Super League

Eine gelbe Karte mit Folgen und ein starkes Zeichen – drei Erkenntnisse aus dem FCB-Spiel in Sion

Setzt mit seinen beiden Toren ein Ausrufezeichen: Ricky van Wolfswinkel (rechts).

Setzt mit seinen beiden Toren ein Ausrufezeichen: Ricky van Wolfswinkel (rechts).

Es ist ein spektakuläres Spiel im Tourbillon, bei dem sich der FC Basel und Sion mit einem 2:2-Unentschieden trennen. Dabei hat vor allem eine Szene am Rande wichtige Auswirkungen. Diese und weitere Erkenntnisse aus dem Spiel.

Das war's mit der Serie. Nachdem der FC Basel zuletzt vier Mal am Stück hat gewinnen können, gibt er beim Spiel in Sion erstmals wieder Punkte ab. Die intensiven, munteren 90 Minuten liefern aber nicht nur deshalb Stoff für Erkenntnisse. 

1. Van Wolfswinkel empfiehlt sich 

Ende der letzten Woche gab Ricky van Wolfswinkel ein Interview. Dort sprach er über seine Rolle und gab zu, dass er unzufrieden sei mit den wenigen Minuten, die er bekomme. "Ich will in jedem Match auf dem Rasen stehen. Schauen Sie sich meine Statistik an: Ich habe zwölfmal von Beginn an gespielt und acht Tore erzielt. Das sind sehr gute Werte", sagte der FCB-Stürmer, der zuletzt sieben Mal in Folge auf der Bank sass, während sein Konkurrent Albian Ajeti in der Startelf stand. Am Sonntag in Sion war es umgekehrt. Van Wolfswinkel durfte von Beginn an spielen, Ajeti drückte die Bank. Statt Anzeichen von fehlender Spielpraxis zeigt van Wolfswinkel seine Kaltschnäuzigkeit. Er trifft gleich doppelt, erzielt seine Ligatore neun und zehn. Damit hat er nicht nur seine Statistik weiter verfeinert, sondern auch zu Ajeti in der teaminternen Torjäger-Liste aufgeschlossen. Ein starkes Zeichen, das Raphael Wicky zum nachdenken bringen wird. 

2. Lang stellt Wicky vor Probleme 

Raphael Wicky hat seit seinem Amtsantritt viel ausprobiert. Dreierkette, Viererkette, Doppelsturm, einzelne Spitze, Spielmacher vor der Abwehr, Spielmacher auf der Sechs. Und das sind mitnichten alle Wickyschen Variationen. Denn auch die personellen Rochaden waren zahlreich. Wicky wollte eine Mannschaft finden, hat das mittlerweile auch getan. Allen Veränderungen und Versuchen zum Trotz: Etwas war, abgesehen von den drei ersten Cuprunden, ausnahmslos immer gleich: Michael Lang hat gespielt. Immer. Einmal wurde er neun Minuten vor Schluss ausgewechselt, sonst stand er immer über 90 Minuten auf dem Platz, ist damit logischerweise der Spieler, der am meisten Minuten sammeln konnte. Wenn am Sonntag nun der FC Thun ins Joggeli kommt, wird das aber nicht so sein. Der Rechtsverteidiger wird fehlen. Denn Lang holte sich, als er verzweifelt einen freien Mitspieler suchte und den Ball bei einem Einwurf zu lange nicht ins Spiel brachte, für Zeitverzögerung eine Verwarnung ab. Weil es die vierte der Saison ist, fehlt er gesperrt. Also muss Wicky sich erstmals eine Alternative auf dieser Position suchen. Zum Handkuss dürfte wohl Neftali Manzambi kommen. Er wurde zuletzte als Back-up Langs aufgebaut. 

3. Der FCB hat sich endgültig mit dem 2. Platz abgefunden

Es sei ein langer Prozess gewesen, erzählt Fabian Frei, aber jetzt sei es tatsächlich so, dass man sich beim FC Basel mit dem zweiten Tabellenplatz abgefunden hat. So sehr, dass es auch nicht mehr wichtig ist, welches Resultat YB erzielt hat. Denn der FCB wird sie nicht mehr abfangen. Spätestens mit dem jüngsten Patzer in Sion nicht, da YB derweil einmal mehr souverän gewonnen hat und den Vorsprung wieder auf 13 Punkte hat ausbauen können. Ihnen fehlt noch ein Sieg, dann sind sie Meister. Der FCB hingegen muss schauen, dass er ob seiner Position im Niemandsland der Tabelle - Verfolger Luzern hat 13 Punkte Rückstand - nicht den Schlendrian aufkommen lässt. Wie deutlich, dass es für den FCB um nichts mehr geht, zeigte nämlich gerade das Spiel in Sion. Denn während Sion um jeden Zentimeter kämpfte und sich bis zum Abpfiff aufrieb, agierte der FCB nonchalant. Weil wohl nicht aus dem Hinterkopf zu kriegen ist, dass nicht einmal eine Niederlage wahnsinnig tragisch wäre. 

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