Super League

Ein wichtiges Comeback: Der FCB gewinnt gegen Xamax nach Rückstand mit 2:1

Kommt von der Bank und schiesst den FCB mit seinem Tor zum 2:1 zum Sieg über Xamax: Arthur Cabral.

Kommt von der Bank und schiesst den FCB mit seinem Tor zum 2:1 zum Sieg über Xamax: Arthur Cabral.

Der FC Basel dreht die Partie gegen Xamax, gewinnt mit 2:1 und verkürzt damit den Rückstand auf YB.

Am Ende braucht es ihn eben doch. 58 Minuten lang kann sich Arthur Cabral entspannen, wie es sein Trainer vor Anpfiff sagt. Dann aber muss er es richten. Er, der aktuell so etwas wie die Lebensversicherung des FC Basel ist. Und so überrascht es nicht, dass es ausgerechnet der Brasilianer ist, der in der 75. Minute per Kopfball das 2:1 für die Basler erzielt, das Spiel gegen Neuchâtel dreht und somit für den Sieg sorgt. Einen sehr wertvollen Sieg. Aber von Anfang an.

Die Vorlaufzeit der Partie des FCB bei Xamax beginnt schon am Tag zuvor. Weil YB bei Thun mit 0:1 verliert, ist der Druck noch grösser. Den Ausrutscher gilt es auszunutzen. Mit einem Sieg kann der Rückstand auf YB wieder auf fünf Punkte verkürzt werden. Nur drei Tage, nachdem man den Anschluss an die Spitze nach der Pleite bei Luzern komplett zu verlieren drohte. Die Basler scheinen sich der Wichtigkeit der Partie bewusst, könnten durch Silvan Widmer früh in Führung gehen. Stattdessen erzielt der ehemalige FCB-Junior Musa Araz einen Treffer der Marke Traumtor. 1:0 für Xamax.

Erste Ängste kommen auf. Doch statt dass sich der FCB wie in Luzern nach dem ersten Gegentor aufgibt, kämpft er sich zurück. Ohnehin ist Basel bissiger als drei Tage zuvor, der Wille auf einen Sieg scheint ausgeprägter, die Bereitschaft für den Extrameter grösser. So dauert die Phase der Angst um eine weitere Niederlage nicht lange. Weil Valentin Stocker nur acht Minuten braucht, um Araz den Titel für das Tor des Tages zu klauen. Mit einem noch sensationelleren Treffer in das linke Lattenkreuz gleicht Stocker aus. Er, der gegen Luzern so vermisst wurde. Es fehlte an seiner Galligkeit und seinem Leadership. «Er hat eine grosse Präsenz gehabt. Von seiner Erfahrung her ist er natürlich wichtig», lobt Koller seinen Captain.

Erstmals seit Oktober ein Spiel gedreht

Aber nicht nur Stocker tut dem Basler Spiel gut, welches in seiner Gesamtheit konzentrierter, wacher und kreativer ist als beim Liga-Restart. Zwar schleichen sich noch immer zu viele einfache Fehler und Ballverluste im Spielaufbau ein, aber eine Verbesserung ist zu erkennen. Gerade auch im vertikalen Spiel. Und vor allem dann, als Cabral das künstliche Grün betritt. Sein viertes Tor in den letzten drei Spielen ist der Schlusspunkt einer Partie, welche Basel verdient gewinnt. Es ist der erst zweite Sieg für den FCB in den letzten acht Spielen (fünf Pleiten, ein Remis). Und vor allem ist es das erste Mal seit dem Cup-Spiel bei Lausanne-Ouchy am 30. Oktober, dass die Basler im Spiel ein Comeback schaffen und einen Rückstand drehen.

Es ist aber nicht nur ein Comeback über 90 Minuten, sondern auch eines im Meisterrennen. Wenn auch nur ein kleines. Schliesslich kann St. Gallen bereits heute wieder auf acht Punkte davon ziehen. Aber immerhin hat der FCB gezeigt, dass er noch lebt. Um den Anschluss - zumindest auf YB, vielleicht ja auch auf St. Gallen - halten zu können, braucht es den Verbleib Cabrals über den 30. Juni hinaus. Dann läuft sein Leihvertrag aus. Wie es weiter geht, ist nicht bekannt. Brasilianische Medien melden, dass der FCB ihn aufgrund einer Klausel übernehmen muss, nachdem er in Luzern sein zwölftes Tor erzielt hatte. Eine Klausel, «die mich nicht gross interessieren muss», wie Bernhard Burgener kurz vor Anpfiff bei Telebasel sagt. Man wolle den Spieler aber unbedingt behalten. Eine erfreuliche Aussage in einem sonst eher nichtssagenden Gespräch mit dem FCB-Präsidenten. Denn es zeigt: Den Wert Cabrals haben in Basel alle erkannt. Oder wie es Koller auf den Punkt bringt: «Je mehr er spielt, desto mehr kommt er in den Rhythmus.»

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