Es war nicht gerade ein Abschied nach Mass für den Reinacher, der nach chronischen Rückenproblemen seine Karriere beendet und den Sharks zukünftig im Marketing tatkräftig zur Seite stehen will.

Trotzdem gab sich Voegele auch am Abend seines Abschieds kämpferisch. Der 30-Jährige schnürte noch ein letztes Mal seine Schlittschuhe in der NLB, um gemeinsam mit dem Kanadier Jamie Wright und dem talentierten Flügel Eric Arnold die zweite Sturmreihe zu bilden. Anstatt bloss für die Zeremonie zu kommen, ging es für «Voegi» noch einmal richtig zur Sache.

Ehrung für 400. Spiel

Nachdem er vor dem Anspiel für sein 400. Spiel für die erste Mannschaft geehrt wurde, stand seine Linie auch gleich für den ersten Puckeinwurf auf dem Eis und acht Minute später, als es zum ersten Überzahlspiel kam.

Das Powerplay endete erfolgreich als Arnold mit einem präzisen Schuss aus dem Bullykreis Cristobal Huet, den ehemaligen NHL-Torhüter im Lausanner Tor, zur 1:0-Führung bezwang. Zur Freude der Fans erhielt Voegele über die Lautsprecher den zweiten Assistpunkt zugesprochen, der später jedoch Verteidiger Sandro Gartmann angerechnet wurde.

Defizite gegenüber Spitzenteams

Wie schon am Dienstag bei der 1:6-Niederlage in Olten konnten die in der Hintermannschaft von Verletzungen geplagten Basler aber auch gegen Lausanne ihre Defizite gegenüber Spitzenteams nicht verbergen. Die Partie war von Fehlern auf beiden Seiten geprägt, doch am meisten zu profitieren wusste der Gegner vom Genfersee.

Der ehemalige Nationalstürmer Thomas Deruns, erst vor wenigen Tagen vom SC Bern gekommen, spielte zwar immer noch ohne Namen auf dem Trikot, meldete sich dafür mit dem Ausgleichstreffer zu Wort. Und kurz vor der ersten Pause sorgte Gaëtan Augsburger mit einem schnellen Angriff für den Führungstreffer der Waadtländer.

Ab Montag im Büro

An dieser Stossrichtung änderte sich im Rest des Spiels wenig. Colby Genoway traf in der 28. Minute im Powerplay und in der 45. Minute erzielte Deruns seinen zweiten Treffer, als sich Lausanne vor dem Tor festzusetzen vermochte. Sein Tor zum 4:1 brach den Baslern definitiv das Genick. Im kollektiven Tiefschlaf erhöhte der Junior Lionel Mauron drei Minuten später gar auf 5:1 und zwang Trainer Dany Gélinas zu einem Time-out. Und dann war das Spiel vorbei. Leider gab es für den Captain keine Krönung zum Abschied. «Es war nicht einfach heute Abend, ich hätte mir ein besseres Spiel gewünscht», sagte Voegele. «Nun geht eine Ära zu Ende.» Für die Mannschaft geht es morgen mit dem Auswärtsspiel gegen die GCK Lions weiter, für Voegele am Montag im Büro.

Telegramm:
EHC Basel Sharks - Lausanne HC 1:5 (1:2, 0:1, 0:2)
St. Jakob-Arena - 1259 Zuschauer. - SR: Clément, Abegglen/Zimmermann. - Tore: 9. Arnold (Wright, Sandro Gartmann/Ausschluss Fröhlicher) 1:0. 13. Deruns (Kamerzin, Conz) 1:1. 18. Augsburger (Berthon, Dostoinov) 1:2. 28. Genoway (Kamerzin, Huet/Ausschluss Dario Gartmann) 1:3. 45. Deruns (Fröhlicher, Reist) 1:4. 48. Mauron (Primeau, Borlat) 1:5. - Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Basel, 4-mal 2 Minuten gegen Lausanne.
Basel: Nyffeler; Schäublin, Höhener; Sandro Gartmann, Snell; Pienitz, Heinis; Wüthrich; Loichat, Roy, Schirjajew; Voegele, Wright, Arnold; Frunz, Dario Gartmann, Scherwey; Wittwer, Theodoridis, Gfeller; Boss.
Lausanne: Huet; Reist, Stalder; Chavaillaz, Fröhlicher; Fischer, Leeger; Kamerzin, Borlat; Le Coultre, Genoway, Setzinger; Deruns, Conz, Bürki; Augsburger, Dostoinow, Berthon; Primeau, Mauron, Antonietti.
Basel ohne Gerber, Leimbacher, Sataric, Scheidegger und Weisskopf (alle verletzt). Lausanne ohne Fischer, Gailland und Helfenstein (alle verletzt).