Freitag, 16. März: Einen Tag vor dem vierten Spiel der Playoff-Halbfinalpaarung zwischen den Red Lions Frauenfeld und Unihockey Leimental. Es steht 2:1 in der Best-of-five-Serie für die Ostschweizer Favoritinnen, Tabellenführerinnen nach der Qualifikation. Deren Gegnerinnen aus Leimental haben sich überraschend für die Runde der besten vier qualifiziert.

Ihr Saisonziel war der Ligaerhalt. Plötzlich war die Chance da, viel mehr zu erreichen. «Natürlich freut uns das», so Noemi Mosimann, die den nächsten beiden Tagen mit wichtigen Toren ihren Stempel aufdrücken wird. Sie ergänzt: «Aber ein Aufstieg ist kein Thema.» Bereits zweimal hat Leimental Erfahrung in der NLA bzw. der Swiss Mobiliar League gesammelt. Zweimal ist man deutlich gescheitert.

Der Präsident von Unihockey Leimental, Christian Kühni, betont: «Längerfristig ist es ein Ziel, sich in der obersten Liga zu etablieren.» Förderung des Leistungssports sei auch 2006 der Grund gewesen für den Zusammenschluss dreier Vereine zu Unihockey Leimental. Kühni freut sich mit den NLB-Spielerinnen über deren momentanen Erfolg und wartet gespannt auf die Fortsetzung der Serie.

Samstag, 17. März, 16.00 Uhr/ Ettingen: Anpfiff der vierten Partie Leimental gegen Frauenfeld. Chancenplus für das Heimteam. Die Zuschauer werden ungeduldig, es dauert 18 Minuten, bis der Leimentaler Führungstreffer fällt. Die Freude währt nicht lange: Im zweiten Drittel gehen die Gäste 2:1 in Führung. Wars das?

Schon die letzten beiden Partien hat Frauenfeld klar für sich entschieden, ein Ausscheiden der Baselbieterinnen scheint immer wahrscheinlicher. Aber Mosimann, die später zur Spielerin der Partie gewählt wird, stemmt sich mit ihrem Team dagegen: erneuter Führungswechsel. Plötzlich sieht Leimental wieder wie der sichere Sieger aus. Doch 16 Sekunden vor Schluss fällt der 4:4-Ausgleich. Die Equipe von Ville Rynnäs ist nur kurz geschockt: In der 8. Minute der Verlängerung erzielt Mosimann das Siegtor. Jubel, Freude, 2:2 in der Serie.

Sonntag, 18. März, 16.00 Uhr/ Frauenfeld: Die Favoritinnen werden ihrer Rolle gerecht und bezwingen Leimental im fünften und entscheidenden Spiel in der Heimhalle knapp mit 3:2. Der Anschlusstreffer der Baselbieterinnen kurz vor Schluss kommt zu spät.

«Sie wollten einen Tick mehr gewinnen als wir», so Mosimanns Fazit über die Playoff-Serie. Die 30-Jährige ergänzt: «Wir sind stolz auf das Erreichte und freuen uns nun auf die Ferien.» Trotz dieser klaren Botschaft war die Enttäuschung – vielleicht aber auch die Erschöpfung – in ihrer Stimme nicht zu überhören. Dies ist jedoch auch kein Wunder, nach dieser Achterbahnfahrt der Gefühle.