Die Muttenzer hatten mit ihrem Auswärtssieg in Münsingen einen kapitalen Fehlstart in die Meisterschaft verhindert. Mit entsprechend viel Selbstvertrauen ging die Mannschaft von Trainer Atilla Sahin in diese Partie gegen Aufstiegskandidat Baden. Dieser wird seit einer Woche neu von Sven Christ trainiert, der den überraschend zur AC Bellinzona abgewanderten Francesco Gabriele ersetzt.

Schon nach sieben Minuten bewies Onur Akbulut die zurückgewonnene Stilsicherheit mit einem Freistoss aus über 40 Metern, welchen er über den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Baden-Torhüter Cyril Schneider ins Tor zirkeln wollte. Doch auch die Gäste hatten in der Startphase eine Grosschance zu verzeichnen. Ein Eckball der Badener fand den Weg an Freund und Feind vorbei bis zu Emir Sinanovic, der aber aus kurzer Distanz an SVM-Goalie Steven Oberle scheiterte.

Praktisch im Gegenzug war auch Oberles gegenüber auf dem Posten und wehrte einen Schuss von Daniele Zanfrini aus spitzem Winkel mittels Fussabwehr in Corner. Nach einem völlig unmotivierten Ausflug von Gäste-Keeper Schneider kam SVM-Verteidiger Marc Tanner an der Mittellinie an den Ball. Sein Weitschuss in Richtung leeres Tor konnte aber noch vom rechtzeitig wieder in seinem Gehäuse ankommenden Torhüter behändigt werden.

Platzverweis als Knackpunkt

Die Pausenansprache des neuen Baden-Trainers muss ziemlich deutlich ausgefallen sein, denn die bislang lethargisch auftretenden Badener gingen jetzt energischer ans Werk. Doch es war wohl nicht die «Christ-Predigt», welche den Umschwung in diesem Spiel herbeiführte, sondern der Platzverweis von Zanfrini wegen eines sogenannten taktischen Fouls an der Mittellinie. Keine Zeigerumdrehung nach der gelb-roten Karte nutzte Altmeister Rainer Bieli die zahlenmässige Überlegenheit und verwertete die schöne Vorarbeit von Teamkollege Luca Ladner eiskalt. Mit viel Cleverness und robustem Abwehrverhalten brachte der Favorit den knappen und glücklichen Vorsprung über die Zeit.

«Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, uns aber nach der Pause gesteigert, weil wir wussten, dass wir noch zu Chancen kommen werden. Eine davon habe ich dann genutzt. Wenn man einen Lauf hat, dann klappt es mit dem Siegen, auch wenn es etwas mehr harzt als üblich», sagte der überglückliche Siegtorschütze nach dem Spiel.

«Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, uns aber nach der Pause gesteigert.»