FC Basel

Elyounoussi explodiert: So schlagen sich die FCB-Abgänger der letzten Jahre

Elyounoussi macht so viel Spass wie zu seinen Basler Zeiten.

Elyounoussi macht so viel Spass wie zu seinen Basler Zeiten.

Seit dem Sommer 2018 haben 46 Spieler den FC Basel verlassen. 24 wurden verkauft, 16 wurden ausgeliehen und sechs bekamen keinen neuen Vertrag. Wir haben sie aber nicht aus den Augen verloren. Während die einen zu echten Leistungsträger avancieren, hinken die anderen ihrer Form hinterher und wieder andere befinden sich auf einem guten Weg. Eine Übersicht:

Die Leistungsträger:

Mohamed Elyounoussi (Celtic):

Bereits 2018 verliess der Norweger den FCB, um sich dem FC Southampton anzuschliessen. Aktuell trägt er aber das Trikot von Celtic Glasgow, weil ihn die Engländer ausgeliehen haben, da der Norweger nicht wie gewünscht zum Einsatz kam. In Schottland läuft es besser. Vor allem international. In sieben Spielen in Champions-League-Quali und in der Europa League gelangen ihm sechs Tore. Letzte Woche war sogar ein sehenswerter Doppelpack gegen Lille dabei. Auch national kommt er langsam in Tritt. Am Wochenende gelang ihm ein Dreierpack in der Liga beim 4:1 Auswärtserfolg bei Motherwell. Dass er von Beginn an spielte, war durchaus eine Überraschung, weil Elyounoussi zuvor für Negativschlagzeilen sorgte. Bei der Niederlage in der Europa League gegen Prag wurde er nach seiner Auswechslung  auf der Bank am Handy gesichtet.

Elyounoussi schnürt seinen Hattrick.

Albian Ajeti (Celtic):

Wie Elyounoussi sorgt auch Albian Ajeti mittlerweile in Schottland für Gefahr. Nach seinem 8,7-Millionen-Wechsel nach West Ham, wo er in einem Jahr nur 400 Minuten Spielzeit bekam und nur ein Tor schoss, ist er jetzt auch bei Celtic Glasgow gelandet. Ganz nach dem Motto: Doppelt Ex-FCB hält besser. In seinem Vorstellungsinterview zeigte sich Ajeti erfreut über das Wiedersehen mit seinem alten Kollegen. «Er ist ein grossartiger Spieler und ein guter Junge», sagt der gebürtige Basler. Die beiden ergänzen sich in dieser Saison hervorragend. Denn was für Elyounoussi gilt, gilt auch für Ajeti. In acht Ligaspielen traf er fünf Mal, international aber noch nicht. Diese Basler Verbindung machte sich auch bei besagtem Spiel gegen Lille bemerkbar. Das erste Tor von Elyounoussi leitete Ajeti sehenswert mit der Hacke ein. Das Verständnis aus Basler Zeiten ist noch da.

Jonas Omlin (HSC Montpellier)

Seit dieser Spielzeit spielt die Nummer 2 der Schweizer Nati bei dem südfranzösischen Klub aus Montpellier. Bei allen bisherigen Spielen war Omlin zwischen den Pfosten gesetzt. Er trägt auch das Dress mit der Nummer eins. Zuletzt hatte der Goalie aber etwas Pech. Bei seinem bisher letzten Spiel gegen Stade Reims setzte es eine 4:0 Klatsche mit zwei Platzverweisen für sein Team. Besonders bitter: Omlin musste in der Halbzeit ausgewechselt werden. Bei keinem der bis dahin drei Gegentore traf den Obwaldner eine Mitschuld. Seither fehlt er aber mit einer Oberschenkelverletzung, auch beim 2:0-Sieg am Samstag gegen Bordeaux. Neben dem Platz läuft es für Omlin. Er und Freundin Janice erwarten bald ihren ersten Nachwuchs.

Noah Okafor (RB Salzburg):

Anfang des Jahres verlässt das Basler Supertalent den FCB mit einem bitteren Beigeschmack. Okafor wollte weg, weil er unter Koller nach seinem Ermessen zu wenig gefördert wurde. Nun schnürt er die Schuhe für den amtierenden österreichischen Meister RB Salzburg, ist mit 11,2 Millionen sogar der Rekordeinkauf der Liga. Vor dem Champions-League-Kracher gegen den FC Bayern letzte Woche sorgte er gegen Tirol mit seinem ersten Hattrick als professioneller Fussballer für Schlagzeilen. Dieser lässt ihn auch in die Kategorie der Leistungsträger aufsteigen. Gegen die Bayern reicht es aber nur für eine Einwechslung in der 65. Minute. Obwohl er die zwischenzeitliche Führung auf dem Fuss hatte, verlieren seine Salzburger mit 6:2.

Okafor zeigt sich glücklich über den ersten Hattrick seiner Karriere.

Die Mitläufer:

Éder Balanta (FC Brügge):

Der Kolumbianer verliess den FCB im September 2019. Ihn zog es zum belgischen Erstligisten FC Brügge. Dort bestritt er insgesamt 31 Spiele und wurde sogar Meister. Auch internationale Luft durfte er schnuppern und konnte sich in der Champions- und Europa League beweisen. Grösster Erfolg dort war ein 2:2 in der letzten Saison, welches sich die Belgier auswärts bei Real Madrid erspielen konnten. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Denn Balanta musste bei diesem Spiel verletzt pausieren. Ein bekanntes Muster aus Basler Zeiten. Auch diese Saison hat er bereits sieben Spiele verletzungsbedingt verpasst. In fittem Zustand ist er aber für seinen Trainer Philippe Clement immer eine Option für die Startelf.

Éder Balanta darf sich in der Königsklasse beweisen.

Éder Balanta darf sich in der Königsklasse beweisen.

Omar Alderete (Hertha BSC):

Für 6,5 Millionen Euro wechselte Alderete im Sommer zum selbst ernannten Big City Klub Hertha BSC Berlin. Seitdem durfte er drei Mal von Beginn an über 90 Minuten ran. Beim 1:1 gegen Wolfsburg sorgte er für Negativschlagzeilen. Alderete ging im gegnerischen Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter zeigte daraufhin auf den Punkt. In der Wiederholung wurde deutlich, dass es Alderete hier mit einer Schwalbe versucht hatte. Trotzdem sah er dafür keine gelbe Karte. Ansonsten scheint sich Alderete bei seinem neuen Verein schnell eingelebt zu haben. Nach drei Spielen ist es aber noch zu früh,  um zu sagen, ob er sich als Leistungsträger durchsetzen kann. Ex-FCB-Trainer Marcel Koller ist aber überzeugt, dass er durchaus das Potenzial dafür hat. Er ist robust und hat eine feine Technik. «Das ist in der Bundesliga  gefragt», sagte Koller zuletzt in einem Interview im «Kicker».

Kaly Sene (Omonia Nikosia):

In Basel ruft dieser Name wohl relativ wenige Erinnerungen hervor. Wurde das Top-Talent schliesslich erst im letzten Sommer verpflichtet, und das für kolportierte 4,5 Millionen Euro von Juventus Turin. Dort sorgte der hochtalentierte Senegalese in der Jugend der Italiener für Furore.  Um das Talent nicht auf der Bank versauern zu lassen lieh ihn der FCB gleich weiter aus, zum zypriotischen Klub Omonia Nikosia. Dort durfte er in fast jedem Ligaspiel ran und erzielte auch schon einen Treffer. In der Europa League kam er allerdings bisher noch nicht zum Einsatz. 

Das bisher einzige Tor für Sene bei Omnia Nikosia.

Yves Kaiser (Xamax Neuchâtel)

Zu Beginn des Jahres wurde der 21-jährige Solothurner für ein halbes Jahr in die Challenge League zum FC Schaffhausen ausgeliehen. In dieser Saison wurde er dann verkauft. Zum ebenfalls zweitklassigen Xamax Neuchâtel. Weil er sich zu Beginn der Spielzeit einen Muskelfaserriss zuzog, konnte er bisher erst zwei Partien bestreiten. In beiden Partien wurde er jeweils zur Halbzeit eingewechselt.

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Yves Kaiser spielt seit dieser Saison für Xamax.

Blas Riveros (Brøndby IF)

Riveros spielt seit dieser Saison für den dänischen Verein Brøndby und ist damit einer von lediglich drei Zugängen des Klubs. Bisher konnte er sich aber wenig bei seinem neuen Arbeitgeber profilieren. Bis vor diesem Wochenende wurde der Paraguayer bisher nur einmal eingesetzt. Und das auch nur bei der Brøndby-Reserve. Bei der 2:0-Niederlage seiner Mannschaft wurde Riveros sogar in der 65. Minute ausgewechselt. Doch auf den Tiefschlag reagierte Riveros am Wochenende mit einem Treffer beim Heimspiel gegen Odense. Mit seinem Treffer in der 20. Minute brachte er seinen Klub auf die Siegerstrasse und hat seine Chance genutzt. In der 66. Minute wurde er verletz ausgewechselt und musste mit einer Trage vom Platz getragen werden. Wie schwer die Verletzung ist, ist noch nicht klar.

Die Enttäuschungen:

Marek Suchy (FC Augsburg):

Für Marek Suchy läuft es seit seinem Abgang aus Basel 2019 zum Bundesligisten FC Augsburg nicht gerade berauschend. In der letzten Saison fehlte er lange wegen Hüftproblemen und auch in dieser Saison kommt er lediglich auf einen Einsatz. Beim 2:0 Erfolg der Augsburger am zweiten Spieltag gegen Borussia Dortmund wurde er kurz vor Schluss lediglich für einen Zeitspielwechsel gebraucht. In seinen fast zwei Minuten Einsatzzeit half er mit, die Führung über die Zeit zu retten. Nach der langen Corona-Pause Anfang des Jahres zeigte er sich noch kämpferisch: «Ich arbeite jeden und jedes Training, dass ich ein Teil der Mannschaft sein kann.» Daraufhin wurde er mit einigen wenigen Einsätzen belohnt. Den Schwung konnte er aber nicht in die aktuelle Saison mitnehmen. Trösten dürfte ihn, dass seine Mannschaft nach sieben Spieltagen auf Rang 10 steht.

Suchy jubelt mit seinen Kollegen über den Sieg gegen Dortmund.

Suchy jubelt mit seinen Kollegen über den Sieg gegen Dortmund.

Kevin Bua (CD Leganés):

Im Sommer zog es den Halbspanier nach langer Zeit des Ungewissen in seine zweite Heimat, zum spanischen Zweitligaklub CD Leganés. Der Absteiger sicherte sich  die Dienste des ablösefreien Flügelstürmers. Bisher fristet der 27-jährige aber ein Dasein auf der Ersatzbank. Neun Spiele bestritt sein Verein Leganés seit seiner Ankunft. Während es für die ersten fünf nicht für einen Kaderplatz reichte, sass er bei den letzten vier über 90 Minuten auf der Bank. Erst am vergangenen Wochenende kam er als Einwechselspieler beim 0:0 gegen Albacete in der 66. Minute zu seinem Debüt.

Kemal Ademi (Fenerbahçe):

Auch Kemal Ademi ist einer derjenigen, die zu Beginn dieser Saison ihre Taschen packten. Einer der Gründe war die fehlende Einsatzzeit, die auch unter dem neuen Trainer Ciriaco Sforza nicht garantiert war. Das Kuriose: Fenerbahce verpflichtete diese Saison acht neue Offensivkräfte mit Ademi. Vier davon teilen sich nominell die Mittelstürmer-Position mit ihm. Bisher reichte es nur für drei Einsätze von 2, 5 beziehungsweise 16 Minuten. Noch konnte sich Ademi in der Türkei nicht gegen die grosse Konkurrenz durchsetzen.

Z. Kuzmanovic (Karriereende):

Der FC Basel hatte im vergangenen Sommer kein Interesse daran, den 2,5-Millionen-Vertrag mit Kuzmanovic zu verlängern. Er und der FCB, das hat nach seiner Rückkehr nie mehr so wirklich funktioniert. Danach fand der Serbe keinen neuen Arbeitgeber. Im Spätsommer zog es ihn in seine alte Heimat Stuttgart, wo er vier Jahre beim VfB gespielt hatte. Dort versuchte er sich beim Legendenklub der Stuttgarter Prominentenkicker fit zu halten. Zusammen mit bekannten Namen wie unter anderem Kevin Kuranyi. Doch es half alles nichts. Weil er keinen Verein fand, gab er vor einigen Wochen sein Karriereende über Social Media bekannt. Wenigstens auf diesem Kanal bleibt Kuzmanovic weiter aktiv. Zuletzt kritisierte er den FCB-Trainer Ciriaco Sforza in einer Instagram-Story. «Ich verstehe es nicht, wie man so einen Spieler nicht spielen lässt», schreibt er. Dazu ein Bild von sich und Samuele Campo. Dieser hat seinen Platz in der Mannschaft aktuell an Orges Bunjaku verloren und wurde auch beim 0:1 in Zürich nur eingewechselt.

Kuzmanovic äussert sich zum Klassiker gegen den FCZ.

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