Der FC Basel gewinnt mit 2:1 gegen das abstiegsbedrohte Lausanne. So weit, so gut. Aber der Auftritt der Basler war wenig überzeugend. Nicht nur deshalb ist es eine Woche, die die Fans nicht eben glücklich zurücklässt.

1. Fans kontra Marketing

Fussball-Romantik und modernes Marketing in diesem Sport sind per se Dinge, die nicht zusammen passen. Wie sehr man diese Diskrepanz ausreizen kann, das zeigt eine Werbe-Aktion des FCB in dieser Woche. Für das im Juni stattfindende Legenden-Spiel, bei dem Fans im Joggeli gegen Ehemalige wie Streller, Delgado oder Ceccaroni antreten können, wirbelt der FCB seit geraumer Zeit.
Um mehr Fans zu erreichen, tut er dies nun auch mit Hilfe von Instagram-Influencern wie Adela Smajic. Die Tochter von Ex-FCB-Spieler Admir Smajic sucht ab heute Montagabend in der Kuppel-Show «Bachelorette» ihr Liebesglück und erreichte dadurch zuletzt Berühmtheit. So weit, so untragisch. Smajic outete sich aber auch als GC-Sympathisantin.
Dass eine solche Person nun im Auftrag des FCB wirbt, ist ein absolutes No-Go für die treuen Anhänger. Kurz vor Spielbeginn protestiert die Muttenzerkurve mit den Transparenten «Für e Spiel mit Legende so beschämendi Mittel verwände» und «Ihr Hände e Knall und mir sehn schwarz».
Unterstützt wird das Ganze mit dichtem, schwarzem Rauch, den die MK hochsteigen lässt. Dies alles ist aber nur der zweite Teil des Protests. Bereits in der Nacht auf Sonntag wurde der Eingang der FCB-Geschäftsstelle mit den Worten «Kunde gwinne? Fans verliere! Euer Marketing isch zum Kotze!» verziert. Der FCB wird konstatieren müssen: Das war ein Schuss in den Ofen. Statt Fans anzuwerben, vertreibt er diese. 

2. Ajeti zementiert Rolle als Nummer-1-Stürmer

Obwohl Ricky van Wolfswinkel am Mittwoch gegen den FC Zürich endlich mal wieder ein Tor - das erste seit dem 27. September - erzielen konnte, muss er sich am Sonntag gegen Lausanne zu Beginn wieder auf die Bank setzen. Zum sechsten Mal in Folge. Das letzte Mal in der Startelf stand der Königstransfer beim 0:1 in Luzern am 11. März.

Ajeti hingegen fand sich zuletzt ebenso oft in der Startelf wie sein Konkurrent Nummer 1 auf der Bank. Und zahlte dies stets mit guten Leistungen zurück. Sei es beispielsweise beim 1:1 in Lausanne, wo er willensstark das Tor von Michael Lang vorbereitet. Oder beim 1:0 gegen Sion, wo er den Siegtreffer erzielt.

Oder beim 3:0 über den FCZ, wo er gleich zwei Tore vorbereitet. Oder eben am Sonntag gegen Lausanne, wo er in der Nachspielzeit das siegbringende 2:1 markiert. Es sind viele Argumente, die ihn in der Rangliste der Basler Stürmer zurecht auf Platz 1 stehen lassen. 

3. Konstant ist nur die Inkonstanz

Drei Spiele, drei Siege. So die Bilanz des FC Basel in dieser Woche. Gewohnt ist man sich solche Serien in dieser Saison kaum mehr vom FCB. Den goldenen Herbst mal ausgeklammert. Doch auch wenn gerade in dieser Woche drei Siege zu Buche stehen, überzeugen konnte man einzig gegen den FCZ.

Denn konstant ist beim FCB vor allem in dieser Rückrunde nur die Innkonstanz. Auf ein starkes 2:2 in Bern, das mit einem Sieg hätte belohnt werden sollen, folgt eine Abwehrschlacht in Lugano, eine Gala im Klassiker und dann ein glückliches 2:1 gegen Lausanne.

Der FCB befindet sich im Vergleich zum Beginn dieses Jahres zwar klar im Aufwärtstrend, aber überzeugend ist das noch nicht. Meisterwürdig schon gar nicht. Dafür wackelt die Defensive zu oft, ist die Offensive zu wenig kaltschnäuzig. Noch bleiben sieben Spiele in dieser Saison, um eine langfristige Stabilität zu finden.