Es wirkt wie eine Szene aus einem Actionfilm: Kunststücke vorführen an einem rollenden Rad. Perfektes Timing, Grazie und Kraft sind gefragt in der Sportart mit dem Namen Rhönrad. Die Schweiz kennt ein Ausnahmetalent aus Basel: Cheyenne Rechsteiner. Die 18-Jährige trainiert nicht weniger als zwanzig Stunden pro Woche und zählt als die Nummer eins der hiesigen Juniorinnen. «Cheyenne gilt als die Revolutionärin und Trendsetterin des Schweizer Röhnradsportes», erzählt Trainerin Jocelyne Hänggi.

Und die junge Baslerin ist erfolgreich. An der letzten Weltmeisterschaft wurde sie bei den Juniorinnen in den Disziplinen Spiral und Gerade jeweils Dritte und im Mehrkampf Vierte. Bei den Schweizer Junioren-Meisterschaften ist Rechsteiner sogar Dominatorin: «Ich habe fünf Schweizer Meistertitel bei den Juniorinnen und drei in der Kategorie Schülerinnen erturnt.»

Wer an die Spitze gelangen will, muss trainieren. So übt Rechsteiner nicht weniger als zwanzig Stunden in der Woche und muss dadurch einen grossen organisatorischen Aufwand betreiben. Vor allem da sie noch 100 Prozent bei einer Bank arbeitet. «Ich besitze keine Swiss Olympic Card und kann meinen Sport nicht in Magglingen ausüben. Deshalb trainiere ich dreimal in der Woche in Liestal, zweimal in Zürich und zweimal in Basel», erklärt Rechsteiner ihr Trainingsprogramm. Der Rhönradsport werde in der Schweiz nicht so gefördert wie zum Beispiel in Deutschland. «Ich habe mich damit abgefunden und mache nun einfach das Beste daraus. Ich bin einfach froh, dass ich diesen Sport ausüben kann», erklärt Rechsteiner.

Das Rhönrad leidet unter einer historisch schlechten Reputation. Das Rad wurde schon 1925 von Otto Feick konzipiert. Während der Nazi-Zeit wurde der Sport von Adolf Hitler gefördert und somit nach dem Krieg stiefmütterlich behandelt. Der Ruf als Nazi-Sport hinderte die Entwicklung erheblich, erst 1995 fanden offizielle Weltmeisterschaften statt. «Der Rhönradsport wächst, aber wir sind immer noch eine Randdisziplin des Turnverbandes», erzählt Claudia Rechsteiner. Die Baslerin wolle ihrem Sport nun zu einem besseren Ruf verhelfen.