Es ist nach 2006, 2007 und 2017 der vierte Cupfinal für den im Jahr 2000 gegründeten Volleyball-Club Sm’Aesch Pfeffingen. Drei Mal hiess der Gegner Volero Zürich und die Baselbieterinnen gingen gegen den damals übermächtigen Gegner immer nur als zweiter Sieger vom Feld. Dies soll sich aber heuer definitiv ändern.

Zum einen heisst diesmal der Gegner nicht mehr Volero (das Team spielt ja seit Beginn der Saison in Frankreich unter dem Namen Le Cannet Volero und belegt dort nach 21 Runden hinter Mulhouse und dem Racing Club de Cannes aktuell den dritten Rang), sondern Neuchâtel UC und zum anderen ist das Team von Head-Coach Andreas Vollmer in dieser Begegnung klar zu favorisieren.

Capitaine Madlaina Matter blickt im Vorfeld dieser wichtigen Partie ein paar Monate zurück:» In der Saisonvorbereitung lief es uns überhaupt nicht und wir haben glaube ich alle Testspiele verloren. Dann kam der Supercup gegen unseren samstäglichen Gegner NUC, wo wir auf die grosse Wende hofften und unbedingt den ersten Titel nach Aesch holen wollten. Doch es war ein Spiel zum Vergessen und die Aussenseiterinnen konnten sich die Goldmedaillen um den Hals hängen lassen. Wir waren nicht nur traurig, sondern auch ziemlich sauer. Dass wir nach dieser Niederlage eine Superserie in der Qualifikation hinlegten, stimmt uns für das morgige Spiel zuversichtlich. Oder um es deutlicher auszudrücken: Wir sind alle heiss auf den Cupsieg.»

Unverständliche Terminplanung

Doch ein Selbstläufer wird es nicht werden. Und dies hat seinen Grund auch ein bisschen bei der Playoff-Spielplanung des Volleyballverbandes. Drei Tage vor diesem für beide Mannschaften so wichtigen Spiel, mussten diese nämlich ihre erste Halbfinal-Playoff-Partie der Best-of-Three-Serie absolvieren. NUC auswärts gegen Volley Düdingen und Sm’Aesch Pfeffingen zu Hause gegen Kanti Schaffhausen. (Die beiden Finalisten haben ihre Partie jeweils mit 3:0 gewonnen).

Natürlich ist eine spezifische Vorbereitung in diesem Fall sehr schwierig. Wir als leichter Favorit stehen selbstredend etwas mehr unter Druck. Wir haben in den spielfreien sieben Tagen hauptsächlich auf das Pokalfinale hintrainiert. Seit vergangenen Montag lag das Trainings-Hauptgewicht dann auf dem Kanti-Spiel.

Doch nach dem letzten Ballwechsel wurde der Schalter sofort in Richtung Cup-Final umgelegt und die Uebungseinheiten drehten sich nur noch um die Neuenburgerinnen. Wir müssen halt das Beste aus der etwas unglücklichen Situation machen und hoffen, dass es klappt» sagt Trainer Vollmer.

Sieg für den abtretenden Präsidenten

Für einen Mann aber wird dieser Cup-Final eine ganz besondere Bedeutung haben. Der per Ende dieser Saison zurücktretende Sm’Aesch Pfeffingen-Präsident Werner Schmid, «Vater» des in den letzten Jahren so erfolgreichen Vereins mit einer ausgezeichneten Nachwuchs-Akademie, kann zwar nicht selber ins Spielgeschehen eingreifen, doch für den Garagisten würde es zu einem unglaublich emotionalen Moment werden, wenn er nach der Partie, wie auch schon bei früheren wichtigen Spielen «seiner Frauen» aufs Feld sprinten und dem jungen Team zum Cupsieg gratulieren könnte.

Es wäre dann nämlich der erste Titel des bald zwanzigjährigen Clubs. Und eines ist sicher. Routinier Tess von Piekartz, Madlaina Matter, Gabi Schottroff, Topskorerin Dora Grozer, Jessica Ventura, Monika Chrtianska, Livia Zaugg, Kristen Tupac, Lea Werfeli und die beiden Nachwuchsspielerinnen Annalea Maeder und Livia Saladin werden bis zum letzten Schweisstropfen kämpfen, um diesmal ihrer Favoritenrolle gerecht werden zu können.

Auf der anderen Seite des Netzes aber werden die drei US-Amerikanerinnen in Diensten der Neuenburgerinnen, Tia Scambray, Marteene Bettendorf und Kyra Holt, ebenfalls alles daransetzen, bei der siebten Finalteilnahme des Vereins erstmals als Sieger vom Platz gehen zu können. An Spannung wird es also nicht mangeln und die grosse nach Fribourg mitreisende Sm’Aesch Pfeffingen- Fankolonie, alle in rosa-T-Shirts gekleidet, werden für die nötige Unterstützung sorgen.