Playoffs wurden eingeführt, weil man sich mehr Spannung erhoffte. Playoff-Serien sollen – im Gegensatz zu einem Dauerwettbewerb - den «Underdog» animieren, dem Favoriten eher Paroli zu bieten.

Aber davon sind die restlos überforderten Starwings-Basketballer weit entfernt. Hatten sie in der ersten Partie beim frischgebackenen Cupsieger und Titelfavoriten bis zur 30. Minute einigermassen mithalten können (60:68), so verkamen sie am Dienstagabend zu einem Spielball der Gastgeber. Wenn eine Mannschaft in einem Playoff-Match nach 20 Minuten mit fast 40 Punkten im Rückstand liegt, so darf über Sinn und Zweck solcher ungleicher Vergleich laut nachgedacht werden.

Sind Fribourgs Trainings anstrengender?

Oder um es in Worten vieler Zuschauer zu sagen: Jede Olympic-Trainingseinheit dürfte für die Aktiven von Trainer Petar Aleksic anstregender sein. Böse Zungen meinten sogar, das Einlaufen vor dem Anpfiff habe die Gastgeber mehr Schweiss gekostet.

Und der Gast kann nicht darauf hinweisen, dass Fribourg seine Stammkräfte forcierte. Beim Sieger spielten, ausser Nationalspieler Jonathan Kazadi, alle Grössen nicht mehr als 22 Minuten. Die drei ausländischen Profispieler (Derek Wright, Slobodan Miljanic und Andre Williamson) kamen zusammen auf 64 Minuten. Bei den „Wings“ standen ein orientierungsloser und peinlicher werfender Spielmacher Lorenza Ross (zwei von elf Feldwürfen fanden den Weg in den Korb…), ein frustrierter Topskorer Murphy Burnatowski und ein guter Devonte Upson während 93 Minuten auf dem Parkett in der einzigen reinen Basketball-Halle der Schweiz.

Es fehlte die Struktur bei den Starwings

Natürlich müssen und können die Starwings nicht gegen Fribourg gewinnen. Wäre dies der Fall, müsste sich der Renommierverein und Rekordmeister gänzlich hinterfragen. Andererseits gibt es Formen, wie man gegen einen substanziell viel besseren Rivalen verliert.

Man kann so etwas wie Struktur im Spiel zeigen. Man kann ein wenig Ehrgefühl entwickeln und versuchen, Eigenfehler zu minimieren und nicht jene Lösungen zu forcieren, die aussichtslos sind. Aber vielleicht sagen sich einige «Sternenadler», dass eine Niederlage – ob mit einem Punkt oder mit 50 Zählern – gleich schwer wiegt.

Am Sonntag haben die Starwings Saisonende

Nun, am Sonntagnachmittag wird die Saison 2015/16 beendet sein. Die Frage ist nicht, ob Fribourg auch die dritte Playoff-Partie in Birsfelden gewinnen wird. Einzig die Höhe des Sieges ist ungewiss.

Und der Status quo ist beim langjährigen Aushängeschild des Deutschschweizer Basketballes nicht länger tragbar, denn in der kommenden Saison werden zwei Grössen (Nyon und Pully) aus der Romandie aufsteigen, von denen viele Szenenkenner behaupten, dass sie bereits als B-Ligisten stärker als die drei alemannischen Vereine (Winterthur, Luzern und Starwings) sind…

Fribourg Olympic – Starwings 104:55 (59:21) 

Saint-Léonard. – 850 Zuschauer. – SR Tagliabue/Mazzoni/Emery.

Fribourg: Wright (12), Kazadi (20), Miljanic (8), Cotture (12), Williamson (7); Kovac (17), Fongué (8), Jurkovitz (7), Molteni (6), Leemans, Damjanovic (2).

Starwings: Ross (5), Kostic (1), Fuchs (3), Burnatowski (15), Upson (25); Sager (6), Verga, Lutz, Malisanovic.

Bemerkungen: Fribourg ohne Mbala und Monteiro (beide verletzt). – Starwings ohne Duspara, Matter (beide verletzt), Pavlovic (Schule) und Wachsmuth (Auslandsaufenthalt). – Viertelsresultate: 32:10, 27:11 (59:21); 22:19 (81:40) und 23:15 (104:55). – Fouls: Fribourg 16, Starwings 12.