Nach den Niederlagen gegen die Westschweizer Spitzenteams aus Nyon und Lausanne-Ouchy wäre der sieglose Tabellenletzte YF Juventus der ideale Gegner für den FC Basel U21 gewesen, um in die Erfolgsspur zurückzufinden. Doch auch gegen die Zürcher mussten die Rotblauen als Verlierer vom Platz, der Aussenseiter siegte im Leichtathletikstadion St. Jakob mit 3:2.

Arjan Peço wischte den offensichtlichsten Vorwurf gleich vom Tisch: «Wir haben den Gegner nicht unterschätzt. In der Promotion League nimmt man jede Mannschaft unabhängig von ihrer Klassierung ernst!» Dennoch war dem Basler U21-Trainer nicht entgangen, «dass bei uns nicht viel zusammengelaufen ist.» Vielleicht lag es daran, dass diverse Akteure unter der Woche in den Nachwuchsnationalteams im Einsatz gewesen waren, jedenfalls war die Quote an Flüchtigkeitsfehlern ungewohnt hoch.

Die Gäste hatten bereits in der ersten Halbzeit ein leichtes Chancenplus gehabt und strebten mit zunehmender Dauer die drei Punkte an. «Sie waren athletisch besser und wir waren leider nicht in der Lage, spielerisch den Unterschied zu machen», stellte Peço zu seinem Ärger fest.

Auch wenn der Sieg der Zürcher nicht unverdient war, kam der entscheidende Treffer in der 82. Minute etwas glückhaft zustande. Der zuvor tadellose FCB-Goalie Niklas Steffen segelte an einem Cornerball vorbei, sodass das Spielgerät in der Folge wild durch den Fünfmeterraum flipperte.

Schliesslich landete der Ball bei YF-Abwehrchef Atila, der aus kürzester Distanz vollstreckte und den Baslern das Weekend verdarb. Das hatte auch Auswirkungen auf Arjan Peços Laune, nicht aber auf seine kämpferische Mentalität: «Wir haben die Qualität, um aus der Krise zu kommen!»

Katastrophe bei den Old Boys

Ein Basler Trainer, der ein anderes K-Wort verwendete, war Aziz Sayilir. Obwohl seine Old Boys im 1.-Liga-Heimspiel gegen die U21 des FC Luzern aus einem 0:1-Pausenrückstand einen 2:1-Sieg gemacht hatten, sparte er nicht mit Kritik, als er die erste Halbzeit Revue passieren liess: «Gemessen an dem was meine Mannschaft kann, war das eine Katastrophe!» Ihm hatte insbesondere missfallen, dass seine Equipe zu abwartend agiert hatte. «Wenn man gegen ein Team nicht abwarten sollte, dann gegen diese jungen Luzerner!»

Ein paar laute Worte Sayilirs in der Garderobe sorgten schliesslich dafür, dass die Gelbschwarzen nach dem Seitenwechsel ein anderes Gesicht zeigten. Sie gingen viel entschlossener in die Zweikämpfe und kamen auch zu mehreren hochkarätigen Chancen.

Bis der Ausgleich fiel, dauerte es aber 70 Minuten, dann schloss Sidy Dieng eine schöne Kombination mit dem 1:1 ab. Der Senegalese wurde in der 86. Minute endgültig zum Matchwinner, als er in der 86. Minute bei einem Konter den zu weit aufgerückten Gästen enteilte und allein vor Torhüter Luca Bühlmann die Nerven behielt.

«Aufgrund der Leistungssteigerung nach der Pause ist der Sieg verdient», durfte Aziz Sayilir doch noch konstatieren, schob aber nach: «So wie in der ersten Halbzeit dürfen wir nicht mehr auftreten.» Vielleicht dachte er dabei bereits an den nächsten Samstag, wenn es zum Derby bei den Black Stars kommt.

Der Leader war im Auswärtsspiel in Langenthal in der 52. Minute zwar in Rückstand geraten, zeigte aber in der Folge – um bei den K-Worten zu bleiben – seine Klasse. Valon Muslija (62.) und der eingewechselte Donat Rrudhani in der Nachspielzeit sorgten in der Folge für die Wende im Sinne des FC Black Stars.