Starwings gegen Monthey ist in etwa der Vergleich zwischen einem Boxer der Papierge- wichtsklasse gegen einen Superschwergewichtler im Stile der Klitschko-Brüder. Und die logische Niederlage hat sportlich keine Bedeutung und einen rein statistischen Wert, denn das Spiel aller Spiele wird für die Starwings in zwei Wochen, am Sonntag, den 12. Februar 2017, nachmittags um 16 Uhr in der Sporthalle Birsfelden, stattfinden. Im Verbands-Derby gegen den BC Boncourt könnten sich Unterbaselbieter mit einem allfälligen Erfolg bereits die Playoffs sichern – und das wäre ein Riesenerfolg in Anbetracht der widrigen Umstän- de, welche die Starwings seit Monaten begleiten.

Aus für Herrmann

Gegen Monthey, das immer führte und nach 27 Minuten beispielweise mit 53:35 vorne lag,  fiel Alexis Herrmann nach fünf Minuten mit einer Schulterverletzung aus. Und konnte nicht mehr mitmachen. Nach 27 Minuten wurde Philippe Sager (der zwar jeden seiner fünf offe­nen Dreier verballerte, in der Defense aber aufopferungsvoll kämpfte) unnötig und sehr unsportlich niedergerissen – und mit einer Gesichts- und Nasenverletzung vom Feld ge­führt. An seiner Stelle MUSSTE Alessandro Verga mitspielen – just der ex-U20-National­spieler, der bis am Samstagabend noch im Spital interniert war. Und gar nicht hätte spielen sollen. Dass Joël Fuchs, trotz Bänderriss, über 40 Minuten spielen muss, ehrt den Cap­tain – aber weniger (oder gar nicht) spielen wäre in seinem Fall mehr. Nur… Cheftrainer Ro- land Pavloski hat keine Spieler.

Jones als Lichtgestalt

Und weil Octavius Brown weiterhin nicht den Beweis erbringen kann, dass er in der kom- menden Saison sein Leben mit Basketball verdienen wird (der Amerikaner wird weltweit keinen Klub finden, der ihm den Status als Profispieler gewäht; in dieser Hinsicht verdie- nen die „Wings“ eine Auszeichnung für ihre humanitäre-monetäre Opferbereitschaft), ver- bleibt ein Mann, der Basket zelebriert: Chris Jones. Er wird aus Dutzenden von Angebo- ten, auch aus höheren Ligen, auswählen können. Und wir wissen nicht, ob es diesem Uni- versalspieler, der eine ganz grosse Karriere machen kann, Spass macht, mit Nebenleuten zu spielen, die zwar bemüht sind, Basket zu spielen, aber mit gar wenig (Wurf-)Talent ausgestattet sind. Drei von 19 bei den Dreiern und 57 Prozent (anfangs ein 0 von 6!) von der Freiwurflinie sind Werte, die man auch in der 2. Liga lange suchen muss…

Aber das alles ist nebensächlich, wenn die Starwings das „Playoff-Finale“ in zwei Wochen gegen Boncourt gewinnen. Bis dann müsste das Lazarett jedoch kleiner werden und eini­ge ihr Zielwasser verbessern. Zumindest beim letzten Wunsch bestehen grosse Zweifel.