«Physisch, technisch und taktisch war das ein anderes Niveau», meinte Sohail Bamassy anerkennend. Der Trainer des FC Allschwil bekam wie seine Mannschaft am eigenen Leib zu spüren, wie es ist, als Amateurclub gegen Profis zu spielen.

Dass sich der FC Sion im Brüel gleich mit 10:1 durchsetzte, lag aber auch an der Gewissenhaftigkeit, mit welcher der Favorit zu Werke ging. «Meine Spieler haben von der ersten bis zur 92. Minute die richtige Mentalität an den Tag gelegt», lobte Gästetrainer Stéphane Henchoz, der seinen Teil dazu beigetragen und mit Ausnahme von Stammgoalie Kevin Fickentscher (geschont) seine besten Spieler von Beginn an aufs Feld geschickt hatte.

Weil Birama Ndoye seinen Kopfball knapp neben das Tor setzte (8.) und Jared Khasa am stark reagierenden Marco Schmid scheiterte (15.), überstand der Aussenseiter die Startphase schadlos. Applaus holten sich die Baselbieter vor allem dann, wenn sie kämpferisch Akzente setzen konnnten. Jasmin Mbatchou überlief seinen Gegenspieler und holte einen Freistoss heraus (14.) und Robin Nüssli gewann innerhalb von wenigen Sekunden gleich zwei Duelle gegen Mickaël Facchinetti (18.).

«Ich hatte Gänsehaut»

Ausgerechnet nach dieser Phase, in der Allschwil den Favoriten längere Zeit vom eigenen Sechzehner fernhalten und etwas Ruhe ins Spiel bringen konnte, schlug der FC Sion zwischen der 21. und 25. Minute gleich dreimal zu und entschied die Partie. «Wir sind gegen einen Super-Ligisten vorne drauf gegangen und der Kräfteverschleiss hat sich zu diesem Zeitpunkt erstmals bemerkbar gemacht», erklärte Bamassy.

Dem Underdog blieb aber immerhin die Freude vergönnt, gegen die Walliser Cup-Spezialisten ein Tor zu erzielen. Als Rafael Fonseca in der 89. Minute den Ball an Keeper Anton Mitryushkin vorbei ins Netz stocherte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Die Mitspieler und die Fans hinter dem Tor stürzten sich auf den FCA-Stürmer, selbst Schiedsrichter David Schärli und Sions Anto Grgic klatschten mit Fonseca ab. «Ich hatte Gänsehaut», gab Sohail Bamassy zu. Er war nur einer von vielen.