Nehmen wir zuerst die „Pluspunkte“. Alessandro Verga, seit ein paar Wochen von einer Knieoperation genesen und in der letzten Spielzeit Teamcaptain, hatte im Wallis einen cou­ragierten Auftritt und erzielte in 13 Minuten feine 14 Punkte (andere müssten hiefür, wenn es möglich wäre, wohl stundenlang werfen…). Ein Alexis Herrmann hatte eine 100-prozen­tige Wurfquote und war in den 14 Minuten Spielzeit zumindest willens, eine aufsäs­sige De­fense zu spielen. Man muss auch erwähnen, dass es nach 13 Minuten nur noch 23:22 stand – das Walliser Lokalradio meinte, „Monthey hat sich vom inferioren, teils in­existenten Rivalen einlullen lassen“. Drei Minuten später stand es 34:22, zur Halbzeit 48:27. Eine Rückkehr in die Nor­malität hatte gereicht, um den ungleichen Vergleich auch skoremässig ungleich ausse­hen zu lassen. Nach 35 Minuten stand es 91:46 – das Radio verkündete emotionslos, dass der Gastgeber daran sei, doppelt so viele Punkte wie die ehemals grossen „Wings“ zu erzielen. Zuletzt waren es „nur“ noch 40 Punkte Differenz.

Monthey beliess den Topskorer Arizona Reid (USA) zuerst auf der Bank, agierte immer mit nur zwei ausländischen Profispielern und ihr neunter Mann (Thomas Fritschi, 20) bekam Aus­lauf und gegen die Equipe von Cheftrainer Roland Pavloski annähernd so viel Spielzeit wie in den acht Matches zuvor. Damit die Relationen, Dimensionen und der Klassenunter­schied klar werden.

Schrecklich untalentiert

Die Wurfquote der Birsfelder war grässlich. Die beiden Profispieler Justin Mitchell und Ne­manja Calasan produzierten zusammen ein 6 von 29. Ein Joël Fuchs hatte mit -47 den schlechtesten Wert aller Aktiven – ein Alexis Herrmann schaffte immerhin ein -12 (Zahlen, die aufzeigen, wie das Skore lautete, als der betreffende Akteur „spielte“).

Die Walliser hatten mehr Ballgewinne als -verluste (kommt so selten wie eine Baslerdybli- Briefmarke vor). Die Ballverluste und technischen Fehler der Unterbaselbieter erreichen Spiel für Spiel jeweils Höchstwerte – und Zuzug Sébastien Davet wird heute Nachmittag primär mit der U23-Mannschaft in der 1. Liga auswärts gegen die BC Alte Kanti Aarau spielen. Dürfte seiner Psyche kaum schaden und vielleicht sein nicht vorhandenes Selbst­vertrauen anheben.

Es bedarf keiner Worte, um den desolaten Zustand der Equipe zu beschreiben - die Kör­persprache der Aktiven sagt al­les aus. Allerdings liegen die Probleme viel tiefer als „nur“ bei den Aktiven und dem Trainer. Und waren die Starwings im „heissen“ Monthey einst ein gefürchteter, respektierter Wi­dersacher, so hatten Zuschauer, Refs und Gegner nur noch eines übrig: Mitleid!