Starwings
Ein Überflieger von den Bahamas bei den Starwings

Der Basketballer Jaraun Burrows startet heute mit den Starwings in die 3. Qualifikationsrunde der Basketball Nationalliga A. «Der Star mit Flügeln» der Starwings erzählt über Kultur- und Kälteschocks und wie er zum Basketball kam.

Georges Küng
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«Der Mann von den Bahamas, der fliegen kann»: Jaraun Burrows.

«Der Mann von den Bahamas, der fliegen kann»: Jaraun Burrows.

Martin Töngi

Jaraun Burrows, Sie spielten in Schweden und der Slowakei. Wie schätzen Sie die Nationalliga A ein?

Jaraun Burrows: Es ist das erste Mal in meinen vier europäischen Saisons, dass ich in einer Liga bin, wo es so viele ausländische Profi-Spieler hat. Daher sind die Spiele in der Schweiz härter und intensiver.

Sie spielen im Team, das am wenigsten ausländische Profispieler und das kleinste Budget hat. Stört Sie das?

Nein, überhaupt nicht. Ich wusste genau, was mich bei den Starwings erwartet. Meine Aufgabe ist es primär, die Schweizer Spieler zu unterstützen und sie stärker zu machen.

Sie sind also eine Art «Entwicklungshelfer»?

Oh nein! Die Starwings verfügen über exzellente Schweizer Spieler. Sie müssen noch mehr Erfahrungen sammeln und sich mit starken ausländischen Profis messen. Das kann für die Entwicklung nur gut sein.

Dennoch gibt es in der Nationalliga A fünf übermächtige Rivalen, die ein Profi-Quintett unterhalten. Und vier «Kleine», die eigentlich chancenlos sind.

Das stimmt nur bedingt. Klar, Lugano, Fribourg, Genf, Vacallo und Monthey haben andere finanzielle Möglichkeiten. Wir haben aber beim 84:80-Heimsieg gegen Fribourg Olympic gezeigt, dass wir bei Vollbestand gegen jeden Rivalen unsere Chance haben. Zudem haben wir Nyon und SAM Massagno, obwohl diese mehr Ausländer in ihren Reihen haben, zweimal besiegt. Und auch Boncourt, das sich im Hinblick auf die 3. Runde massiv verstärkt hat, konnten wir in Birsfelden bezwingen.

Ohne Jenkins und Mccrory

Für die heutige Partie in Fribourg müssen die Starwings auf Brandon Jenkins verzichten, der im Dezember einen Muskelfaserriss erlitt. Nicht zur Verfügung steht zudem Anthony McCrory. Der Kanadier hat eine Knieentzündung, sodass die Baselbieter einzig mit Jaraun Burrows gegen ein Olympic spielen, das als fünften Ausländer Kenny Thomas (USA) als Spielmacher verpflichtet hat.

Die Freiburger standen am letzten Sonntag im Ligapokal-Finale, den sie gegen Lugano mit 75:92 verloren. Bei Olympic spielen auch die Nationalspieler Stefan Petkovic, dessen Bruder Miroslav bei den Starwings der Aufbauer ist, und Oliver Vogt aus Arlesheim.

Auch beim Gastspiel in Genf am Samstag werden die Starwings nur mit einem ausländischen Profispieler auflaufen. Cheftrainer Danijel Eric hofft, am übernächsten Sonntag beim Heimspiel gegen Boncourt wieder auf Brandon und McCrory zählen zu können. (GK)

Wie kamen Sie eigentlich zum Basketball?

Als Junge betrieb ich Leichtathletik. Als ich aber in einem Sommer gleich um rund zehn Zentimeter wuchs, meinte meine Mutter, ich solle Basketball spielen.

Hatten Sie, als Sie nach Europa kamen, einen Kulturschock?

Meine erste Station war Schweden. Dort sprechen alle Englisch und ich war sofort integriert. Der Schock kam erst, als ich in die Slowakei wechselte. Niemand sprach Englisch und das Leben war auf dem Lande nicht einfach.

Und wie fühlen Sie sich in Basel?

Trotz der momentanen Kälte bin ich hier sehr zufrieden. Die Stadt ist international und ich bin bei einem Klub, der sich – trotz bescheidener Mittel und Ressourcen – die allergrösste Mühe gibt, Brandon (Anm. d. Red.: Brandon Jenkins ist der zweite Profi in Diensten der Starwings) und mir beste Voraussetzungen zu bieten.

Was dürfen wir von Ihnen und den Starwings noch erwarten?

Ich hoffe, dass ich meine besten Leistungen in den Playoffs erbringe. Sollten wir komplett antreten können, so weiss ich, dass keiner der Spitzenteams in den Playoff-Viertelfinals auf uns treffen möchte. Sie wissen schon warum (lacht).