Europa League
Erneut mit zwei Gesichtern: Der FCB gewinnt gegen Famagusta turbulent mit 3:2

Der FCB muss beim 3:2 über Famagusta unnötig zittern, zieht aber in die Playoffs der Europa League ein. Nun braucht es für die Gruppenphase noch einen letzten Sieg.

Céline Feller
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Die entscheidende Parade: Djordje Nikolic hält den Sieg fest.
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Jasper van der Werff und sein Torhüter klatschen ab.
Julian von Moos ist nach seinem Platzverweis fassungslos.
Silvan Widmer liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden.
Der Anschlusstreffer: Djordje Nikolc springt in die falsche Ecke.
Ciriaco Sforza gibt lautstark Anweisungen.
Eray Cömert springt höher als sein Gegenspieler.
Andrea Padula kämpft um den Ball.
Eray Cömert hat alle Hände voll zu tun.
Der FCB hat in der ersten Halbzeit fast alles im Griff.
Andrea Padula sorgt auf der linken Seite für Betrieb.
Afimico Pululu landet auf dem Boden.
Padula tanzt sich durch die gegnerische Verteidigung.
Ricky van Wolfswinkel hat vor der Pause Mühe.
Silvan Widmer bringt den FCB früh in Führung.
Es ist ein Start nach Mass für die Basler.

Die entscheidende Parade: Djordje Nikolic hält den Sieg fest.

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Noch ein Bild vom St. Jakob-Turm, dann ist alles festgehalten. Die Delegation von Anorthosis Famagusta hält jeden Winkel des Stadions in Basel fest. Man scheint dieses Spiel, diesen Abend, immer wieder Revue passieren zu wollen. Es soll eine unvergessliche Reise werden, fast wie ein kleiner Ferientrip.
Nun, unvergesslich dürfte es tatsächlich gewesen sein für die Zyprioten. Denn eine solch turbulente Partie gerät nicht so schnell in Vergessenheit.

Mit 2:3 unterliegt Famagusta dem FC Basel. Letzterer spielt anfangs stark auf. Er dominiert, kombiniert schnell nach vorne, lässt den Ball laufen - und trifft früh. Lediglich vier Minuten dauert es, bis die Basler ein erstes Mal jubeln können. Nach einem Freistoss von der linken Seite - ausgeführt von Samuele Campo - reagiert Silvan Widmer im Gewusel des Strafraums am schnellsten und erzielt das 1:0. Es ist erschreckend, wie einfach der FC Basel dieses Tor erzielen kann. Aber es ist nicht das letzte Mal, dass die zypriotischen Gäste wenig Gegenwehr zeigen. Oder: gar mit Eigenfehlern mithelfen, dass diese Partie schnell einseitige Züge annimmt.

Erst die Dominanz, dann der neuerliche Einbruch

So ist es ein Fehlpass der Famagusta-Defensive, welchen Campo in der zwölften Minute abfängt, sich auf den starken linken Fuss legt und via Lattenunterkante als Traumtor zum 2:0 unterbringt. Die Basler begeistern in der Anfangsphase. Insbesondere im Zentrum verweigert der Gastgeber dem Gast jeglichen Zugriff, Fabian Frei gewinnt beinahe jeden Zweikampf. Der Lohn ist das 3:0, ein durch Arthur Cabral erzwungenes Eigentor von Hovhannes Hambartsumyan.

Kurz vor Pausenpfiff folgt der Anschluss der Zyprioten. Ein Schönheitsfehler, so scheint es. Doch wer den Anschluss der Zyprioten als solchen erachtet, wird vom Gegenteil überzeugt. Denn obschon sich Famagusta selber schwächt, weil Tornike Okriashvili nach einer Schwalbe die gelb-rote Karte sieht, wird der Gast plötzlich stärker. Wohl weil er nichts mehr zu verlieren hat. Aber auch, weil der FCB erneut nicht verhindern kann, was er schon gegen Osijek und Vaduz getan hat: Einbrechen in der zweiten Halbzeit.

So zeigt er erneut zwei Gesichter: Begeisternd zu Beginn, besorgniserregend danach. Ob es an der mangelnden Physis oder ungenügender Konzentration liegt, beantwortet Fabian Frei nach dem Spiel wie folgt: «Es ist eine mentale Sache. Sonst hätte es nicht bereits nach 30 Minuten angefangen, dass wir den Gegner aus unerklärlichen Gründen aufkommen liessen.» Man habe sich nach dem frühen, deutlichen Vorsprung in Sicherheit gewähnt «und abgeschaltet. Wir dachten wohl, wir sind schon durch.»

Eine Unkonzentriertheit geht auch dem zweiten Famagusta-Tor voraus. Der noch nicht überzeugende Andrea Padula foult ungestüm an der Strafraumgrenze und verschuldet einen Penalty. Diesen verwandelt Giorgi Kwilitaia problemlos und sorgt für eine hektische Schlussphase im Joggeli. Eine, in welcher der FC Basel phasenweise vogelwild agiert, jeglichen Faden und später auch noch den eingewechselten Julian Von Moos nach zwei dummen gelben Karten verliert.

Mit ebenfalls zehn Mann werden die Basler noch einmal etwas stärker, verschenken die Grosschance zum 4:2 aber in Person von Dimitri Oberlin. Um 22.19 Uhr aber ist sein Fehlschuss egal. Dann ertönt der Schlusspfiff, der FCB gewinnt ein unnötig spannendes Spiel letztendlich mit 3:2. Famagusta seinerseits beschliesst eine Woche, die mit Spielmanipulations-Vorwürfen begann und mit dem europäischen Aus endet.

Die vor Spielbeginn geschossenen Fotos, sie werden also lediglich an eine kurze, erfolglose Reise erinnern. Für den FC Basel hingegen geht die europäische Reise weiter. Bereits am nächsten Donnerstag stehen die Playoffs der Europa League und damit die letzte Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase an. Die Basler geniessen erneut Heimrecht und empfangen CSKA Sofia. Der zweite der bulgarischen Liga hat gestern B36 Torshavn mit 3:1 besiegt.

FCB - Anorthosis 3:2 (3:1)

St.-Jakob-Park – keine Zuschauer – SR: Petrescu (ROU). – Tore: 4. Widmer 1:0. 12. Campo 2:0. 21. Hambardzumjan (Eigentor) 3:0. 45. Vrgoc 3:1. 67. Kwilitaia (Foulpenalty) 3:2.

Basel: Nikolic; Widmer, Cömert, Alderete, Padula; Stocker (76. Oberlin), Frei, Campo (85. van der Werff), Pululu (60. von Moos); van Wolfswinkel, Cabral.

Anorthosis: Loria; Hambardzumjan, Schildenfeld, Vrgoc, Selin (78. Galitsios); Artymatas, Margaça (61. Micha), Dauschwili; Okriaschwili, Kwilitaia, Anderson Correia (46. Christofi).

Bemerkungen: Basel ohne Xhaka, Petretta, Zuffi, Isufi, Marchand (alle verletzt), Ademi und Kalulu (kein Aufgebot). 50. gelbrote Karte gegen Okriaschwili (Schwalbe). 88. gelbrote Karte gegen von Moos (Foul). Verwarnungen: 18. Widmer. 27. Alderete. 33. Okriaschwili. 61. von Moos. 66. Padula. 67. Hambardzumjan. 84. Kwilitaia. 86. Nikolic.

Djordje Nikolic: Note 4,5 Famagusta hilft nicht gerade bei der Patzerbewältigung. Die ersten beiden Schüsse auf sein Tor sind drin. Erst in der Schlussphase kann er auch einen Ball halten.
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Silvan Widmer: Note 4,5 In der 4. Minute ist er zur Stelle, schnappt sich nach einem Campo-Freistoss den zweiten Ball und drischt ihn zum 1:0 ins Netz.
Eray Cömert: Note 4 Zeigt sich solidarisch. Leistet sich erst einen Ausrutscher, um im Gegenzug dann gleich zwei Patzer seiner Kollegen per Grätsche auszubügeln.
Omar Alderete: Note 5 Agiert so dominant, dass er sich eine zusätzliche Herausforderung gönnt. Verlässt früh, ohne dem Schiedsrichter Bescheid zu sagen, das Spielfeld zum Schuhwechsel und sieht dafür Gelb. Fouls sind ab dann verboten.
Andrea Padula: Note 3 Zeigt vor der Pause mehrfach, dass er auch offensiv für Gefahr sorgen kann. In Halbzeit 2 dann aber ein Unsicherheitsfaktor. Nicht nur beim dilettantischen Foul, das zum Elfmeter führt.
Fabian Frei: Note 4,5 Gewinnt viele Duelle und muntert seine Kollegen auf, als diese nach dem 3:0 immer wieder viel zu hektisch spielen.
Samuele Campo: Note 4,5 Sehenswerter Distanzschuss zum 2:0, wo er sich zuvor selber den Ball vom Gegner schnappt. Baut dann aber stark ab.
Valentin Stocker: Note 4 Bekommt nur wenige Bälle und kann das Spiel kaum beeinflussen. Beruhigt dafür seine nervösen Kollegen in der Schlussphase.
Ricky van Wolfswinkel: Note 3,5 Defensiv stört er den Spielaufbau der Gäste immer wieder gut. Offensiv wartet er in dieser Saison weiter auf den Durchbruch.
Afimico Pululu: Note 4,5 Zeigt, dass er seinen Stammplatz nicht einfach so an Rückkehrer Zhegrova abgeben will. Holt den Freistoss vor dem 1:0 heraus und setzt auch sonst seinen Körper gut ein.
Arthur Cabral: Note 4,5 Provoziert das Eigentor zum 3:0 und macht auch viele Bälle fest.
Julian von Moos: Note 3 Ersetzt Pululu in der 60. Minute. Sieht Sekunden danach Gelb für ein rüdes Foul und kurz vor Abpfiff nochmals. Gelbrotes Lehrgeld.
Dimitri Oberlin: Note - Kommt in der 76. Minute für Stocker und feiert seine Saisonpremiere. Eine Benotung gibt es dafür nicht.
Jasper van der Werff: Note - Ersetzt Campo in der 86. Minute und ist damit zu kurz im Einsatz für eine Benotung.

Djordje Nikolic: Note 4,5 Famagusta hilft nicht gerade bei der Patzerbewältigung. Die ersten beiden Schüsse auf sein Tor sind drin. Erst in der Schlussphase kann er auch einen Ball halten.

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