Es war ein überraschender Wechsel im Januar des vergangenen Jahres: Sehar Fejzulahi bekam nach nur acht Spielen in der Challenge League beim FC Wil einen Vertrag bei den Grasshoppers in der Super League. In der Liga, in welcher der heute 27-Jährige sein Glück nie richtig finden konnte. 2005 als 19-Jähriger vom FCB-Nachwuchs für eineinhalb Jahre nach Aarau ausgeliehen, galt er als grösseres Talent als Gökhan Inler, dem heutigen Nati-Captain. Dieser stand damals ebenfalls bei Aarau unter Vertrag und hatte zuvor mit Fejzulahi beim FCB gespielt. Fejzulahi brachte es bei Aarau auf 43 Einsätze.

Hermann als Förderer

Doch da trennten sich die Wege der beiden: Nach dem Aufenthalt beim FCA wechselte der willensstarke Inler zum FC Zürich, während Fejzulahi nach einem erneuten Zwischenhalt im «Zwei» von Basel zum FC Winterthur in die Challenge League wechselte. In dieser Liga bestritt das Talent mit 106 Partien die meisten Spiele seiner Profikarriere. 2008 folgte die Rückkehr ins Oberhaus des Schweizer Fussballs. Sein Förderer aus U21-Zeiten beim FCB, Heinz Hermann, holte ihn zu Vaduz, wo der ehemalige Schweizer Juniorennationalspieler auf regelmässige Einsätze kam und fünf Treffer erzielte. Den sofortigen Wiederabstieg der Liechtensteiner konnte er jedoch nicht verhindern.

Plötzlich wieder Super League

Zurück in der Challenge League spielte er zwei Jahre beim ambitionierten FC Lugano. Fejzulahi zeigte ordentliche Leistungen, verpasste aber mit den Tessinern zwei Mal den Aufstieg äusserst knapp. Seither verlief seine Karriere noch wechselhafter. Erst sechs Wochen nach dem Saisonstart 2011/12 unterschrieb der Wandervogel einen Halbjahresvertrag beim FC Wil. Im Winter folgte das Comeback in der Super League bei GC, der damals ohne die Mithilfe vom FC Sion (Punkteabzug des Verbandes) und Xamax (Lizenzentzug) vermutlich abgestiegen wäre. Bei den Zürchern plagte ihn vorerst das Verletzungspech.

«Bin zuversichtlich«

Bei den Zürchern plagte ihn vorerst das Verletzungspech, im Verlauf der Saison kam er sporadisch zum Zug und konnte dabei teilweise überzeugen. Dennoch wurde auch hier sein Vertrag nicht verlängert. Ein erneut später Einstieg beim FC Aarau mit Vertrag bis Mitte Dezember ergab keine Vertragsverlängerung. Mit nur fünf Einsätzen auf dem Buckel ist er nun wieder auf Vereinssuche. «Es liegen einige Angebote vor, wichtig ist mir jedoch, dass ich etwas Langfristiges finde», sagt Fejzulahi. Er absolvierte Probetrainings beim deutschen 3.-Ligisten Preussen Münster und dem FC Wohlen. In beiden Fällen kam es allerdings zu keiner Einigung. Nun weilt Fejzulahi im Ausland, vermutlich zu Verhandlungen. Torschlusspanik hat der Offensivallrounder jedoch keine: «Aufgrund der vielen Angebote bin ich zuversichtlich etwas zu finden.»