Basketball
Er moderierte sogar die NBA-Stars Thabo Sefolosha und Tony Parker

Im Schweizer Basketball kommt man nicht an der Stimme von Kevin Müri vorbei. Nun darf der Liestaler als Speaker nach Doha ans 3x3-All-Star-Saisonfinale.

Fabio Baranzini
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Kevin Müri: Will mit diesem Outfit die Show symbolisieren, die er in die Halle bringen möchte.

Kevin Müri: Will mit diesem Outfit die Show symbolisieren, die er in die Halle bringen möchte.

Egal ob an den Heimspielen des zweifachen NLB-Meisters Alte Kanti Aarau, an den Finalspielen des Ligacups, an Spielen der Schweizer Nati oder an der 3x3 World Tour Series: Der Liestaler Kevin Müri ist als Speaker stets mit von der Partie. Selbst die NBA-Stars Thabo Sefolosha und Tony Parker spielten im Sommer bei einem Benefiz-Spiel in Montreux unter der emotionsgeladenen Moderation des 26-Jährigen.

Eigene Show entwickelt

Angefangen hat alles in Müris Wohnort Liestal. Hier kam er mit dem Basketballsport in Berührung, spielte in der ersten Mannschaft des ansässigen Vereins und hatte Angebote, in die NLB zu wechseln. Doch Müri lehnte ab. Er wollte sich nicht in ein fixes Spielsystem zwängen, sondern seiner Kreativität und seinem Flair für Showelemente freien Lauf lassen. Er wandte sich dem Streetbasketball zu, feilte an Tricks und hielt diese fotografisch und filmisch fest. Inspirieren liess sich der schweiz-amerikanische Doppelbürger dabei vor allem von der amerikanischen Profiliga NBA. Der damals 20-Jährige begann, eine eigene Show zu entwickeln, bei der er im «Blues Brothers»-Outfit mit Anzug und Sonnenbrille seine Tricks präsentierte. Mit diesem Programm kehrte der Baselbieter zurück in die Basketballszene. «Es war eigentlich ein rebellischer Akt, mit einer Show aufzukreuzen, die so gar nicht zum auf den Sport reduzierten Schweizer Basketball passte», meint Müri schmunzelnd.

Aarau als Glücksfall

Doch Müri blieb seiner Linie treu und er erhielt im März 2012 die Chance, bei einem NLB-Playoff-Spiel der Alten Kanti Aarau seine Show zu präsentieren. Ein Glücksfall für Müri, denn AKA-Präsident Christian Roth bot ihm an, gleich auch noch als Speaker zu amten. Und auch als Speaker kamen die rebellischen Züge des Baselbieter Kreativkopfs zum Vorschein. «Das Reglement bietet kaum Spielraum für einen Speaker. Moderations- und Showelemente sind nicht vorgesehen, aber die gehören für mich dazu, um das volle Potenzial des Basketballs auszuschöpfen», sagt Müri. Also streute er während den Spielen immer wieder kurze Moderationen und Interviews ein und animierte das Publikum auf den Rängen. Auch seinen Showelementen blieb Müri treu. Scheinwerferlicht und künstlicher Nebel gehören bei ihm genauso dazu, wie die passende musikalische Untermalung.

Die Grenzen ausgelotet

Innerhalb von eineinhalb Jahren hat der 26-Jährige praktische jede Mannschaft in den nationalen Ligen sowie die Nationalmannschaften der Männer und Frauen als Speaker begleitet – stets elegant gekleidet mit Hut, Anzug und Krawatte. «Dieses Outfit soll die Show symbolisieren, die ich in die Halle bringen möchte.»

Auch wenn es nicht allen passt, dass Kevin Müri die Grenzen auslotet und die Basketballszene mit neuen Elementen aufmischt, der Erfolg gibt ihm recht. Praktisch jedes Wochenende stand er in diesem Jahr als Speaker, Moderator und Entertainer in einer Basketballhalle. Der Höhepunkt folgt heute: Müri darf das vom Weltbasketballverband FIBA organisierte 3x3 Allstar Saisonfinale in Doha moderieren, bei dem sich die weltbesten Teams und Dunker die Ehre geben werden. «Das wird ein einmaliges Erlebnis», freut sich Müri auf seinen ersten Moderations-Auftritt im Ausland. Nervös ist er deswegen nicht, denn wie immer wird er sich minutiös vorbereiten. «Ich übe immer alle Namen der Spieler, damit ich genau weiss, wie ich diese betonen muss, dass es gut klingt.» Und sollte trotzdem etwas schief gehen, wird der wortgewandte Müri einen Weg finden, selbst wenn er dafür mit bestehenden Konventionen brechen muss.