Kunstturnen
Ende einer Ära: Hans Reich übergibt beim NKL das Zepter einem Jüngeren

Hans Reich tritt nach 27 Jahren als Technischer Leiter des Nordwestschweizerischen Kunst- und Geräteturnzentrums Liestal (NKL) ab. Der 54-Jährige will Jüngeren Platz machen. Zudem räumt er den zeitlichen Aufwand als Grund für seinen Entscheid ein.

Ueli Waldner
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Das Ende einer Ära: Hans Reich tritt in den Funktionärs-Ruhestand. Waldner

Das Ende einer Ära: Hans Reich tritt in den Funktionärs-Ruhestand. Waldner

Bereits vor einem Jahr hatte Hans Reich bekannt gegeben, dass er auf die nächste Generalversammlung, übermorgen Freitag, als Technischer Leiter des Nordwestschweizerischen Kunst- und Geräteturnzentrums Liestal (NKL) zurücktreten möchte.

«27 Jahre sind genug, jetzt will ich die Verantwortung abgeben und einem jüngeren Platz machen», begründet der 54-jährige Ziefner seinen Entscheid. «Der zeitliche Aufwand ist in den letzten Jahren immer grösser geworden, sodass das ehrenamtliche Engagement an seine Grenzen gestossen ist.»

Bis zum regionalen Leistungszentrum

Die Ära Hans Reich als Funktionär begann 1985 als Technischer Leiter bei der Kunstturner-Vereinigung Baselland. Seither hat sich die Kunstturnszene in der Region Basel grundlegend verändert. Auf Verbandsebene schlossen sich zuerst die beiden Vereinigungen von Baselland und Basel-Stadt 1995 zum Nordwestschweizerischen Kunstturn-Verband zusammen. Dieser wurde bereits 2003 wieder aufgelöst und sämtliche Aktivitäten und Mitglieder ins 1991 gegründete NKL überführt.

Im gleichen Jahr begann der turnerische Aufschwung. Unter der Leitung von Dieter Hofmann, dem ersten halbamtlichen Cheftrainer, konnte das Training in der neuen Kunstturnhalle im Sportzentrum Schauenburg in Liestal aufgenommen werden. Es dauerte knapp zwei Jahre, bis die ersten Erfolge auf nationaler Ebene Tatsache wurden.

Deshalb erhielt das NKL auf den 1. Januar 1996 den Status eines regionalen Leistungszentrums (RLZ) des Schweizerischen Turnverbandes (STV) im Bereich Kunstturnen Männer. Auf 2002 bekamen auch die Bereiche Kunstturnen Frauen und Trampolin diesen Status, sodass das NKL das einzige RLZ der Schweiz ist, welches drei der vier Spitzensportarten des STV unter einem Dach vereinigt.

Ein grosses Beziehungsnetz

Mit der Realisierung des Sport- und Gesundheitszentrum Rosen konnte die akute Raumnot behoben werden. Eine ehemalige Reithalle wurde in den Jahren 2004/05 in eine Trainingshalle für das Männer-Kunstturnen umgebaut und anschliessend geschah das gleiche mit den brachliegenden Industriehallen für das Trampolin- und das Kinderturnen.

In der Schauenburghalle trainieren seither nur noch die Turnerinnen. «Das waren Höhepunkte im technischen Bereich und in der Infrastruktur», sagt Reich mit Stolz: «Auch auf sportlicher Ebene hat sich die professionelle Arbeit der zurzeit 13 angestellten Trainer und Trainerinnen ausgezahlt. In allen drei Bereichen gewannen die Turnerinnen und Turner an Schweizer Meisterschaften viele Titel und auch an internationalen Wettkämpfen glänzten sie mit guten Platzierungen.»

Im Alter von 27 Jahren beendete Hans Reich seine aktive und erfolgreiche Turnkarriere. Dann folgten 27 Jahre als Funktionär. Nebst dem Amt als Technischer Leiter ist er auch noch Instruktor und J+S-Experte. Ferner amtete er oft als Speaker und wirkte in vielen Organisationskomitees mit.

Seit 2006 war er auch noch Mitglied in der neu eingeführten Geschäftsleitung. Dass Hans Reich nun nach so vielen Jahren genug hat und Abstand nehmen will, ist verständlich. «Mein grosses Beziehungsnetz im In- und Ausland stelle ich aber weiterhin zur Verfügung. Mein Nachfolger und alle weitermachenden Funktionäre können jederzeit Hilfe anfordern.»