entspanne mich, denke an etwas anderes, damit ich nachher wieder fokussiert bin.» Sein Rezept geht auf: Er soll es noch bis in den Final schaffen.

Das zweite «Maximum Break» in Basel

Das Basel Open ist dieses Jahr stark besetzt. Der Organisator und Präsident von Basel Snooker, Sebastian Lahrius, ist sehr zufrieden. «Das Turnier steigert sich kontinuierlich. So viele Zuschauer wie in diesem Jahr hatten wir noch nie», sagt der 30-Jährige, der nebenbei auch noch Einsätze als Schiedsrichter hat.

Highlight des Turniers bislang: Martin O’Donnell hat am Morgen den höchstmöglichen Break geschafft: 147 Punkte. Er hat also den kompletten Tisch abgeräumt, ohne dass sein Gegner auch nur zum Stoss kam. O’Donnell ist erst der zweite Spieler, der dies am Basel Open geschafft hat.

Mit Nervenstärke zum Ausgleich

Aus Basler Sicht interessiert natürlich am meisten das Abschneiden des Rheinfelders Alexander Ursenbacher. Der erst 15-Jährige ist bereits der beste Schweizer und konnte mit einer starken Vorstellung das letztjährige Turnier gar gewinnen. Vor einer Woche brillierte er an der U21-EM und kam als erster Schweizer in die Hauptrunde. Dort scheiterte er erst am späteren Europameister.

Ursenbacher steht im Viertelfinale. Er trifft auf den 17-jährigen Nathanael Beckrich aus Mulhouse. Der Elsässer ist der beste Junior Frankreichs und trainiert ebenfalls in Basel. «Es ist immer speziell gegen Alex zu spielen, er ist sehr gut», sagt Beckrich. Überraschend schnell steht es in dem Best-of-Five-Match 2:0 für Beckrich. Ursenbacher findet nicht ins Spiel, ihm unterlaufen immer wieder Fehler.

«Ich war wie blockiert», sagte er selbst. Der Rheinfelder zeigt aber Nervenstärke, steigert sich und kann schliesslich zum 2:2 ausgleichen. «Da dachte ich, jetzt mach in den Sack zu», sagte er nach dem Spiel zur neuen Ausgangslage.

Krimi beim Stand von 2:2

Obwohl der Schweizer scheinbar alle Vorteile auf seiner Seite hatte, entwickelte sich nun ein wahrer Krimi. Zum Schluss liegen noch die rosa und die schwarze Kugel auf dem Tisch. Ursenbacher muss beide versenken, um zu gewinnen, Beckrich reicht eine. Entsprechend kann er auf einen Fehler des Schweizers warten.

Stoss um Stoss neutralisieren sich die zwei gegenseitig. Bis Ursenbacher ein kleiner Fehler unterläuft. Beckrich versenkt eiskalt und kommt eine Runde weiter. «Ich weiss nicht, wieso es heute nicht geklappt hat, muss es aber dringend herausfinden», sagte Ursenbacher.

Beckrich scheitert im Halbfinale an Jonni Fulcher. Dieser wiederum im Finale an seinem Landsmann Martin O’Donnell, der damit nicht nur das maximale Break, sondern auch den Sieg auf die Insel entführen kann.