Nach dem Dreisatzsieg von Kapitän Christian Winteler und Sabrina Mattle im Mixed-Doppel stand der Kantersieg fest. Mit einem 8:0-Triumph über Burgdorf-Jegenstorf startete das Team Baselland am Freitagabend erfolgreich ins neue Jahr, womit es seinen dritten Platz in der Nationalliga B West festigte.

Trotz dieser guten Ausgangslage will Thomas Mattle nichts von einem Aufstieg wissen. «Wenn die Spieler das wünschen, werden wir aber nächstes Jahr den Sprung in die NLA anvisieren», meint er, der sich als «Teampapi» versteht. Er fungiert nicht als Trainer, seine primäre Aufgabe bei Heimspielen ist es, den Spielplan auszuarbeiten.

Das Team Baselland kommt ohne einen Hauptcoach aus und gemeinsame Trainings sind äusserst selten. Die jungen Spieler arbeiten hauptsächlich auf dem Stützpunkt in Frenkendorf unter dem NLA-Spieler Titon Gustaman. Andere - wie etwa die Allschwilerin Rahel Mösch - trainieren mehrmals wöchentlich mit dem Ligakonkurrenten SC Uni Basel. So kommt die Mannschaft häufig erst für die Spiele in der Badmintonhalle Oberwil zusammen.

Kluge Badmintonspieler

Trotzdem sehen sich die meisten täglich in der Schule, da der Grossteil dieser äusserst jungen Mannschaft das Sportgymnasium in Liestal besucht. «Die meisten Badmintonspieler sind ziemlich klug», meint Ennia Biedermann dazu. Die Nationalspielerin ist eine der wenigen Zuschauerinnen beim Sieg über Burgdorf. Sie unterstützt ihre kleine Schwester Delia, welche im Frauendoppel zusammen mit Sabrina Mattle souverän in zwei Sätzen gewinnt.

Auch andere lösen ihre Aufgaben problemlos, wie etwa Joshua Panier, der im Einzel und im Männerdoppel antritt. Der U17-Schweizer-Meister mit Jahrgang 94 ist die Nummer 1 der Mannschaft. So ist es auch verständlich, wenn Thomas Mattle dem Team eine grosse Zukunft attestiert.

Von Konkurrenz abwerben

Die vielen jungen Talente bergen allerdings auch ein Risiko - sie können jederzeit von einem Konkurrenten abgeworben werden. «Wenn Panier nächste Saison in der Nationalliga A spielen möchte, können wir nicht viel machen», bedauert Mattle. Das Team Baselland verzichtet nämlich darauf, jemanden zu bezahlen.

So oder so ist die inzwischen drei Jahre alte Spielergemeinschaft der Klubs aus Liestal, Pratteln und Bubendorf eine Erfolgsgeschichte. In der ersten Saison gelang gleich der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, wo sich die Baselbieter mittlerweile etabliert haben. Die endgültige Krönung ist wohl nur eine Frage der Zeit. Dabei begegnen die Spieler übrigens keinen Schiedsrichtern, da in der NLB aus finanziellen Gründen darauf verzichtet wird. «Betrogen wird eben erst in der NLA», erklärt Ennia Biedermann lachend.