Football

Eine neue Zeitrechnung beginnt: Die Gladiators sind Meister

Mit einem 47:35-Sieg gegen Serienmeister Calanda Broncos hieven sich die Gladiators beider Basel in den Schweizer Football-Olymp. Von einer endültigen Wachablösung will Trainer Dwaine Wood aber noch nicht sprechen.

Um 20:27 Uhr war das Meisterstück vollbracht. Auf Basler Seite gab es kein Halten mehr. Nach vier bitteren Finalniederlagen in Serie gegen die Calanda Broncos holen sich die Gladiators beider Basel in ihrem total siebten Endspiel dank eines 47:35-Erfolges den lang ersehnten Schweizer Meistertitel.

Seit 2009 hiess der Schweizer Meister immer Calanda Broncos. Ein Ende der Bündner Vorherrschaft war nicht absehbar – ausser für den immer von seinem Team überzeugten Gladiators-Coach Dwaine Wood. Wegen des Meistertitels das gesamte Machtgefüge infrage zu stellen, wäre vermessen. Doch es ist die Art und Weise, wie die Basler zum Sieg gekommen sind, die darauf schliessen lässt, dass im Schweizer Football eine neue Ära eingeläutet wird.

Guter Start

Bereits im ersten Viertel liessen die Gladiatoren ihre Muskeln spielen und führten rasch nach drei Touchdowns mit 20:0, was die Broncos mit nur einem einzigen ausgespielten Versuch beantworten konnten. So führten die Basler nach dem ersten Abschnitt bereits mit 20:7. Auch in der Folge spielten die Gladiators unbeirrt ihren Stiefel runter und liefen in der restlichen Spielzeit nie mehr Gefahr, das Spiel doch noch aus der Hand zu geben. Herausragend war beim neuen Schweizer Meister einmal mehr Quarterback BJ Denker. «Er ist grossartig. Wenn du einen Fehler machst, zerstört er dich», lobt Trainer Dwaine Wood seinen Schützling. Zweiter starker Mann in den Reihen der Basler war Corey Stollmeyer, dem gleich drei Touchdowns gelangen und der zurecht zum wertvollsten Spieler gewählt wurde.

Grossartige Teamleistung

Es erstaunt wenig, dass Wood ob des Coups seiner Mannschaft nicht überrascht war. Der immer selbstbewusste, aber nie arrogante Baumeister des Basler Triumphs sah über die gesamte Spielzeit hinweg ein überragendes Team. «Ich habe tolle Jungs, die trainieren wie die Verrückten, rennen wie die Pferde und über die komplette Saison wunderbaren Football gespielt haben», so Wood in seiner unnachahmlichen Manier. Obwohl der footballverrückte Amerikaner seit 25 Jahren auf diesen Moment gewartet hat, empfindet er kein spezielles Glücksgefühl: «Die Emotionen sind während des Spiels, wenn ich mit den Jungs auf dem Feld stehe, höher als nach getaner Arbeit», und er fügt mit einem Lachen hinzu: «Ein weiterer Sieg – check.»

Überraschend hingegen war Woods Antwort auf die obligate Frage, ob er eine Wachablösung im hiesigen American Football sieht. «Da bin ich mir nicht sicher. Wenn die Broncos nächstes Jahr plötzlich einen Top-Import verpflichten, sieht die Welt schon wieder anders aus», sagt der Basel-Trainer, bevor er wieder der Alte wird: «Wenn nicht, nehmen wir sie auseinander.»

Für Wood selber ist der (Arbeits-)Tag nach dem ersten Meistertitel in der Geschichte der Gladiators vorbei: «Ich gehe jetzt nach Hause.» Und das Team? «They gonna have a hell of a night.»

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