Basketball

Eine Spiel-Absage hätte den Starwings gedient

Kevin Blaser kehrt nach seiner Verletzungspause zurück.

Kevin Blaser kehrt nach seiner Verletzungspause zurück.

Die Starwings gehen gegen Fribourg mit 49:104 (24:51) unter. Das Gezeigte wirft grundsätzliche Fragen auf.

Als die Birstal Starwings im Sommer 2005 in die National­liga A aufstiegen, verkamen sie schnell zum Liebkind des nationalen Basketballes. Und nur ein Jahr später, im November 2006, drängten sich 1520 Zuschauer in die Sporthalle Birsfelden, um den damals epischen Duellen zwischen dem «Exoten aus der alemannischen Schweiz» und dem Schweizer Vorzeigeklub beizuwohnen. Dass die Birsfelden einen 92:85-Sieg feierten, sei auch noch erwähnt. Die 1520 sind übrigens weiterhin Rekord für ein Meisterschaftsspiel einer Deutschschweizer Mannschaft.

Die heutigen Starwings-Akteure wären damals maximal als Zuschauer genehm gewesen. Denn was die Starwings am Sonntag an Unzulänglichkeiten boten, war ein Graus. Im Vorfeld hatte man gehofft, dass durch die Absage der meisten Veranstaltungen (nicht nur im Sport, sondern auch Kultur, Musik und Fasnacht) der eine oder andere zusätzliche Zuschauer den Weg nach «Blätzbums» gefunden hätte.

Doch anderseits soll es auch einige treue Starwings-Anhänger gegeben haben, welche aus Angst vor einer Ansteckung (Das Thema Corona-Virus war in aller Munde) dem Spiel fernblieben. Die französische Sprache kennt den Ausdruck «les absents ont tort» (die Abwesenden haben Unrecht). Im Fall des gestrigen Spieles stimmt dies nicht.

Niemand verlangt, dass die Starwings mit einem Budget von 300000 Franken gegen den Ligakrösus Olympic (Etat: 1,6 Millionen Franken) bestehen. Es ist ein Duell zwischen klapprigen 3-Gang-Velo und 12-Zylinder-Sportwagen. Doch die Art und Weise macht die Musik.

Wie Zirkus-Clowns mit komischen Einlagen

Das erste Viertel war skoremässig noch akzeptabel. Danach wurden die Starwings zum Spielball der Gäste degradiert. Es gab Momente, wo man sich in einem Zirkus wähnte, wo den lokalen Akteuren die Rolle von Clowns, mit komischen Einlagen, blieb. Der Ex-Captain (Name bekannt) muss lange spielen, darf sehr viel werfen, trifft aber nie – und macht Frustfouls.

Ein Eigengewächs kommt herein – nach 13 Sekunden folgt der erste Ballverlust. Er zieht zum Korb, obwohl dieser unter den Brettern nichts verloren hat. Und wird zweimal mehr als geblockt – im Basket-Jargon spricht man von «abgeräumt».

Gutes Comeback von Blaser

Einen kleinen Lichtblick gab es doch noch. Nach sechs Wochen Verletzung (Bänderriss) war Kevin Blaser ein erfrischendes Element. Er erzielte neun Punkte. Und kann der Berner mit College-Vergangenheit in den USA einige wilde Einlagen und unnötige Fouls korrigieren, so werden die Herren Joël Fuchs und Branislav Kostic ihren Platz in Zukunft wohl des Öfteren auf der Ersatzbank haben.

Trotz der Niederlage sind die Playoffs nach wie vor möglich. Denn in der Nationalliga A gibt es nur ein Olympic, aber etwa vier oder fünf «Wings». Und Nostalgiker werden sich mit Wehmut erinnern, als Fribourg Jahr für Jahr mit Niederlagen von der Sporthalle Birsfelden in die Saanestadt zog. Heute könnten die Freiburger in Anzug und Krawatte spielen – selbst die zweite und dritte Garde der Gäste führte das einstige Aushängeschild des Deutschschweizer Basketballes vor.

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