Eines stellt Istvàn Pinter (53), der langjährige Trainer der Nationalliga-A-Wasserballer, klar. «Wir praktizieren eine Randsportart, in welcher es nichts zu verdienen gibt. Und daher haben andere Dinge immer Priorität». Der Ungare, der seit 1994 in Basel tätig ist, meint konkret, dass «wir im Hinblick auf diese Saison nie mit der ganzen Mannschaft trainieren konnten, denn drei Leistungsträger sind momentan in der Schweizer Armee. Und ein vierter Akteur ist beruflich nach Brasilien gegangen», so der frühere ungarische Nationalspieler.

Das heisst, dass vier Spieler der Stammsieben fehlen oder ohne Vorbereitung in den Meisterschaftsbetrieb einsteigen werden. Und daher kann die hervorragende Rangierung der letzten Saison (Platz 4) kaum wiederholt werden. «Wir sind realistisch und können nur auf den Ligaerhalt hoffen», sagt Pinter.

Keine Heimspiele…

Seitdem nur noch zwei Ausländer erlaubt sind, sind die Diskrepanzen zwischen den Spitzenmannschaften Lugano, Kreuzlingen und Horgen sowie dem Rest der Liga nicht mehr so gross. Und weil Basel über eine sowohl quantitativ wie qualitativ gute Nachwuchs-Bewegung verfügt, ist die Equipe, bei Vollbestand, durchaus in der Lage, den Top-Teams der Liga Paroli zu bieten. «Langfristig sind unsere Perspektiven also nicht schlecht. Wenn all die jungen Spieler dem Wasserball treu bleiben können, werden wir eines Tages eine sehr gute Mannschaft haben», so Trainer Pinter, der auch schon im Wasser ausgeholfen hat.

Weil die Saison zu einem grossen Teil indoor ausgetragen wird, kommt der SV bei-der Basel in den Genuss von nur fünf Freiluft-Heimpartien (ab Mai 2015). «Dass wir in Basel über kein 50-Meter-Hallenbad verfügen, das nötig für Wasserball in der Halle wäre, ist bekannt. Wir haben auch zu wenig Wasserfläche. Aber das ist seit Jahrzehnten ein Politikum», so der in Muttenz wohnhafte Ungare. So beginnt die diesjährige Meisterschaft mit einer Doppelrunde in Genf. Weitere Spielstätten sind Lugano und Schaffhausen.

… und kein Frauen-Team

Neben dem FC Basel hat der WSV Basel wohl am meisten Meistertitel gewonnen. Doch heuer werden die Basler Wasserballerinnen nicht am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen. Die Gründe hiefür liegen in etwa wie bei den Männern. «Einige Spielerinnen sind berufshalber oder studieren im Ausland, andere wiederum stehen vor wichtigen Prüfungen», erklärt Michel Grasso (47), der «Mister Frauen-Wasserball» schlechthin. Er gründete im Jahr 1994 die Frauen-Sektion Wasserball im WSV und führte das Team zwischen 1996 und 2005 zu acht Titeln in Folge (die 9. Meisterschaft kam im Jahre 2013 dazu).

«Wir haben den Trainingsbetrieb in keiner Art und Weise eingestellt. Wir versuchen, auch via Schwimmschule, junge Spielerinnen für den Wasserball zu rekrutieren. Und ich bin sicher, dass wir im Jahre 2016 mit einer Equipe wieder in die Meisterschaft eingreifen werden. Allerdings müssen wir noch die Trainerfrage abklären, denn momentan organisieren die erfahrenen Spielerinnen die Trainings», so Grasso. Und so startet die Frauen-Meisterschaft nur noch mit fünf Teams, während bei den Männern erstmals seit vielen Jahren das Feld auf acht Mannschaften komplettiert werden konnte.