Neun gelbe Karten und eine gelb-rote Karte: Nein, Fussball-Feinkost war das nicht, was die beiden Teams zeigten. Ein Spiel, das von Hektik und Spannung lebte. «Wir haben mit Biegen und Brechen unsere ersten drei Punkte gesucht, dann kommt halt mal so ein Spiel heraus», versuchte Therwils Spielertrainer Dominik Müller zu erklären. Er war es dann auch, der bereits nach 60 Minuten unter die Dusche geschickt wurde.

Bubendorf trat mit viel Selbstvertrauen an, hatte man doch kürzlich im Cup gar Liga-Dominator Reinach eliminiert. Von der Überlegenheit der letzten Runden war aber nicht mehr viel zu sehen. Zwar hatte man insgesamt mehr vom Spiel, zum Erfolg fehlte aber die klare Linie, eine gewisse Ordnung. Der gelb-gesperrte Neuzugang Patrick Hersperger, Inbegriff letzterer Eigenschaften, fehlte dem Bubendörfer Spiel merklich.

Therwil mit frühem ersten Tor

So ging Therwil bereits nach einer Viertelstunde in Führung. Suter hatte nach einem Eckball per Kopf getroffen. Es brauchte eine herrliche Einzelaktion Kohlers, um das Spiel wieder auszugleichen. Der ebenfalls im Sommer neu dazu gestossene Flügel kam an den Ball, tanzte drei Gegner aus und vollstrecke souverän.

Erneute Therwiler Führung

Nach dem Wechsel schickte Bubendorfs Wyttenbach Brügger in die Gasse, dieser flankte scharf zur Mitte, wo Lepaja aus fünf Metern am Querbalken scheiterte. Wer solche Chancen auslässt, muss sich an der eigenen Nase nehmen. Die Strafe folgte praktisch im Gegenzug. Therwils Kunz fasste sich aus rund 20 Metern ein Herz und sah seinen Schuss im rechten Kreuz einschlagen, ein wahrlicher Sonntagsschuss.

Nun wurde es zunehmend ruppiger. Nach dem Platzverweis gegen Müller zogen sich die Therwiler weit zurück und überliessen dem Heimteam das Spiel. Dieses fixierte sich etwas zu sehr auf sein Flügelspiel, was die Therwiler Abwehr bald bemerkte und unterband. So gingen den Bubendörfern die Ideen aus, was sich in konstantem Reklamieren und Hadern mit dem Schiedsrichter manifestierte.

Keine weiteren Treffer mehr

Noch ein einziges Mal sollte es den Bubendörfern aber gelingen, sich auf ihr Spiel zu konzentrieren: In der Nachspielzeit scheiterte der steil lancierte Kohler erst am herausstürmenden Torwart, mit dem Nachschuss dann am auf der Linie klärenden Verteidiger. Ein Tor wollte aber keines mehr gelingen.

«Wir dachten, wir hätten endlich den Tritt gefunden», resignierte der enttäuschte Coach Ergün Ercedogan nach dem Spiel. Bubendorf steht somit im Derby gegen Oberdorf bereits unter Druck, möchte man den angestrebten Platz im vorderen Mittelfeld noch erreichen.