Schrecksekunde gestern im Nachmittagstraining des FC Basel in Estepona: Noch während des Aufwärmens muss Captain Marco Streller die Übungseinheit abbrechen und den knapp zehnminütigen Fussweg zurück ins Hotel antreten. «Ich verspüre ein Ziehen im Oberschenkel», sagt Streller, bevor er mit Physiotherapeut Dirk Wüst durch das imposante Eingangstor des «Grand Hotel Elba» verschwindet. Am Abend dann Entwarnung: Die Blessur stellt sich als leichte Verhärtung der Adduktoren heraus, Streller wird heute bereits wieder mittrainieren.

Magen-Darm-Grippe

Doch auch so hat der FC Basel mit einigen Problemen zu kämpfen. Zuerst musste Ersatzgoalie Germano Vailati am Montag die Reise nach Südspanien wegen einer Magen-Darm-Grippe absagen, er wird voraussichtlich am Wochenende dazustossen. Als Ersatz beorderte Trainer Murat Yakin Stefan Lapcevic (18) in den Süden. Der U21-Torhüter schnuppert somit erstmals Profiluft und wird laut Yakin auch nach Vailatis Eintreffen ins Spanien bleiben.

Seit Dienstag bleibt auch der neue Stürmer Raul Bobadilla dem Training fern. Möglich, dass sich der Argentinier bei Vailati angesteckt, denn ihn plagen die ähnlichen Symptome. Wie übrigens auch Cabral, der jedoch nur das gestrige Morgentraining ausliess. Gestern sass Bobadilla dick eingepackt auf der Bank neben dem Platz und schaute seinen Kollegen wehmütig zu. Heute soll er wenn möglich wieder einsteigen, das Testspiel am Freitag gegen Steaua Bukarest kommt aber wohl zu früh.

Zu guter Letzt stört der heftige Wind den Basler Trainingsbetrieb. Der optimal bespielbare Rasenplatz liegt direkt neben dem Hotel und somit auch in Schlagdistanz zum Mittelmeer. Deswegen weichen die Rotblauen nach Möglichkeit auf die Trainingsanlage «Marbella Football Center» im Landesinnern aus, auf der sie auch schon in den letzten drei Jahren gespielt haben.

FCB trifft auf Chinas Nationalteam

Nachdem am Morgen fleissig Angriffsauslösungen geübt wurden, streute Yakin gestern Nachmittag eine lockere Einheit ein. Auf dem Programm standen Fussballtennis und Torschusstraining. Der Trainer selber schlug vor einem der beiden Tore die Flanken und es war unverkennbar, dass Yakin das Gefühl trotz seines Karriereendes vor sechseinhalb Jahren kein bisschen verloren hat. Jede Flanke landete punktgenau beim Abnehmer. «Es macht Spass, ab und zu selber mitzumachen», so Yakin.

Natürlich bleibt das Leiten und Beobachten der Trainings die Hauptaufgabe des 38-Jährigen. Angesprochen auf den ägyptischen Testspieler Mohamed El Nenny, zeigte er sich angetan. «Er hat für sein junges Alter ein erstaunlich abgeklärtes Auftreten.» Der defensive Mittelfeldspieler wird sich morgen gegen Bukarest während einer Halbzeit in einem Wettkampf zeigen dürfen. «Dann werden wir mehr wissen», sagt Yakin.

Die Partie gegen die Rumänen findet im «Estadio Municipal de Marbella» statt. Es ist das erste Spiel eines Turniers, das der FCB in Spanien austrägt. Des Weiteren trifft Basel am Montag auf Dynamo Kiew, am Mittwoch auf Ferencvaros Budapest. Im vierten und letzten Testspiel anlässlich des Trainingslagers misst sich Yakins Team am kommenden Donnerstag mit der chinesischen Nationalmannschaft, bevor es einen Tag später zurück nach Basel fliegt.