Aufgrund der Tabellenlage könnte man meinen, dass ein Heimsieg der Baselbieter über die Jurassier normal, ja fast Pflicht ist. Das ist es, auch nach den beiden Wundererfolgen über Genf und Fribourg, jedoch nicht. Und es hätte nicht viel gefehlt, dass auf die Euphorie eine Ernüchterung gefolgt wäre, denn der Gast aus der Ajoie war ebenbürtig, in vielen Phasen der Partie abgeklärter und stilsicherer.

Das Birstaler Kombinat kam bis zur 28. Minute nie in die Gänge, fand keinen Spielrhythmus, verlor durch unglaubliche Schrittfehler und Fehlzuspiele viele Abschlussmöglichkeiten. Und beim Stand von 41:52 (26.) schien der Vergleich verloren zu sein.

Die Hoffnung nicht verloren

Nicht nur die Starwings, sondern auch das Publikum glaubten an den Sieg. Die Stimmung in der Sporthalle Birsfelden, auch dank einer ansehnlichen Anhängerschaft aus Boncourt, war grossartig. Und weil der Gastgeber bis zur 30. Minute wieder an den unangenehmen Widersacher herangekommen war, riss das letzte Viertel die Zuschauer von den Rissen. Vor allem die Endphase war dramatisch, die Führung wechselte hin und her - und das Happy-End gehörte den Starwings, welche mit Herz, Leidenschaft, Moral und ganz viel Willen ein Duell gewannen, das auch in einer Verlustpartie hätte enden können.

Luettgerodt ein Held

Dabei waren die Vorzeichen bei den «Wings» nicht gut. Riley Luettgerodt, dieser komplette Basketballer, war wegen einer Handverletzung derart handicapiert, dass er eigentlich gar nicht hätte spielen dürfen. Seine Defense auf den Kanadier Stephan Sir war Extraklasse - und weil er in der zweiten Halbzeit 22 Punkte erzielte, wurde er verdient zum besten Spieler der Partie gewählt.

«Shooting Star» A.J. Pacher stand lange Zeit förmlich «neben den Schuhen» - doch zuletzt war er mit 24 Punkten halt doch der Topskorer. Bei den Gästen war Vernard Hollins, die grosse Figur der Starwings in der Saison 2009/10 (Cupsieg), überragend. Er ersetzte den verletzten Brandon Jenkins (ebenfalls einst zwei Jahre bei den Baselbietern unter Vertrag) - und zeigte, dass er mit 34 Jahren weiterhin ein grandioser Basketballer ist.

Underdogs ganz gross

Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass die Starwings - zusammen mit Genf, Neuchâtel und Fribourg - die Rangliste anführen. Das ist mehr als ein Wunder und verblüfft die Basket-Schweiz. Bereits heute am späten Nachmittag (17.30 Uhr) gastieren die Starwings in Neuenburg. Gegen ein Profiteam, das mit 10 Leuten rotieren kann. Die «Wings» sind krasser Aussenseiter. Umso mehr, als Ex-Nationalspieler Stefan Petkovic und vielleicht auch Luettgerodt fehlen werden.