Basel feiert. Auch wenn es niemand in der Mannschaft offen anspricht – die Erfolge überraschen nicht. Nach einem harzigen Start in die NLA-Meisterschaft reihten die Baslerinnen Sieg an Sieg. «Konstanz dank Erfahrung» war so etwas wie der geflügelte Satz im Team. Gegen Winterthur zeigte sich das sowohl im Cup-Final als auch in den Meisterschafts-Endspielen. «Wir benötigten Zeit, um uns zu finden. Danach begannen die Automatismen immer besser zu funktionieren», sagt Teamcaptain Nathalie Mäder.

Lange war unklar, wie sich die Mannschaft nach den Abgängen von diversen Teamstützen präsentieren wird. Besser? Schlechter? Die grosse Ungewissheit. «So oder so war unser Saisonziel das Erreichen der Endspiele», blickt Trainer Robert Jobst zurück.

Gute Mischung

Mit den Ausländerinnen um Sandra Lizé und Blanka Zsido stellt der WSV Basel zum einen starke Einzelkönnerinnen, mit Nathalie Mäder und Melanie Adler zum anderen regionale Jungtalente. «Die Mischung stimmt. Letztlich haben wir vor allem als Kollektiv überzeugen können», weiss Jobst. Vor allem in der Final-Serie war dies einer der grössten Trümpfe der Baslerinnen. Die Topskorer wechseln sich von Spiel zu Spiel ab. «Deswegen sind wir auch so unberechenbar», sagt Jobst.

Zum neunten Mal Meister

Diese Philosophie sorgte nun für einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte. Erstmals seit 2005 geht der Pokal wieder nach Basel. Insgesamt zum neunten Mal. Die Stimmung erinnert an die goldenen 90er-Jahre, in welcher die Baslerinnen das Mass aller Dinge im Wasserball waren. Ob mit dem Double wieder eine solche Ära eingeläutet wird, lässt Nathalie Mäder offen: «Jetzt freuen wir uns einfach auf die verdienten Ferien.» Trotzdem. Eine Steigerung wird in der nächsten Saison kaum möglich sein. An Ehrgeiz mangelt es aber keineswegs: «Der FC Bayern hat in der vergangenen Saison auch alles gewonnen.

Das wollen sie nun bestätigen», gibt Jobst die Richtung vor. Wie das Kader der Zukunft genau aussehen wird, ist noch unklar. «Wir setzen uns wegen dem Erreichten aber nicht unter Druck», sagt Jobst weiter. Grundsätzlich geht der Trainer davon aus, dass der Kern der Mannschaft zusammenbleibt. Dann wäre alles angerichtet für weitere Erfolge. Und eine neue Ära.